Notebookcheck Logo
Teaser

Ugreen iDX6011 Pro im Test: NAS-Power mit Desktop-Hardware und KI-Funktionen

Speichergigant mit KI

Wir konnten mit dem Ugreen iDX6011 Pro einen sehr leistungsstarken Netzwerkspeicher mit Desktop-Komponenten, vielen Zusatzfunktionen und zahlreichen Anschlüssen testen. Das Modell weiß zu überzeugen und könnte für bestimmte Nutzergruppen eine einfache Art zur lokalen KI-Nutzung darstellen.
Silvio Werner Veröffentlicht am
Storage NAS AI

Starkes NAS mit Zusatzfunktionen

Das Ugreen iDX6011 Pro ist ein leistungsstarker Netzwerkspeicher mit Desktop-Komponenten, welcher viele Optionen zur schnellen Datenspeicherung bietet und etwa von mehreren Nutzern gleichzeitig genutzt werden kann. Sowohl die Leistung als auch das grundsätzliche App-Angebot überzeugen. Die KI-Funktionen bergen Licht und Schatten: Die Möglichkeiten zur rein lokalen Transkribierung oder auch die Chat-Funktion sind gut, reichen allerdings in Bezug auf die Performance nicht ansatzweise an die von Cloud-Modellen heran. Ist eine Verwendung solcher aus rechtlichen Gründen ausgeschlossen, stellt die Nutzung des iDX6011 Pro durchaus eine Möglichkeit dar, zumal sich Nutzer nicht um die Installation solcher Modelle kümmern müssen. Wer ein schnelles NAS mit vielen Funktionen sucht, ist beim iDX6011 Pro nicht falsch. Ob das Verhältnis zwischen Preis und Leistung stimmt, ist aktuell noch nicht absehbar, da der Vorverkauf verschoben wurde.

Pro

+ hohe Leistung
+ viele Anschlüsse
+ erweiterbar
+ Fernzugriff einfach möglich
+ einfach nutzbare KI-Funktionen...

Contra

- ... mit Einschränkungen
- Arbeitsspeicher nicht erweiterbar

Preis und Verfügbarkeit

Der Preis und die Verfügbarkeit sind die großen Unbekannten: So hat Ugreen aufgrund der starken Volatilität bei den Speicherpreisen den Vorverkauf beziehungsweise die Vorbestellungen gestoppt. Dementsprechend ist auch unklar, zu welchem Preis es das Ugreen iDX6011 Pro geben wird. Vormals wurde eine unverbindliche Preisempfehlung von 2.599 Euro kommuniziert, dieser Preis ist aber dezidiert nicht als aktuell oder gültig zu verstehen.

Ugreen hat mit dem iDX6011 Pro einen neuen Netzwerkspeicher im Angebot, welcher schon auf dem Papier mit einer starken Ausstattung zu beeindrucken weiß. So kommt mit dem Intel Core Ultra 7 255H ein leistungsstarker Prozessor zum Einsatz, welcher auf einen 64 Gigabyte großen Arbeitsspeicher zugreifen kann. Verbaut sind auch Thunderbolt 4 und HDMI.

Spezifikationen

Name Ugreen NASync iDX6011 Pro
Prozessor Intel Core Ultra 7 255H
Arbeitsspeicher 64 GB LPDDR5x, fest montiert
Netzwerkanbindung 2 × 10 GBit/s-Ethernet
Front-Anschlüsse 2 × Thunderbolt 4, SD-Kartenleser
Anschlüsse Rückseite HDMI, OCuLink, 4 × USB
Betriebssystem UGOS Pro
Abmessungen (ca.) 35 × 26 × 22 Zentimeter

Lieferumfang, Hardware, Installation

Im Lieferumfang ist neben dem Netzwerkspeicher noch einiges an Zubehör enthalten. So zählen zwei CAT7-Netzwerkkabel zum Lieferumfang, Kühlkörper für zwei M.2-SSDs, die nötigen Schrauben und zwei Schraubendreher. Das iDX6011 Pro kommt in einem robusten Gehäuse und bietet ein Display, auf welchem sich beispielsweise die aktuelle Hardware-Auslastung anzeigen lässt. Auf der Rückseite gibt es die beiden Ethernet-Ports mit einer maximalen Datenübertragungsrate von 10 GBit/s, dazu kommen HDMI und OCuLink. Thunderbolt 4 gibt es ebenso wie mehrere USB-Anschlüsse im Typ A, ein SD-Kartenleser befindet sich an der Front.

