Notebookcheck

Notebook Kaufberatung

Worauf ist beim Kauf eines neuen Notebooks zu achten? Welche Features sind notwendig und empfehlenswert, worauf kann hingegen verzichtet werden? Diese und weitere Fragen soll unser Artikel klären und Sie bei der Auswahl ihres nächsten Notebooks unterstützen.

Allgemeine Notebook Kaufberatung

Die Auswahl ist schier endlos: Der heutige Notebook-Markt bietet vom preiswerten Netbook im 10-Zoll-Format bis hin zum 18-zölligen DTR (Desktop-Replacement) für nahezu jeden Einsatzzweck das perfekte Gerät - man muss es nur finden.

In einem ersten Schritt sollte der Käufer darum seine spezifischen Bedürfnisse erörtern, anhand derer sich die am besten geeignete Geräteklasse bestimmen lässt. Wertvolle Tipps dazu liefert unser Notebook Hardware Guide, in dem wir auch einen detaillierten Blick auf einzelne Hardwarekomponenten werfen. Dieser Artikel befasst sich dagegen mit den „Softskills“ eines Notebooks, also allen allgemeinen Aspekten, die beim Kauf eines Gerätes von Bedeutung sind.

Sollten Sie konkrete Fragen zu Modellen oder technischer Natur haben, wenden Sie sich am Besten in unserem Forum an unsere bestens informierte und hilfsbereite Community.

Gehäuse und Anschlussausstattung

wichtig: Stabilität und Verarbeitung...
wichtig: Stabilität und Verarbeitung...
...robuster Klappmechanismus...
...robuster Klappmechanismus...
...und gerne auch hochwertige Leichtmetalle
...und gerne auch hochwertige Leichtmetalle

Das Gehäuse des Notebooks ist quasi wie die Karosserie eines Autos. Neben den optischen Eindrücken und dem Design spielen vor allem Aspekte wie Materialien, Verarbeitung und daraus folgend die Haltbarkeit des Gerätes eine wichtige Rolle. Gerade dieser Punkt sollte für den Käufer im Vordergrund stehen, da ein schnell alterndes, knarrendes und zerkratztes Gerät von keiner Garantie abgedeckt wird. Klar ist aber auch: Ein preiswertes Einstiegsgerät wird kaum auf hochwertige und stabile, aber ebenso kostspielige Leichtmetalle oder Verbundwerkstoffe setzen. In der Regel dominieren hier einfache Kunststoffe, doch auch unter diesen kann es beträchtliche Qualitätsunterschiede geben.

Sollten Sie die Möglichkeit haben, zum Beispiel in einem Elektrofachmarkt eine Reihe von Geräten direkt miteinander vergleichen zu können, untersuchen Sie die Notebooks bezüglich Verformungen bei geringen Druckbelastungen, auffälligen Spaltmaßen und auch Knarrgeräuschen beim Hantieren mit dem Gerät. So sollte zum Beispiel das Anheben eines Gerätes mit einer Hand im Bereich der Handballenauflage kein Problem darstellen und auch keine Verwindungen hervorrufen. Sie werden sehen: Die Unterschiede zwischen einzelnen Modellen sind zum Teil enorm. Weder der Preis - auch teure Modelle können schlecht verarbeitet sein - noch ein wohlklingender Markenname müssen dabei ein Garant für Qualität sein.

Einen Schwachpunkt vieler Geräte stellt das Display dar, genauer gesagt vor allem die Scharniere zwischem dem Deckel und der Basiseinheit. Dieser über die gesamte Lebensdauer eines Notebooks intensiv mechanisch beanspruchte Teil sollte nach Möglichkeit besonders massiv ausgeführt sein. Sollten die Gelenke bereits im Auslieferungszustand stark nachwippen, steht zu befürchten, dass sie das Display nach jahrelanger Nutzung nicht mehr zuverlässig in Position halten können.

Plant man sein Notebook gelegentlich ohne zusätzliche Hülle zu transportieren, sollte das Gerät mit einem zuverlässigen Verschlusssystem ausgestattet sein, um so dem empfindlichen (und teuren) Display im zugeklappten Zustand Schutz bieten zu können - man stelle sich vor, welchen Schaden ein zwischen Display und Tastatur eingeklemmter Stift anrichten könnte. Viele Hersteller sind mittlerweile allerdings dazu übergegangen, auf eine solche Sicherung zu verzichten.

