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Test Xiaomi Mi Band 2 Smartband

Marcus Herbrich, Tanja Hinum, 08.07.2016

Low-Budget-Tracker. Ein Fitness-Armband für umgerechnet 20 Euro mit OLED-Display, Pulsmesser, IP67-Zertifizierung und einer Akkulaufzeit von mehr als 20 Tagen? Der chinesische Hersteller Xiaomi macht es möglich. Wir haben das Xiaomi Mi Band 2 getestet und berichten, wie es sich im Alltag schlägt.

Mit dem Mi Band 2 präsentiert Xiaomi, eines der marktführenden chinesischen Unternehmen im Bereich Smartphones, die zweite Generation seiner Fitness-Tracker-Serie. Das Mi Band 2 überwacht den Schlaf, Bewegungen sowie die Herzfrequenz. Informationen über das Nutzungsverhalten wie Schritte oder Puls können im Vergleich zur ersten Generation nun direkt auf einem OLED-Display zusammen mit anderen Systembenachrichtigungen aus Android oder iOS angezeigt werden. Darüber hinaus lassen sich weitere Daten in einer dazugehörigen App einsehen und auswerten.

Für einen Preis von umgerechnet 20 Euro (149 Yuan) ist das Xiaomi Mi Band 2 auf dem chinesischen Markt in den Farben Schwarz, Blau, Grün und Orange verfügbar. Bei Importunternehmen geht das Fitness-Armband derzeit für circa 35 bis 40 Euro über die virtuelle Ladentheke. Damit kostet die zweite Generation des Fitness-Trackers etwa das Dreifache des Mi Band 1 – das hierzulande für circa 12 Euro erhältlich ist.  

Xiaomi Mi Band 2
Prozessor
Bildschirm
0.46 Zoll , x Pixel, OLED, spiegelnd: ja
Anschlüsse
Sensoren: ADI Beschleunigungssensor, Pulssenors
Netzwerk
Bluetooth 4.0
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe (in mm): 10.5 x 40.3 x 15.7
Akku
70 mAh Lithium-Ion, Akkulaufzeit (laut Hersteller): 480 h
Sonstiges
Armband, Mi-Core, Lüfterlos, Ruggedized
Gewicht
18 g, Netzteil: 7 g
Preis
35 Euro
Hinweis: Der Hersteller kann abweichende Bauteile wie Bildschirme, Laufwerke und Speicherriegel mit ähnlichen Spezifikationen unter dem gleichen Modellnamen einsetzen.

 

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Gehäuse

Das Xiaomi Mi Band 2 besteht aus zwei Komponenten: einer Navigationseinheit, die sogenannte Mi-Core-Einheit, sowie aus einem hypo-allergenen Silikon-Armband (thermoplastische Elastomere). Letzteres ist gut verarbeitet und bietet einen angenehmen Tragekomfort auf der Haut. Je nach Wunsch und Anwender lässt sich das Silikon-Armband in der Länge zwischen 155 bis 210 Millimetern verstellen und mit einem Schutzring fixieren.   

Die Mi-Core-Einheit inklusive dem Fitness-Armband besitzt ein Gewicht von circa 18 Gramm und die Abmaße von 15,7 x 40,3 x10,5 Millimeter. Einen großen Teil der Glasfront füllt ein OLED-Panel mit einer Bildschirmdiagonale von gut einem Zentimeter aus. Über die Glasoberfläche gibt der Hersteller keine genaueren Angaben – es ist laut Xiaomi aber resistent gegen Kratzer und UV-beschichtet. Unterhalb des OLED-Panels befindet sich ein aus Aluminium gefertigtes kreisrundes Steuerelement - ein 0,05 Millimeter starker, drucksensitiver Knopf, der mit einer oxydischen Schutzschicht überzogen ist. Auf der Unterseite der Mi-Core-Einheit sitzt der Sensor für die Messung des Herzschlages.

Das Gehäuse des Mi Band 2 ist gegen Wasser und Staub nach IP67-Norm geschützt - damit kann das Fitness-Armband bedenkenlos in die Dusche oder das Freibad mitgenommen werden. Zudem sollen Stürze aus bis zu 1,2 Metern ohne größere Schäden möglich sein.

