Steam Next Fest mit ‚AI Slop‘ und Billig-Demos überflutet, sagen User gegenüber Valve

Das diesjährige Steam Next Fest, das erst gestern (24. Februar) begonnen hat, sieht sich deutlicher Kritik seitens der Spieler ausgesetzt. Diese bemängeln eine hohe Anzahl minderwertiger Demos, die entweder auf generativer KI basieren oder aus vorgefertigten Assets zusammengestellt wurden.
Beim Steam Next Fest handelt es sich um einen Aktionszeitraum, in dem hunderte Entwickler eine Woche lang kostenlose Demos anbieten. Das Format soll kleineren Studios zu mehr Reichweite verhelfen und Spielern ermöglichen, neue Titel vor der Veröffentlichung zu entdecken.
Derzeit sehen Teile der Community jedoch weniger frische Ideen, sondern vielmehr eine Zunahme an Titeln, die überhastet, ungeschliffen oder übermäßig abhängig von KI-Tools wirken. In den Steam-eigenen Foren und Community-Threads kritisieren Spieler das, was sie als „AI slop“ (KI-Müll) bezeichnen – ein mittlerweile gängiger Slangbegriff für mit KI generierte digitale Inhalte, die lieblos, generisch oder bedeutungslos wirken.
Ein Community-Mitglied schrieb, dass man das Next Fest zwar „liebe“, die schiere Menge an „minderwertigen KI-Müll-Spielen“ jedoch „erstaunlich“ sei. Der Nutzer warnte zudem davor, dass Qualitätstitel Gefahr laufen, unterzugehen, wenn die Discovery-Tools nicht verbessert werden.
Fairerweise muss man sagen, dass diese Sorge nicht neu ist. Branchenberichte zeigen, dass der Anteil an Demos, die mit Steams Kennzeichnung für generative KI versehen sind, steigt. Valve hat diese Richtlinie eingeführt, um Transparenz zu schaffen, wenn KI-Werkzeuge für Grafik, Texte oder Code verwendet werden. Schätzungen zufolge enthielten bei den jüngsten Events bereits über 17 % der Next-Fest-Demos diesen Hinweis. Gamer erleben nun hautnah, dass KI-gestützte Spiele kein Nischendasein mehr fristen.
Die Kritiker geben jedoch nicht allein der KI die Schuld. In den Steam-Diskussionsforen wird darüber debattiert, wie sich der Einsatz von KI-Tools von dem weitaus größeren Problem der „Asset-Flips“ abgrenzen lässt – also von Spielen, die aus fertigen Komponenten ohne nennenswerten kreativen Eigenanteil zusammengebaut wurden.
Andere behaupten, dass die bloße Kennzeichnung „KI verwendet“ das Kernproblem nicht lösen wird: die Auffindbarkeit und Kuratierung auf einer Plattform mit nahezu unzähligen Einträgen. In der Vergangenheit hat Valves KI-Offenlegungspflicht auch außerhalb des Steam Next Fest für Aufsehen gesorgt. So hat etwa der CEO von Epic Games den Nutzen einer solchen Kennzeichnung öffentlich infrage gestellt. Er argumentierte, dass diese Praxis hinfällig werden könnte, sobald die Werkzeuge allgegenwärtig sind.
Es ist davon auszugehen, dass diese Debatten in naher Zukunft weiter an Fahrt aufnehmen werden. Die Balance zwischen Offenheit der Plattform und Qualitätssicherung wird auf einem offenen Marktplatz wie Steam immer schwieriger, insbesondere da generative Tools einen immer zentraleren Bestandteil der Spieleentwicklung bilden.










