Test Dell Latitude E6400 XFR

Bullet Proof.

Das Dell Latitude E6400 XFR ist die extrarobuste Version des E6400 Business Notebooks und direkter Konkurrent zum Panasonic Toughbook CF-19. Punkten kann das XFR durch die Kompatibilität zum E6400 und die stabile Bauweise. Wie das "Baustellennotebook" im Test abgeschnitten hat, erfahren Sie in folgendem Bericht.

Dell Latitude E6400 XFR im Test
Dell Latitude E6400 XFR im Test

Auf dem Dell Technology Camp konnten wir uns das robuste Dell Latitude E6400 XFR Outdoor Notebook näher ansehen. Die XFR Version des E6400 zeichnet sich durch die Kompatibiltät zur E6400 Serie aus (z.B. für die Firmen wichtige Image Kompatibilität). Außerdem ist es das derzeit einzige nach IP65 spezifizierte Notebook mit starker CPU und dediziertem Grafikchip. Möglich macht dies ein Spritzwasser-fester Ventilator mit Heatpipe Konstruktion - genannt Quad Cool.

Der Quad-Cool Lüfter kühlt nur eine Heatpipe die in das geschlossene System führt.
Der Quad-Cool Lüfter kühlt nur eine Heatpipe die in das geschlossene System führt.

Gehäuse & Design

Das Gehäuse ist deutlich dicker als beim normalen E6400 und aus PR481 gefertig. Dieses spezielle Material wird von Dell als "Ballistic Armor" beschrieben und soll bessere Eigenschaften als eine Magnesium Legierung aufweisen. Haptisch greift sich die Oberfläche an wie eine Mischung aus Metall und Kunststoff. Zusätzlich schützen Gummiumrandungen das massive Gehäuse vor Beschädigungen bei versehentlichem Runterfallen.

Wenn man Hand an das massive Gehäuse des Ruggedized Notebooks anlegt, dann erhält man einen sehr robusten Eindruck. Nur die Bereiche der schützenden Klappen sind nicht ganz sauber befestigt, sonst gibt es jedoch keinen Grund zur Klage. Besonders die massiven Displayscharniere und er Verschluss fallen sofort auf.

Beim Design erinnert das E6400 XFR eher an einen Panzer als an ein Notebook. Jedoch sollte man zur Ehrenverteidigung sagen, dass es eher ein schicker flotter Radpanzer als ein schwerer Kettenpanzer ist ;).

Leider ist das Gewicht des Outdoor Laptops auch mit einem kleinen Panzer vergleichbar. Mit fast 4 kg mit dem kleinen Akku, ist der integrierte Tragegriff sehr hilfreich.

Die mit Gummi geschützten Ecken beinhalten Muttern an der Vorderseite, in denen man einen Umhängegurt fixieren kann.
Die mit Gummi geschützten Ecken beinhalten Muttern an der Vorderseite, in denen man einen Umhängegurt fixieren kann.

Anschlussausstattung

Die Anschlussausstattung des XFR orientiert sich am normalen E6400 und nötigt den User zu keinerlei Kompromissen. Als Highlights findet man einen Displayport, eSATA, UMTS, RFID Reader, Fingerprint Reader und ein SD Card Reader. Für den Desktop Einsatz bietet das E6400 XFR einen Dockingstation Anschluss. Mit einem kleinen Adapter (welcher wegen des tieferen Gehäuses verwendet werden muss) können alle normalen Docking Stations der Latitude E Serie verwendet werden.

Die Anschlüsse sind durch Klappen gegen Wasser und Staub geschützt.
Die Anschlüsse sind durch Klappen gegen Wasser und Staub geschützt.

Eingabegeräte

Die Tastatur des Latitudes kann in zwei verschiedenen Varianten geordert werden. Eine "normale" mit Hintergrundbeleuchtung der Tasten und für den Einsatz in Extremumgebungen eine aus Gummi gefertigte. In unserem Testgerät befand sich das "normale" Keyboard welches sich bei Benutzung minimal durchbog. Die einzelnen Tasten ware normal groß und boten einen weichen Anschlag. Insgesamt war ein flüssiges 10-Fingerschreiben sofort möglich.