Ausstattung

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Die Ausstattung des Mi Band 2 gestaltet sich übersichtlich. Neben einem ADI-Beschleunigungsmesser verfügt das Mi Band 2 über einem fotoelektrischen Herzfrequenz-Sensor. Zudem besitzt das Fitness-Armband eine Vibrationseinheit zur haptischen sowie ein OLED-Display zur optischen Anzeige von Smartphone-Benachrichtungen. Unterschieden wird dabei zwischen Anrufen, WhatsApp-, SMS- und App-Benachrichtigungen. Welche Anwendungen als „App“-Symbol auf dem Display angezeigt werden sollen, ist frei konfigurierbar.     

Neben dem Tracken von Fitness-Daten fungiert das Mi Band 2 auch als Identity-Gerät mit einem Android-Gerät. Damit kann ein verwendetes Smartphone automatisch via Bluetooth entsperrt werden, sobald das Fitness-Armband erkannt wird. 

Aufgeladen wird das Mi Band 2 über ein mitgeliefertes USB-Kabel. Für den Ladevorgang muss die Mi-Core-Einheit aus dem Armband entfernt werden.

Kommunikation

Die Verbindung mit dem Smartphone stellt das Mi Band 2 mit Bluetooth in der Version 4.0 (2. Generation) her. Andere Schnittstellen sind nicht vorhanden. Hinsichtlich der Stabilität der Funkverbindung können wir während des Testzeitraumes nichts Negatives berichten.

Zubehör und Garantie

Zum Lieferumfang des Xiaomi Mi Band 2 gehören neben dem Fitness-Tracker selbst, bestehend aus der Navigationseinheit und einem Armband, eine Kurzanleitung in chinesischer Sprache sowie ein USB-Ladekabel.

Der Garantiezeitraum beträgt 12 Monate.  

Bedienung & Funktion

Die Bedienung des Fitness-Armbandes erfolgt über den Steuerknopf unterhalb des Displays. Mittels einer kurzen Berührung des touch-sensitiven Knopfes zeigt der Bildschirm des Mi Band 2 die Uhrzeit an. Wiederholt man diesen Vorgang, können weitere Nutzerdaten, u.a. Schrittanzahl, Puls oder die Kapazität des Akkus abgelesen werden. Um die Uhrzeit anzusehen, kann das Display alternativ auch durch das Heben des Armes aktiviert werden. Welche Informationen auf dem Display angezeigt werden sollen, wird in der Mi-Fit-App vom Nutzer konfiguriert. Die Anwendung kann kostenlos im Play Store (ab Android Version 4.4) und im App Store (ab iOS Version 7) heruntergeladen werden – die Unterstützung für Windows Mobile OS fehlt

Die Mi-Fit-App ist übersichtlich gestaltet – als Systemsprache ist Deutsch auswählbar. Insgesamt stehen 3 Hauptseiten zur Auswahl in denen Einstellungen getätigt und Nutzerdaten eingesehen werden können. 

Die Fitness- und Schlafdaten werden anhand des integrierten ADI-Beschleunigungssensors gesammelt. Dieser basiert laut Hersteller auf einem aktualisierten Pedometer-Algorithmus. Die aufgezeichneten Schritte haben wir mit dem integrierten Schrittzähler des Samsung Galaxy S7 Edge und der dazugehörigen S-Health-App verglichen. Das Mi Band 2 zeigte durchweg mehr gegangene Schritte an, allerdings lag die Abweichung zwischen den beiden Geräten bei nur etwa 2-3 Prozent.   

Im Vergleich zu der Schrittangabe hat uns im Test die Pulsmessung mittels des fotoelektrischen Herzfrequenz-Sensors an der Unterseite der Mi-Core-Einheit nicht überzeugt. Zum einen traten oft Messfehler auf, sodass der Puls überhaupt nicht ermittelt wurde. Zum anderen gab das Mi Band 2 nach Fehlmessungen sehr hohe, unrealistische Herzfrequenzen (Ruhepuls >120 bpm) aus. Erst nach zwei oder drei Wiederholungen waren die ausgegebenen Werte auf einem Niveau mit der Pulsmessung des Herzfrequenz-Sensors eines Samsung Galaxy S7 Edge.  