Anschlüsse und Ports

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Anzahl und Art der gebotenen Anschlüsse sowie die Positionierung selbiger. Dieser Punkt hängt eng mit dem geplanten Einsatz des Gerätes zusammen. Was plane ich anzuschließen? Welche Erweiterungsmöglichkeiten will ich mir offen lassen? Wo betreibe ich mein Notebook, eher unterwegs oder zum Großteil am Schreibtisch? Nachfolgend wollen wir kurz die wichtigsten modernen Schnittstellen vorstellen.

USB 3.0
USB 3.0
fast ausgestorben: eSATA
fast ausgestorben: eSATA

USB-Ports: Wie schon der Name sagt (Universal Serial Bus), hat sich USB in der heutigen Zeit als universeller Anschluss für eine Vielzahl verschiedener Peripheriegeräte etabliert. Dazu zählen Drucker, Scanner, externe Festplatten, externe TV Karten, Bluetooth- oder WWAN-Adapter, Mäuse, Tastaturen, Gamepads und Lenkräder, USB Sticks, Digitalkameras, Smartphones, MP3-Player und noch eine Menge mehr.

Natürlich wird man all diese Geräte kaum zeitgleich anschließen; sollte das Notebook jedoch nur sehr wenige Ports bieten (oftmals bei schlanken Subnotebooks oder Ultrabooks der Fall), wird man womöglich nicht um den lästigen Einsatz eines USB-Hubs umhinkommen.

Weiterhin ist darauf zu achten, dass verschiedene, abwärtskompatible Versionen des USB-Standards existieren, die sich unter anderem in der möglichen Übertragungsgeschwindigkeit unterscheiden. Die derzeit schnellste Variante USB 3.0 ("Super Speed") erreicht in der Praxis Datenraten von knapp 300 MByte/s und somit etwa die zehnfache Geschwindigkeit des Vorgängers USB 2.0, wovon insbesondere schnelle USB-Sticks oder andere externe Datenträger profitieren. Frühere Schnittstellen wie FireWire, eSATA oder der ExpressCard-Slot wurden durch USB 3.0 mittlerweile vom Markt verdrängt.

Übrigens: Viele Hersteller verbauen spezielle "powered USB"-Ports, die auch bei ausgeschaltetem Notebook ein Smartphone aufladen können. Wer Wert auf dieses praktische Feature legt, sollte beim Kauf besonders darauf achten.

Audio

Audio Anschlüsse: Obwohl bereits Jahrzehnte alt, ist die klassische Klinkenbuchse (typischerweise im 3,5-Millimeter-Format) aus keinem modernen Notebook wegzudenken. Sie dient zum Anschluss von Kopfhörern oder Mikrofonen, wird oftmals aber auch in einer gemeinsamen Headset-Schnittstelle kombiniert.

Die bestmögliche Tonqualität sowie Mehrkanal-Sound bietet allerdings die digitale Übertragung, welche in der Regel über den Displayausgang (HDMI, DisplayPort) erfolgt. Neben unkomprimierten PCM-Signalen können auch die Blu-ray-Formate Dolby TrueHD oder DTS-HD an einen geeigneten Receiver weitergeleitet und von dort ausgegeben werden - und das, je nach Standard, mit bis zu 192 kHz, 24 Bit Auflösung und 7.1 Kanälen.

HDMI
HDMI
DisplayPort
DisplayPort

Bildausgänge: Ob nun ein externer Monitor, ein Beamer oder aber auch ein TV Gerät, alle können über verschiedene Displayausgänge mit dem Notebook verbunden werden. Folgende Anschlussmöglichkeiten stehen zur Verfügung:

Besonders im Consumerbereich hat die HDMI-Schnittstelle eine ausgesprochen große Verbreitung. Bis Version 1.2 ist dieser Anschluss allerdings nur für Auflösungen bis maximal 1.920 x 1.200 Pixel geeignet. Obwohl neuere Standards diese Limitierung aufgehoben haben und nun sogar 2160p (auch 4K2K genannt) erlauben, akzeptieren viele hochauflösende Monitore Treiber- beziehungsweise softwarebedingt per HDMI maximal die einfache FullHD-Auflösung.

Abhilfe leistet da der (Mini-) DisplayPort, der auch 30-Zoll-Displays mit typischerweise 2.560 x 1.600 Pixeln (oder mehr) ansteuern kann. Mittlerweile wird der DisplayPort indirekt von der mechanisch und elektrisch abwärtskompatiblen Thunderbolt-Schnittstelle abgelöst, welche zusätzliche Protokolle wie PCI-Express unterstützt und damit auch in Konkurrenz zu USB tritt.