Als Mausersatz bietet das E6400 XFR ein Touchpad und einen Trackpoint. Der Trackpoint war im Test etwas überempfindlich und dadurch etwas unangenehm in der Benutzung. Hier sollte Dell einen genauen Blick zu den Lenovo Thinkpads werfen. Ein weiterer Nachteil des Trackpoints ist das Fehlen von dedizierten Tasten. Es müssen hier die Tasten des Touchpads verwendet werden.

Das Touchpad des robusten Laptops ist sehr klein ausgefallen, bietet jedoch gute Gleiteigenschaften. Im installierten Windows 7 Preview war der Zeiger (trotz max. Gewschwindigkeitseinstellung) sehr langsam. Die gummierten Touchpadtasten boten ein weiches Feedback und sprachen überall gut an.

Tastatur, Trackpoint und Touchpad beim XFR
Tastatur, Trackpoint und Touchpad beim XFR

Bildschirm

Der für den Ausseneinsatz konzipierte matte und helle Bildschirm ist etwas körnig.
Der für den Ausseneinsatz konzipierte matte und helle Bildschirm ist etwas körnig.

Das aussen-taugliche 14.1" Display bietet lediglich eine WXGA Auflösung (1280x800 Pixel) und dadurch nicht sonderlich viel Platz auf dem Schirm. Beim Ausseneinsatz würde eine feinere Auflösung jedoch eventuell weniger Sinn machen. Auffallend war die etwas "grobkörnige" Darstellung des Bildschirms. Um die Darstellung bei Sonneneinstrahlung zu optimieren, hat Dell anscheinend etwas die Darstellung in Innenräumen verschlechtern müssen.

Die maximale Helligkeit des Bildschirms kann überzeugen und ist auch auch für Ausseneinsätze ausreichend. Optional ist der Bildschirm auch als Touchscreen-Variante erhältlich.

Performance

Dank der performanten Ausstattung, kann das Dell Latitude E6400 XFR auch anspruchsvolle Anwendungen ohne Probleme ausführen. Die Quad Cool Kühllösung erlaubt den Einsatz von einer starken CPU (z.B. in unserem Sample ein Core 2 Duo P9600) und auch eine dedizierte Business Grafikkarte vom Typ Quadro NVS 160M kann eingesetzt werden. In unseren Benchmarktests erreichte die verbaute Hardware die erwarteten guten Resultate und auch im Akkubetrieb steht die volle CPU Leistung zur Verfügung.

Die Quadro NVS 160M ist eine Einstiegsgrafikkarte von Nvidia und auf Statbilität optimiert. Im Vergleich zur ebenfalls erhältlichen integrierten Grafikkarte von Intel (GMA 4500MHD), ist die Leistung deutlich höher. Für anspruchsvolle 3D Anwendungen oder Spiele reicht sie jedoch nicht.

3D Mark
3DMark 06
 1280x800
1841 Punkte
Hilfe
Cinebench R10 Rendering Single 32Bit
2971
Cinebench R10 Rendering Multiple CPUs 32Bit
5507
Cinebench R10 Shading 32Bit
2663
Hilfe
Cinebench R10 Rend. Multi (32bit) im Vergleich
Lenovo IdeaPad S12 (min)
 N270, GeForce 9400M (G) / ION (LE)
482
   ...
Lenovo IdeaPad Z585
 A10-4600M, Radeon HD 7660G + HD 7670M Dual Graphics
5495
Lenovo B570e-N2F23GE
 B960, HD Graphics (Sandy Bridge)
5500
Dell Latitude E6400 XFR
 P9600, Quadro NVS 160M
5507
MSI S30-i3U465 Slim
 3217U, HD Graphics 4000
5512
Acer Aspire 8942G-334G64Mn
 330M, Mobility Radeon HD 5650
5512
   ...
Eurocom Panther 5D (max)
 E5-2697 v2, Quadro K5100M
34776

Emissionen

Die Temperaturentwicklung der Oberflächen war im Test positiv. Auch nach unserem kleinen Benchmarkparkour blieben die Handballenauflagen kühl.