Die beiden Seitenteile lassen sich abnehmen. Auf der rechten Seite ist Platz für die Installation zweier M.2-SSDs, zudem lässt sich eine PCIe-Karte nachrüsten. Für Netzwerkspeicher ist das nicht ganz untypisch. Möglich ist so beispielsweise die Installation einer weiteren Netzwerkkarte. 

Der Netzwerkspeicher kommt mit einem Display
Der Netzwerkspeicher kommt mit einem Display
Hier lassen sich zwei SSDs installieren, in der Mitte der PCIe-Slot
Auf der anderen Seite sind das Netzteil und Kühlsystem verbaut
Die sechs Einschübe für klassische Festplatten
Die Installation der Festplatten ist ohne Werkzeug möglich, abschließen lassen sich diese nicht
Zweimal Ethernet und auch OCuLink und HDMI sind verbaut

Einrichtung

Die Installation geht einfach von der Hand. Die Montage von Festplatten erfolgt wie bei Netzwerkspeichern typisch werkzeuglos, letztlich mit einer Art Hebelmechanismus. Die Festplatten lassen sich zwar sichern, aber nicht gegen mit einem Schloss gegen Diebstahl sichern. Nach dem Anschluss an Strom und Netzwerk wird ein QR-Code auf dem Display angezeigt, die eigentliche Installation erfolgt dann über den Browser oder die entsprechende Windows-App. Verschiedene RAID-Systeme können ausgewählt werden, entsprechende Speicherpools lassen sich erstellen. Während die initiale Installation sehr einfach und auch geführt ist, merkt man dem iDX6011 Pro beim Blick in die Einstellungen schnell an, dass es sich auch um ein System für Profis handelt: So stehen zahllose Möglichkeiten bereit, so kann das Modell natürlich über wsdd2 in ein Netzwerk integriert werden, die Nutzung eines FTP-Dienstes ist ebenso möglich wie der SMB-Dienst. Telnet und SSH werden ebenso unterstützt wie umfangreiche Konfigurationen für Benutzer und Benutzergruppen. Benutzer können sich dann auch über den Windows-Explorer mit Nutzername und Passwort anmelden, damit stehen dann die zugewiesenen privaten und geteilten Ordner bereit. Über das Internet und UgreenLink lässt sich aus der Ferne auf das heimische NAS zugreifen - und zwar nicht nur auf gespeicherte Daten und Medieninhalte. Stattdessen ist es auch möglich, eine virtuelle Maschine nicht nur aus der Ferne zu starten, sondern diese auch zu nutzen. Wie relevant das für Endkunden ist, sei natürlich erst einmal dahingestellt, möglich ist das aber alles. Die Nutzung von UgreenLink ist dabei nicht verpflichtend, ein externer DDNS-Anbieter lässt sich nutzen.

Leistung

Das Ugreen iDX6011 Pro ist bezogen auf die Datenübertragungsraten unauffällig im besten Sinne. Genutzt wurden beide Ethernet-Ports. Mit einem Anschluss wurde der Netzwerkspeicher an das lokale Netzwerk und damit an den Router angeschlossen, der zweite Netzwerkanschluss wurde zur direkten Verbindung mit einer 10-GBit/s-Netzwerkkarte an einem PC verwendet. Das dürfte sehr wahrscheinlich auch die in der Praxis relevante Konfiguration darstellen, wenn eben keine vollständige 10-GBit/s-Netzwerkinfrastruktur vorliegt. In der Praxis lassen sich damit beispielsweise große Videodateien einfach auf die Workstation übertragen, während andere Personen auch über WiFi auf das Gerät zugreifen können. Dann limitiert aber eben nicht nur die Ethernet-Verbindung zwischen NAS und Router, sondern auch die WiFi-Verbindung zwischen Router und Client.

Mit einer M.2 2280-SSD wurde die 10 GBit/s-Verbindung faktisch komplett ausgenutzt, im RAID 5-Modus mit sechs Festplatten ergaben sich lesend ähnliche Datenübertragungsraten. Nicht getestet haben wir die Nutzung bei direkter Verbindung beider Ethernet-Ports (Link Aggregation) oder die Nutzung einer zusätzlichen Netzwerkkarte. Die mit einem Energiemessgerät abgeschätzte Leistungsaufnahme ist je nach Anwendungsfall sehr hoch: Bei gleichzeitiger Belastung einer M.2-SSD, sechs Festplatten und einer gleichzeitig ausgeführten KI-Anfrage sind über 100 Watt erreichbar. Die Nutzung der RAID-Konfiguration kann spürbaren Einfluss auf die Leistungsaufnahme haben: Werden Mediendateien in einem RAID 5 gespeichert, müssen dann auch alle Festplatten aktiv sein. Selbiges gilt für die Installation von Programmen auf einem RAID-Speicherpool.

