Xbox: "Disc to Digital" Programm war ursprünglich noch umfangreicher

Seit Asha Sharma die Position von Phil Spencer übernommen hat, steht Microsoft praktisch ununterbrochen im Rampenlicht. Seitdem hat es sowohl intern als auch für die Kunden zahlreiche Veränderungen gegeben. Einige davon verfolgen vor allem geschäftliche Interessen, andere fallen verbraucherfreundlicher aus, etwa das Programm zur Umwandlung von Disc-Spielen in digitale Versionen. Tatsächlich reichen die Vorbereitungen dafür 15 Jahre zurück, wobei das ursprüngliche Konzept deutlich stärker auf die Interessen der Verbraucher ausgerichtet war.
Laut Tom Warren von The Verge hat Microsoft vor der Markteinführung der Xbox One im Jahr 2013 mehrere Pläne verfolgt, die nie umgesetzt worden sind. Einer davon sah eine verbraucherfreundlichere digitale Zukunft vor: Spieler sollten digitale Spiele weiterverkaufen oder verschenken und physische Spiele-Discs im Einzelhandel in digitale Versionen umwandeln können. Dieses Konzept ist bereits 2011 entstanden und hätte eine dauerhafte Internetverbindung der Xbox One vorausgesetzt. Der daraus resultierende Widerstand hat Microsoft dazu veranlasst, die Pläne zurückzunehmen.
15 Jahre in Arbeit
Zur Vorbereitung der Markteinführung der Xbox One hat Microsoft die Discs jedoch mit individuellen Seriennummern versehen. Genau diese ermöglichen es aktuellen Xbox-Konsolen nun, 15 Jahre später, physische Spiele für die Xbox One und neuere Generationen in digitale Versionen umzuwandeln. Microsoft hat bislang keine weiteren Pläne für sein Disc-to-Digital-Programm bekannt gegeben, doch die ursprüngliche Vision dahinter war überraschend verbraucherfreundlich. Ob der Konzern diese Ideen wieder aufgreift, ist derzeit offen.
Anders als Sony hat Microsoft bislang nicht ausdrücklich angekündigt, künftig vollständig auf digitale Spiele zu setzen. Angesichts der möglichen Kosteneinsparungen und der sinkenden Zahl autorisierter Hersteller physischer Datenträger dürfte der Konzern jedoch einen ähnlichen Weg einschlagen. Noch ist unklar, ob Project Helix ebenso wie die PS6 ein Disc-Laufwerk erhalten wird. Möglicherweise werden beide Konsolen keine physischen Datenträger mehr unterstützen.
Ein klarer Weg zum Erfolg?
Microsoft könnte einen Teil seiner Fangemeinde zurückgewinnen, wenn das Digitalisierungsprogramm entsprechend seiner ursprünglichen Zielsetzung umgesetzt wird. Einfach dürfte das allerdings nicht werden. Warren weist zudem auf Lizenzprobleme hin, da die Publisher einer solchen Lösung zustimmen müssen. Viele Spiele nehmen bereits an dem Programm teil, auch große Publisher wie Ubisoft sind inzwischen beteiligt. Einige Unternehmen könnten eine Teilnahme jedoch weiterhin ablehnen. Die Umwandlung von Spielen in digitale Lizenzen bildet lediglich einen Teil des ursprünglichen Konzepts. Für dessen vollständige Umsetzung müsste Microsoft die Publisher auf ein einheitliches Verfahren für den Kauf digitaler Spiele, die Übertragung und den Weiterverkauf von Lizenzen sowie das Verschenken digitaler Titel verpflichten.