Die Lautstärke des verbauten Lüfters konnten wir aufgrund des Umgebungslärms nicht ausführlich testen. Während normaler und niedriger Last bleibt der verbaute Lüfter unauffällig. Nur unter Volllast dreht der Lüfter auf und kann auch durchaus laut werden.

Die neben der Tastatur verbauten Stereolautsprecher sind aufgrund des Spritzwasserschutzes etwas eingeschränkt in der Klangdarstellung. Für Sprache und Systemklänge sind sie jedoch ausreichend.

Der Quad-Cool Lüfter zieht die Luft von der Unterseite an.
Der Quad-Cool Lüfter zieht die Luft von der Unterseite an.

Akkulaufzeit

Das E6400 XFR wird normalerweise mit einem 6-Zellen Akku geliefert. Optional kann man noch einen 12-Zellen Akku zusätzlich unterschnallen, der die Laufzeit verdreifachen sollte. Der integrierte Akku sollte etwa 3 Stunden Laufzeit bescheren. Hier verringern die starke CPU und die dedizierte Grafikkarte die Laufzeit (die Konkurrenz verwendet meistens ULV Prozessoren). Für mobile Benutzer ohne Steckdosenoption sollte also der (schwere) Zusatzakku eingeplant werden.

Fazit

Das Dell Latitude XFR E6400 ist ein robustes Businessnotebook für den Ausseneinsatz. Es glänzt durch die performante Hardwareausstattung, Kompatibilität zur normalen Latitude E Serie bei Einhaltung der IP65 Standards (geschützt gegen Spritzwasser z.B.).

Durch den starken Prozessor und die dedizierte Grafiklösung leidet jedoch die Akkulaufzeit mit dem integrierten 6-Zellen Akku etwas. Der optionale 12-Zellen Akku zum Unterschnallen sollten mobile User auf Alle Fälle andenken.

Das helle 14" Display ist voll Ausseineinsatz tauglich, jedoch muss man mit einer etwas groben Darstellung leben.

Mit über 4000 Euro ist unser Testmodell alles andere als ein Schnäppchen, jedoch muss man solche Größenordnungen für ein performantes und robustes Ruggedized-Notebook leider einrechnen.

Dell Latitude E6400

Datenblatt

Dell Latitude E6400 XFR

:: Prozessor
:: Mainboard
Intel PM45
:: Speicher
4096 MB, DDR2-800 6-6-6-18
:: Grafikkarte
NVIDIA Quadro NVS 160M - 256 MB, Kerntakt: 580 MHz, Speichertakt: 400 MHz, 186.21
:: Bildschirm
14.1 Zoll 16:10, 1280x800 Pixel, wide-aspect transmissive DirectVue, spiegelnd: nein
:: Festplatte
Samsung RBX Series 6, 64 GB
:: Soundkarte
IDT 92HD71B7 @ Intel 82801IB ICH9 - High Definition Audio Controller
:: Anschlüsse
1 Express Card 54mm, 3 USB 2.0, 1 Firewire, 1 VGA, 1 DisplayPort, HDA CX11270 56K Modem, 1 Kensington Lock, 1 eSata, 1 Docking Station Anschluss, Audio Anschlüsse: Headphones, Microphone, Card Reader: SD Card Reader, RFID, Fingerprint, TPM Chip
:: Netzwerkverbindungen
Intel(R) 82567LM Gigabit Network Connection (10/100/1000MBit), Intel Wireless WiFi Link 5100 AGN (a b g n ), Dell Wireless 370 Bluetooth
:: Optisches Laufwerk
HL-DT-ST CDRWDVD MU10N
:: Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe (in mm): 56 x 353 x 293
:: Gewicht
3.87 kg
:: Akku
Lithium-Ion, 6-cell or 12-cell battery
:: Preis
4160 Euro
:: Betriebssystem
Microsoft Windows Vista Business 32 Bit
:: Sonstiges
12 Monate Garantie

 

Pro

+Sehr robuste Bauweise
+IP65 Zertifizierung
+Außentauglicher matter Bildschirm
 

Contra

-Hoher Kaufpreis
-Hohes Gewicht
-Körnige Bilddarstellung

Dell Inspiron E6400 XFR
Dell Inspiron E6400 XFR

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Autor: Klaus Hinum (Update:  6.06.2013)