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Test Roccat Pyra Mobile Wireless Gaming Mouse

Gaming - Mobil - Wireless. Diese Stichworte passen normalerweise bei einer Maus nicht recht zusammen. Roccat will mit der Pyra den Spagat schaffen. Ob dies gelingt, erfahren Sie in folgendem Testbericht.

Im Test Roccat Pyra Wireless Gaming Mouse
Im Test Roccat Pyra Wireless Gaming Mouse

Die Roccat Pyra Mobile Wireless Gaming Mouse ROC-11-510 ist eine kabellose Notebookmaus für unterwegs und das teurere Schwesternmodell der kabelgebundenen Roccat Pyra.

Geliefert wird die Pyra in einer eleganten Kunststoffverpackung. Sie enthält die Maus selbst, den Wireless Empfänger, ein USB Verbindungskabel für die Stromversorgung, eine Roccat Member Card, die Treiber CD und eine Kurzanleitung.

Roccat Pyro Verpackung
Roccat Pyro Verpackung
Roccat Pyro Verpackung
Lieferumfang
Lieferumfang

Design und Verarbeitung

Gutes Mausrad mit schwergängiger Klickfunktion
Gutes Mausrad mit schwergängiger Klickfunktion

Beim Design der Pyra lassen das Batmobil bzw. die aktuellen Alienware Notebooks grüßen. Die kantigen, schwarzen Formen und der blaue Lichtstreifen zwischen den Maustasten wirken futuristisch und passen perfekt zu den Gaming-Ambitionen des "kleinen Nagers". Trotzdem liegt die Maus gut in der Hand und eignet sich dank des symmetrischen Designs gleicher Maßen für Rechts- als auch Linkshänder.

Roccat verwendet einen mattierten Kunststoff für die beiden bis nach hinten durchgezogenen Maustasten und Hochglanz-Teile auf den hinteren Seitenflächen. Die Haptik des Kunststoffs ist jedoch nur mittelmäßig. Einzig die gummierten vorderen Seitenflächen auf denen die Fingerspitzen des Daumen und Mittelfinger ruhen, gefallen auch haptisch sehr gut.

Features

Die drahtlose Gaming Maus überträgt die Daten immer zu dem verstaubaren und kleinen USB Funkempfänger im 2.4 GHz Band. Das mitgelieferte USB Mauskabel überträgt keinerlei Daten, sondern dient nur zum Aufladen der AAA Mikrozellen. Pfiffiges Detail - auf dem USB Stecker der Maus befindet sich ebenfalls ein Gleitpad, wodurch das Kabel sehr weit unten angebracht werden konnte.

Zwecks Stromsparen schaltet sich die Maus nach längerer Inaktivität automatisch aus und lässt sich dann durch einen Mausklick reaktivieren.

1600 DPI Sensor
1600 DPI Sensor
USB Stecker mit integrierter Gleitfläche
USB Stecker mit integrierter Gleitfläche
Verstaubarer Funkempfänger
Verstaubarer Funkempfänger
Dank kleiner AAA Akkus bleibt das Gewicht im Rahmen
Dank kleiner AAA Akkus bleibt das Gewicht im Rahmen
Main Control: Sensitivität, DPI, Scroll, Tilt Speed
Main Control: Sensitivität, DPI, Scroll, Tilt Speed
Button Assignment: Standard und Easyshift Zuordnung, Profile
Button Assignment: Standard und Easyshift Zuordnung, Profile
Update/Support Tab
Update/Support Tab

Die Roccat Pyra unterstützt offiziell nur die gängigen Windows Versionen. Nur für diese bietet Roccat einen ausgefeilten Treiber mit dem sich die DPI Rate (400, 800 oder 1600 DPI) und die Maustasteneinstellungen ändern lassen. Eine Besonderheit ist die Möglichkeit eine seitliche Taste als Umschalttaste zu konfigurieren. So kann man fast die doppelte Anzahl an Funktionen der Maus zuordnen.

Unter Mac OS X funktionierte die Maus zwar im Test ohne Treiber, jedoch war durch die fehlenden Treibereinstellungen die Performance nicht optimal.

Leistung

Die kleine Maus verschwindet selbst in kleinen Händen komplett.
Die kleine Maus verschwindet selbst in kleinen Händen komplett.
Die mitgelieferten AAA-Akkus halten nur etwa 6 Stunden
Die mitgelieferten AAA-Akkus halten nur etwa 6 Stunden
Auf Glastischen funktioniert der Lasersensor nicht.
Auf Glastischen funktioniert der Lasersensor nicht.
Die kleinen Gleitflächen nutzen schnell ab.
Die kleinen Gleitflächen nutzen schnell ab.

Die wichtigste Funktion einer Gaming Maus ist klarerweise die Präzision. Hier wirbt Roccat mit einem 1600DPI auflösenden Lasersensor und nur 1ms Verzögerung durch die Funkverbindung dank 1000Hz Übertragungsrate. In unseren praktischen Tests konnte die Pyra dies auch eindrucksvoll unter Beweis stellen. Bei allen Spieletests (Egoshooter und RTS) ermöglichte uns das kleine Eingabegerät ein präzises Steuern der Spielfiguren. Eine Verzögerung durch die Funkstrecke war nicht spürbar für uns.

