Während die Preise für Speicher weiter steigen, scheinen die Zukunftsaussichten für neue Gaming-Hardware zunehmend unsicherer zu werden. Aktuelle Gegebenheiten könnten Sony und Valve dazu zwingen, die Preisgestaltung für die kommende PS6 und die Steam Machine zu überdenken. Eine andere Möglichkeit wäre, dass sich die Veröffentlichung von Konsole und Mini-PC verzögert, bis sich die Kosten wieder stabilisieren. Ein aktueller Reuters-Bericht zitiert dazu einen Analysten mit einer entsprechend düsteren Prognose.
Eine historische Speicherknappheit
Der Bericht von Zaheer Kachwala beschreibt, wie stark die wachsende Nachfrage aus der KI-Branche den Markt unter Druck setzt. Hersteller wie Micron konzentrieren sich zunehmend auf Groß- und Unternehmenskunden, wodurch weniger Speicher und Speicherchips für Endverbraucher verfügbar sind. Auch Laptop-Hersteller und Anbieter von Komplett-PCs kündigen bereits Preiserhöhungen an.
Valve könnte sich im Vorfeld des erwarteten Steam-Machine-Starts im ersten Quartal 2026 zwar einen Vorrat an LPDDR5-Speicher gesichert haben. Dennoch gehen einige Branchenkenner davon aus, dass sich die Preise für DRAM und Massenspeicher noch über mehrere Jahre hinweg nicht entspannen werden. Für Valve könnte das bedeuten, die Mehrkosten an die Spieler weiterzugeben – oder den Release doch noch zu verschieben.
Der Zeitpunkt für den Marktstart der PS6 ist unklar, doch die meisten Insider rechnen mit einer Veröffentlichung im Jahr 2027 oder 2028. Steigende Kosten für GDDR7-Grafikspeicher könnten sowohl die UVPs der Nvidia-RTX-50-Grafikkarten als auch der nächsten PlayStation deutlich nach oben treiben.
Konsolenverkäufe sind rückläufig
Ein weiteres Problem für Valve und Sony ist der nachlassende Konsolenabsatz. Laut US-Daten von Circana aus November 2025 gingen Hardwareverkäufe im Jahresvergleich um 27 Prozent zurück. In Anbetracht von Zöllen und weiteren wirtschaftlichen Herausforderungen mussten sowohl die Xbox Series X als auch die PS5 bereits Preiserhöhungen hinnehmen.
Für die Hersteller spielen dabei nicht nur steigende Speicherpreise, sondern auch Warnsignale aus dem Einzelhandel ein Rolle. Der Artikel von Reuters zitiert dazu den eMarketer-Analysten Jacob Bourne, der diese Einschätzung teilt. Seiner Meinung nach könnten Konsolenhersteller als Reaktion auf schwache Verkaufszahlen ihre Markteinführungen verschieben: „Möglicherweise werden wir bei den Konsolenhersteller verzögerte Releases sehen.“
Valve könnte sich dennoch entscheiden, mit der Veröffentlichung seines Gaming-Systems voranzugehen. Ein Vorschlag des Insiders Moore’s Law Is Dead sieht vor, eine abgespeckte Barebone-Version ohne Arbeitsspeicher und Massenspeicher anzubieten. Das würde den Preis der Steam Machine niedrig halten, die Spieler jedoch dazu zwingen, ihr System selbst zu vervollständigen. Dass Sony bei der PS6 einen ähnlichen Weg einschlägt, gilt allerdings als äußerst unwahrscheinlich.






