Viele Apps, viele Funktionen

Das App-Center enthält zwar keine hunderten Apps, allerdings eine doch sehr sinnvolle Auswahl, von denen wir einige kurz besprechen wollen. Mit DLNA lässt sich ein Medienserver aufspannen, der Zugriff war in unserem Test unter anderem von einem Samsung TV völlig unkompliziert möglich. Mit Theater und Jellyfin sind weitere Apps für die Organisation der eigenen Medienbibliothek verfügbar. Der Anschluss eines Displays über HDMI ist möglich, dann lässt sich über die App die Medienwiedergabe steuern.

Weniger unterhaltend, aber produktiv ist Online Office und damit letztlich OnlyOffice. Dieses erlaubt - auch mit mehreren Benutzern über das NAS gleichzeitig - die Bearbeitung von Textdokumenten, Tabellen und Präsentationen. Wer nicht unbedingt vollständige, native Unterstützung für VBA-Makros benötigt, braucht dann im Prinzip kein Microsoft Office mehr. Auch dort ist die Nutzung des Fernzugriffs möglich.

Viele wichtige Apps stehen zum Download bereit
ⓘ Notebookcheck
Viele wichtige Apps stehen zum Download bereit
OnlyOffice erlaubt die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten
ⓘ Notebookcheck
OnlyOffice erlaubt die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten

Virtuelle Maschine und intelligente Fotosuche

Für virtuelle Maschinen gibt es sowohl Docker als auch eine eigene Anwendung mit dem Namen Virtuelle Maschine. Dokker bietet unserer Einschätzung nach natürlich mehr Möglichkeiten, Virtuelle Maschine ist aber sehr einfach konfigurierbar und konnte in unserem Test problemlos Ubuntu und Windows 11 darstellen. Freigabelinks lassen sich auf Knopfdruck erstellen, dann können Nutzer auf die virtuelle Maschine zugreifen. Dafür muss weder ein Ugreen-Konto vorliegen noch anderweitiger Zugriff auf den Netzwerkspeicher gewährt werden.

Fotos ist wenig überraschend eine Galerie-Anwendung. Diese unterstützt verschiedene Galerien und kann etwa die Personen-, Objekt- und Texterkennung nutzen. Die Standortdaten werden ausgelesen, Fotos und Alben lassen sich dann auf einer Karte anzeigen, die Texterkennung funktioniert gut. Es gibt die Möglichkeit, eigene KI-Modelle für die Bilderkennung zu trainieren, was im Test für Bilder von einem Controller gut funktioniert hat.

Sehr nützlich ist die Download-App: Mit dieser lassen sich sehr einfach im Internet gespeicherte Inhalte auf den Netzwerkspeicher laden, und zwar nicht nur solche, die in Cloud-Diensten gespeichert sind. Sinnvoll kann dies beispielsweise sein, wenn Software - möglicherweise auch aus Dokumentationspflichten - lokal gespeichert werden muss  und von dort verteilt werden soll.

Virtuelle Maschinen lassen sich einfach nutzen
Virtuelle Maschinen lassen sich einfach nutzen
Der Zugriff auf virtuelle Maschinen ist sogar über einen Browser von außerhalb des lokalen Netzwerks möglich
Der Zugriff auf virtuelle Maschinen ist sogar über einen Browser von außerhalb des lokalen Netzwerks möglich
Windows 11 und Ubuntu ließen sich völlig problemlos ohne große Konfiguration nutzen
Windows 11 und Ubuntu ließen sich völlig problemlos ohne große Konfiguration nutzen
Die Foto-App beherrscht die Standortanzeige
Die Foto-App beherrscht die Standortanzeige

KI-Transkription überzeugt

Mithilfe einer Anwendung lassen sich Audiodateien transkribieren und auch zusammenfassen. Diese Funktion haben wir im Detail an der Folge 161 des Stayforever-Podcasts evaluiert. Die Podcast-Folge ist knapp 2 Stunden und 30 Minuten lang, das Transkribieren dauerte 10 Minuten. Das Transkript ist sehr brauchbar. Längere Monologe werden zum Teil in zwei Gesprächseinträge aufgeteilt, was allerdings völlig unschädlich ist. Kleinere Abweichungen gibt es, so wurde beispielsweise „wusste dir eigentlich“ statt richtig „wusstet ihr eigentlich” erkannt. Die Sprecherkennung funktioniert zuverlässig, die Namen der Sprecher lassen sich ebenso anpassen wie die Transkripte selbst. Mit einem Klick auf den entsprechenden Text wird der entsprechende Abschnitt abgespielt. Insgesamt ist die Nutzererfahrung sehr gut. Das Transkript lässt sich als formatiertes Docx-Dokument exportieren. Eine Zusammenfassung ist möglich und auch ein Mindmap kann erstellt werden.

