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Ugee UT3: Monströses Tablet mit technischen Defiziten

Ugee UT3 (Bildquelle: Daniel Schmidt)
Ugee UT3 (Bildquelle: Daniel Schmidt)
Das Ugee UT3 überzeugt im Test mit seinem matten 14,25-Zol-Display, inklusive Stiftunterstützung und einem sauber verarbeiteten Aluminium-Unibody. Jedoch zeigt es auch technische Defizite. Wir haben den Test nochmals zusammengefast.

Das Ugee UT3 ist ein ungewöhnliches Tablet, das sich mit seinem 14,25‑Zoll‑Display klar von vielen Konkurrenten abhebt. Schon der erste Eindruck zeigt: Hier dreht sich alles um die Arbeitsfläche. Das große, matte LC‑Panel mit den drei Farbmodi ist der Hauptgrund, dieses Gerät in Betracht zu ziehen. Es erlaubt nicht nur das Schreiben und Zeichnen ohne störende Spiegelungen, sondern bietet auch ein angenehmes, papierähnliches Gefühl. Besonders der „Tintenpapier‑Modus“, der den Look eines eReaders simuliert, macht das Lesen oder Skizzieren über längere Zeit angenehm. Das ist ein starkes Argument in dieser Preisklasse, auch wenn die Farbwiedergabe nicht perfekt kalibriert ist und die Helligkeit höher ausfallen dürfte.

Der mitgelieferte Stift mit 4.096 Druckstufen arbeitet zuverlässig, auch wenn die Latenz von rund 20 ms sicht‑ und spürbar hinter teureren Lösungen zurückbleibt. Für professionelle Grafiker ist das zu träge, doch für Studenten, Hobby‑Künstler oder Notizen im Alltag reicht die Präzision aus. Das voll­laminierte Display vermittelt immerhin ein unmittelbares Schreibgefühl, das an Papier.

Das Ugee UT3 hat ein mattes Display. (Bildquelle: Daniel Schmidt)
Das Ugee UT3 hat ein mattes Display.

Das Gehäuse aus Aluminium wirkt robust und hochwertig, wenngleich die scharfen Kanten bei längerer Nutzung etwas unangenehm auffallen. Mit 760 Gramm ist das Tablet zudem kein Leichtgewicht, liegt aber stabil und verwindungssteif in der Hand. Die Kameraeinheit mittig auf der Rückseite begrenzt das Wackeln am Tisch, liefert in der Praxis aber nur durchschnittliche Ergebnisse: Für Videokonferenzen ausreichend, für Fotos kaum überzeugend.

Technisch spielt das Ugee UT3 klar in der Einsteigerklasse. Der MediaTek Helio G99 schafft alltägliche Aufgaben wie Surfen, Videos oder Textarbeit problemlos, stößt aber bei anspruchsvolleren Anwendungen schnell an Grenzen. Der langsame eMMC‑Speicher und das Single‑Band‑WLAN bremsen zusätzlich, Bluetooth 5.0 und der Verzicht auf Galileo‑Support wirken nicht mehr zeitgemäß. Auf Gaming oder professionelle Workflows sollte man dieses Tablet daher nicht ausrichten.

Positiv hervorzuheben ist der 10.000 mAh große Akku, der im Alltag solide Laufzeiten ermöglicht und sich mit dem beiliegenden Netzteil in gut zwei Stunden wieder vollständig aufladen lässt. Das Betriebssystem basiert auf Android 14 und bleibt weitgehend unverändert, doch über künftige Updates herrscht Ungewissheit.

Am Ende bleibt das Ugee UT3 (hier bei Amazon kaufen) ein spannendes, aber nischiges Angebot: ein großes, mattes Display mit praktischer Stiftunterstützung zu einem fairen Preis. Wer kreative Aufgaben liebt, gerne liest oder einfach großzügige Bildschirmfläche zum Erstellen und Notieren sucht, bekommt hier ein ordentliches Preis‑Leistungs‑Verhältnis. Nutzer, die mehr Leistung, hellere Displays oder längeren Softwaresupport erwarten, sollten sich jedoch anderweitig umsehen.

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Autor: Daniel Schmidt,  8.01.2026 (Update:  6.01.2026)