Display

Das OLED-Display des Xiaomi Mi Band 2 besitzt eine Bildschirmdiagonale von gut einem Zentimeter (0,42 Zoll). Einzelne Pixel sind bei genauer Betrachtung erkennbar, das stört bei der Nutzung des monochromen Panels aber wenig. Die genaue Anzahl der Pixel pro Zoll (PPI) konnten wir zum Zeitpunkt des Testberichtes nicht in Erfahrung bringen.

Die Leuchtkraft der organischen Anzeige ist größtenteils ausreichend. Im Außeneinsatz stören jedoch Reflexionen auf der spiegelnden Oberfläche, sodass die Ablesbarkeit des Displays reduziert wird. Bei direkter Sonneneinstrahlung muss das Fitness-Armband teilweise mit einer Hand beschattet werden, um noch etwas erkennen zu können.

Das Display des Mi Band 2 zeigte im Test ein PWM-Flimmern (s. Foto). Dabei wird die Beleuchtung des Bildschirmes periodisch ein- und ausgeschaltet, um die Helligkeit eines Bildschirms zu steuern. Störend empfanden wir es in der alltäglichen Nutzung aber nicht.

Im Außeneinsatz, bedeckter Himmel
Im Außeneinsatz, sonnig

Akkulaufzeit

Der Lithium-Polymer-Akku des Xiaomi Mi Band 2 beträgt laut Produktbeschreibung 70 mAh – auf der Geräteverpackung ist eine Nennladung von 65 mAh angegeben. Laut Hersteller soll die Energieversorgung für eine Standby-Zeit von bis zu 20 Tagen sorgen. Bei einer dauerhaften Bluetooth-Verbindung mit dem Smartphone reduzierte sich die Akkuanzeige unseres Testgerätes um etwa 3 Prozent pro Tag. Dabei war ebenfalls die Überwachung des Schlafes aktiviert, welche laut Xiaomi zu einer Verringerung der Laufzeit führt. Nach einer 7-tägigen Testphase kamen wir auf eine Restakkukapazität von 83 Prozent (Testbeginn: 100%) .  

Pro

+ Preis
+ sehr lange Akkulaufzeit
+ OLED-Display
+ guter Tragekomfort
+ IP67-Zertifizierung

Contra

- Pulsmessung unzuverlässig
- Displayhelligkeit könnte höher sein
- Verfügbarkeit

Fazit

Im Test Xiaomi Mi Band 2. Testgerät zur Verfügung gestellt von Trading Shenzhen.

Xiaomis zweite Generation der Mi Band-Serie überzeugt in unserem Test durch ein starkes Preis-Leistungs-Paket und einen guten Tragekomfort. Im Vergleich zu Fitness-Armbändern anderer Hersteller besitzt das Mi Band 2 einen günstigen Anschaffungspreis und bietet zudem sehr lange Akkulaufzeiten. Bei der Messung des Pulses mittels eines fotoelektrischen Herzfrequenz-Sensors besteht allerdings Optimierungsbedarf. 

„ Für all jene, die bisher noch wegen zu hoher Preise auf einen Fitness-Tracker verzichtet haben, ist das Mi Band 2 sicherlich eine gute Alternative, auch wenn die Verfügbarkeit in Deutschland eingeschränkt ist.“ 

Leider ist die benötigte Mi-Fit-App für Geräte mit Windows Phone OS nicht verfügbar – eine plattformübergreifende Unterstützung wäre wünschenswert gewesen.  


Update 11.07.2016: Für Windows-Mobile-Geräte gibt es die Möglichkeit, das Mi Band 2 mit entsprechenden Funktionen der Mi-Fit-Anwendung via einer Drittanbieter-App „Bind Mi Band“ zu verwenden.

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Autor: Marcus Herbrich,  8.07.2016 (Update: 15.05.2018)
Marcus Herbrich
Marcus Herbrich - Editor
Meine große Leidenschaft liegt seit jeher in den mobilen Technologien, insbesondere Smartphones. Als Technikenthusiast ist die Halbwertszeit meiner Geräte nicht gerade hoch und aktuellste Hardware gerade einmal gut genug – Hersteller oder Betriebssystem spielt dabei eine untergeordnete Rolle, Hauptsache State-of-the-Art