Der Laser funktionierte im Test ohne Probleme auf allen Oberflächen (getestet auf Papier, diversen Mauspads, Holz, Stoff) ausser auf Glastischen (auch folierte). 

Ein kleiner Nachteil ist jedoch, dass man die DPI Stufe nur in 3 Schritten (400, 800, 1600) einstellen kann. Dies ist im Treibermenü möglich, oder auch durch Zuweisung auf eine Maustaste + Mausrad.

Die zwei Maustasten sind sehr leichtgängig und bis zur Hälfte der Maus drückbar. Durch die hohe Empfindlichkeit bis zur Mitte der Maus passierte es jedoch einem Tester, dass er die 2. Maustaste öfters gleichzeitig und unbeabsichtigt mit der 1. Maustaste mitdrückte. Andere Testbenutzer hatten jedoch kein Problem mit den Maustasten. 

Das zentrale Mausrad bietet eine spürbare Rasterung und lässt sich angenehm bedienen. Wie üblich kann man das Rad auch drücken (Mittlere Maustaste), jedoch ist dies sehr schwergängig.

Von den beiden seitlichen Maustasten ist eigentlich nur die auf der Daumenseite gut erreichbar. Dies ist jedoch ein Tribut an das symmetrische Design für Rechts- und Linkshänder. Diesbezüglich erwähnenswert ist die Möglichkeit die Maus durch Druck auf beide seitliche Tasten während dem Einschalten von Rechts- auf Linkshänderbetrieb umzustellen. Für große Hände dürfte die Pyra überhaupt etwas zu klein ausfallen.

Die Akkulaufzeit mit den beiden mitgelieferten AAA-Micro-Akkus ist leider nicht sehr überzeugend. Nach etwa 6-8 Stunden hat uns die Roccat Pyra im Stich gelassen und musste "ans Kabel". Gerade unterwegs muss man dadurch zur Sicherheit immer das USB Kabel mitnehmen (oder zu stärkeren Akkus greifen).

Logitech Anywhere MX im Vergleich

Die Logitech Anywhere MX Maus ist der direkte Konkurrent zur Roccat Pyra. Die Genauigkeit ist dank Darkfield Sensor vergleichbar. Die Gleiteigenschaften der etwas größeren Pads sind jedoch minimal schlechter. Auch das höhere Gewicht von 133g spielt hier wohl mit. Die Maustasten und das verstellbare Mausrad gefielen uns im Test jedoch deutlich besser. Ein Nachteil der Anywhere MX ist die fehlende Möglichkeit, die Maus ohne Batterien zu betreiben (Kabelbetrieb). Die mitgelieferten AA Batterien halten dafür deutlich länger (nach 2 Tagen intensiven Einsatz immer noch auf 80%). 

Der Gesamteindruck der Anywhere MX ist aufgrund der besseren Maustasten, des umschaltbaren Scrollrades und der hochwertigen Materialien etwas besser.

Fazit

Roccat Pyra
Roccat Pyra

Die Roccat Pyra ist eine futuristische drahtlose Gaming Maus. Auf der technischen Seite kann sie den Spielebegeisterten bei Präzision, Gleiteigenschaften und Funkübertragung überzeugen. Die schnelle Funkübertragung bewirkt wohl auch das schnelle "Leersaugen" der mitgelieferten Akkus. Da man die Maus jedoch auch beim Aufladen verwenden kann (und auch ohne Akkus), muss man die Spielesession zumindest nur kurz unterbrechen.

Der größte Nachteil der Pyra ist jedoch die verbesserungswürdige Materialwahl. Hier findet man bei der Konkurrenz (z.B. Logitech Anywhere MX) besseres. Für manche User könnten die leichtgängigen Maustasten auch zum Problem werden.

Den Spagat eine kleine Gaming Mouse für unterwegs herzustellen, hat Roccat jedoch geschafft - wenn auch mit den erwähnten Nachteilen.

Derzeit ist die Maus z.B. bei Amazon um 57,19 Euro erhältlich.


+ hohe Präzision
+ keine spürbare Verzögerung durch die
   Funkübertragung
+ gute Gleiteigenschaften
+ Gaming Performance
+ Easyshift für doppelte Tastenbelegung
- geringe Akkulaufzeit
- sehr sensible Maustasten
- nur durchschnittliche Haptik
- kleine Gleitflächen
- keine Akkuanzeige

 

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Autor: Klaus Hinum, 31.05.2010 (Update:  6.06.2013)
Klaus Hinum
Klaus Hinum - Founder, CTO - @klaushinum
Als Gründer von Notebookcheck und Tech-Enthusiast kümmere ich mich hauptsächlich um technische Themen und auch die Weiterentwicklung unserer Plattform. Direkt nach dem Doktorat in Informatik startete ich Vollzeit bei Notebookcheck durch.