Hier gut zu sehen: Lange Passagen werden geteilt. Die Spracherkennung funktioniert grundsätzlich gut.
Hier gut zu sehen: Lange Passagen werden geteilt. Die Spracherkennung funktioniert grundsätzlich gut.

Die Wissensdatenbank ist nützlich, aber alles andere als perfekt

Wir haben die Wissensdatenbank getestet und dafür ein gewisses Verfahren entwickelt. Konkret werden dafür insgesamt 100 PDF-Dateien (insgesamt 31,4 Megabyte) durchsucht, in denen bestimmte Informationen über eine Person versteckt sind, und das sowohl direkt als auch indirekt. Geprüft wird damit, ob Informationen denn erst einmal überhaupt gefunden werden können und das trennscharf. Zudem wird geprüft, ob das System - ganz vereinfacht gesprochen – um die Ecke denkt. Darüber hinaus wird eine Identifikation von Halluzinationen damit möglich, weil wir eine abschließende Liste über alle von uns hinzugefügten Informationen besitzen. Die Analyse der Dokumente dauert im Test rund 35 Minuten und kann im Hintergrund passieren. Die Tasks sind dabei nicht in das Aufgabencenter integriert und Nutzer werden dementsprechend nicht benachrichtigt, wenn die Analyse fertig ausgeführt ist. 

In unserem Testszenario konnte das NAS nicht komplett überzeugen. Mit Qwen3 und damit rein lokal wurden nicht alle Informationen gefunden. Zudem neigt das System zu Halluzinationen. Schwierig: Mit einer Explorer-Suche unter Windows oder sogar der universellen Suche auf dem NAS selbst wären wir hier mit den indizierten PDFs schneller und besser gefahren, hätten dann aber eine nur indirekte Information nicht finden können. Wird eine einzelne, benutzerdefinierte Quelle verwendet (im konkreten Fall eine EU-Verordnung), so sind die Ergebnisse tendenziell besser. Ein solches, einzelnes Dokument kann nach der Analyse entsprechend zur Beantwortung auch komplexerer Fragestellungen herangezogen. Gleichwohl sind die Zeiten für die Bearbeitung einer solchen Anfrage teilweise massiv: So benötigt Perplexity Pro zur Beantwortung einer konkreten, regulatorischen Anfrage auf Grundlage dieser Verordnung keine 10 Sekunden, bei der lokalen Nutzung reden wir meist über Minuten. Die Erstellung eines Rezepts für einen glutenfreien Kirschkuchen rein lokal dauerte dabei 2:30 Minuten. Das auf dem Ugreen-NAS kostenfrei nutzbare gpt-4.1-mini-Modell braucht dafür keine 8 Sekunden. Sehr ungünstig wirkt sich in diesem Fall aus, dass der LLM-Chat nicht im Hintergrund genutzt werden kann. Es ist nur eine Instanz nutzbar. Es ist also nicht möglich, mehrere Anfragen zu stellen und diese dann nach und nach bearbeiten zu lassen. Im Arbeitsalltag kann dies ein echtes Problem sein.

Die rein lokale KI ist durchaus treffsicher
Die rein lokale KI ist durchaus treffsicher
Komplexe Fragen werden beantwortet
Komplexe Fragen werden beantwortet
Die Erstellung eines etwas schwafeligen Rezepts dauerte 2:30 Minuten
Die Erstellung eines etwas schwafeligen Rezepts dauerte 2:30 Minuten

Transparenz

Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.

Teilen Sie diesen Artikel, um uns zu unterstützen. Jeder Link hilft!
Mail Logo

Keine Kommentare zum Artikel

Fragen, Anregungen, zusätzliche Informationen zu diesem Artikel? - Uns interessiert Deine Meinung (auch ohne Anmeldung möglich)!
Keine Kommentare zum Artikel / Antworten

static version load dynamic
Loading Comments
Diesen Artikel kommentieren / Antworten
> Notebook Test, Laptop Test und News > Tests > Sonstige Tests > Ugreen iDX6011 Pro im Test: NAS-Power mit Desktop-Hardware und KI-Funktionen
Autor: Silvio Werner, 18.03.2026 (Update: 18.03.2026)