Notebookcheck Logo

Hideo Kojima warnt: KI sorgt dafür, dass Spiele und Kunst ‚nichts Besonderes mehr‘ sind

Ausschnitt aus Hideo Kojimas Wired-Interview (Bildquelle: Wired YT)
Ausschnitt aus Hideo Kojimas Wired-Interview (Bildquelle: Wired YT)
Hideo Kojima kritisiert in seinem aktuellen Beitrag für die Wired-Serie „Tech Support“, dass viele AAA-Studios kein Risiko mehr eingehen. Er warnt vor einer KI, die den kreativen Funken dämpft, und bricht erneut eine Lanze für zutiefst persönliche, autorengeführte Welten. Zudem gibt er einen Ausblick auf „Physint“ als grenzüberschreitenden „Game-Film“-Hybrid und deutet damit eine Zukunft an, in der Kino und interaktives Storytelling zunehmend verschmelzen.

Hideo Kojima macht in diesem Jahr mit mehreren faszinierenden Interviews auf sich aufmerksam. Kürzlich war er zu Gast in der Wired-Serie „Tech Support“, wo er zahlreiche Fan-Fragen zu seinem kreativen Prozess, zur Zukunft des Gaming und zum Thema KI beantwortet. Dabei geht Kojima detailliert darauf ein, wie er seine Stories und Welten erschafft.

Es sei für ihn unerlässlich, seine persönlichen Leidenschaften in die Arbeit einfließen zu lassen. Die Spieler sollten in jedem Aspekt „die Liebe des Schöpfers“ spüren; zudem sei Experimentierfreude entscheidend, um Spiele innovativ und fesselnd zu gestalten. Kojima spricht auch über seine Liebe zum Film, die seine Arbeit maßgeblich beeinflusst, und diskutiert die aktuellen Entwicklungen in der Branche.

Dabei stellt er klar, dass er sich bei Recherchearbeiten zu historischen Themen nicht auf ein Expertenteam verlässt. Stattdessen lese er täglich Bücher, schaue Dokumentationen, verfolge Online-Nachrichten und besuche gelegentlich sogar die Bibliothek.

„Wenn ihr das seht und denkt: ‚Ich werde Kojimas rechte Hand!‘, dann meldet euch bitte bei mir“, fügt er scherzhaft hinzu. Weiter erklärt er, wie er persönlich den Schwierigkeitsgrad, das Pacing der Story und den Sound optimiert, indem er ständig zwischen Lautsprechern und Kopfhörern wechselt. „Das ist eine extrem wichtige Phase“, betont er. „Ich glaube nicht, dass viele das so machen.“

Kojima spricht auch Metal Gear Solid 2 an – ein Spiel, das für seine Vorhersagen bekannt ist, von denen sich einige in der heutigen Social-Media-Landschaft bewahrheitet haben. Er stellt jedoch klar, dass das Spiel nicht prophezeien sollte, dass KI die Welt übernimmt.

Vielmehr sei es eine Warnung vor einer digitalen Zukunft gewesen, von der er gehofft habe, dass sie niemals eintritt. „Bei MGS2 habe ich nicht KI vorhergesagt, sondern eine Zukunft beschrieben, die ich mir nicht gewünscht habe. Leider steuern wir genau darauf zu“, erklärt er.

Zwar habe KI laut Kojima das Potenzial, das Leben zu erleichtern, er warnt jedoch davor, dass sie kreative Arbeit entfremden oder entwerten könnte. „Spiele und Kunst werden nicht mehr als etwas Besonderes wahrgenommen“, lautet sein Fazit.

Zudem lobt er Indie-Entwickler dafür, dass sie die Grenzen des Mediums mit innovativen Hits verschieben, und kritisiert AAA-Studios, die kein Risiko eingehen, sondern auf „sichere und furchtbar langweilige Inhalte“ setzen. Kojima gibt außerdem einen Ausblick auf Physint, sein PlayStation-exklusives Projekt, das sich noch in einer frühen Konzeptphase befindet: „Wir planen, mit Leuten aus der Filmbranche zusammenzuarbeiten – nicht nur beim Casting, sondern auch hinter den Kulissen.“


The Art of Death Stranding 2: On The Beach von Kojima Productions bei Amazon kaufen.

static version load dynamic
Loading Comments
Diesen Artikel kommentieren / Antworten
Teilen Sie diesen Artikel, um uns zu unterstützen. Jeder Link hilft!
Mail Logo
> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2025-12 > Hideo Kojima warnt: KI sorgt dafür, dass Spiele und Kunst ‚nichts Besonderes mehr‘ sind
Autor: Rahim Amir Noorali, 24.12.2025 (Update: 17.02.2026)