Analoge Bildausgänge wie VGA werden dagegen immer seltener verbaut und sind nur noch für wenige Anwendungsfälle, beispielsweise den Anschluss eines älteren Beamers, bedeutsam. Eine hochwertige Signalqualität ist leider nicht immer selbstverständlich, was in störenden Geisterbildern, Unschärfe oder Flimmern resultieren kann.

RJ-45 LAN
RJ-45 LAN
WLAN (Mini-PCIe)
WLAN (Mini-PCIe)

LAN und WLAN: Mit Ausnahme einiger besonders dünner Ultrabooks gehört die Gigabit-LAN-Schnittstelle zur Standardausstattung der meisten Notebooks. Mit einer hohen Übertragungsrate von über 100 MByte/s sowie einer ausgezeichneten Verbindungsstabilität ist der Netzwerkanschluss für viele Anwender noch immer unabdingbar.

Deutlich bequemer und gerade bei einem mobil genutzten Gerät mindestens ebenso wichtig ist die WLAN-Verbindung eines Laptops. Neben den älteren Standards 802.11a/b/g ist vor allem die Version 802.11n besonders weit verbreitet. Je nach Anzahl der Antennen und Übertragungs-Streams erreicht die Bruttodatenrate hier Werte zwischen 150 und 600 MBit/s, wovon real allerdings nur knapp ein Drittel übrig bleibt. Neben der Geschwindigkeit sollte der Käufer auch darauf achten, ob sowohl das 2,4-GHz- als auch das 5-GHz-Frequenzband unterstützt wird (falls benötigt).

Mit dem neuen Funkstandard 802.11ac, der in einer Vorab-Version (draft) bereits seit Anfang 2012 am Markt zu finden ist, stößt die WLAN-Technik erstmals in den Gigabit-Bereich vor. Eine vollständige Marktdurchdringung wird jedoch nicht vor dem Jahr 2014 erwartet.

UMTS-Modul
UMTS-Modul

Bluetooth und WWAN: Neben WLAN verfügen viele Notebooks auch über Bluetooth, meist bereitgestellt von derselben Mini-PCIe-Karte. Dieser Funkstandard hat sich vor allem für den Anschluss von Peripheriegeräten wie Mäusen, Tastaturen oder Smartphones etabliert. Derzeit aktuell ist die 2010 verabschiedete Version 4.0, welche sich unter anderem durch spezielle Energiespar-Features sowie höhere Geschwindigkeiten von ihren Vorgängern unterscheidet.

Im Consumer-Bereich seltener ist dagegen ein zusätzliches WWAN-Modul. Je nach Modell wird neben UMTS sowie dessen Erweiterung HSPA(+) auch der schnellere LTE-Funk unterstützt. Hier sollten Käufer darauf achten, dass der verbaute Adapter möglichst alle gängigen Frequenzbänder beherrscht (Deutschland: 800, 1800 und 2600 MHz), ansonsten lässt sich der Daten-Turbo nur an bestimmten Orten oder mit bestimmten Providern nutzen.

unnötig: Kabelsalat durch ungünstige Aufteilung
unnötig: Kabelsalat durch ungünstige Aufteilung

Die optimale Anordnung aller kabelgebundenen Anschlüsse ist eine Mischung aus subjektiven Präferenzen und praktischer Anwendung. So spielt es eine wichtige Rolle, ob der Benutzer des Notebooks ein Links- oder ein Rechtshänder ist. Sind auf der Seite, wo man mit der Maus navigiert, eine Reihe von Anschlüssen untergebracht - die möglicherweise auch ständig belegt werden -, wird es immer wieder zu Konflikten durch den auftretenden Kabelsalat kommen.

Entscheidend bei diesen Überlegungen sollte sein, welche Anschlüsse wie oft beziehungsweise wie lange belegt sind und wo diese demnach am wenigsten stören. In diesen Bereich fällt auch die Lage des Luftauslasses des Lüfters. Die warme Abluft mag vielleicht im Winter ganz angenehm sein, doch kehrt sich dies in den Sommermonaten schnell ins Gegenteil um.

Eingabegeräte

Nicht minder wichtig ist die Qualität und Benutzerfreundlichkeit der Eingabegeräte. Darunter fallen neben der klassischen Tastatur auch ein eventuell vorhandener Ziffernblock (Num-Pad) sowie diverse Zusatztasten und Schnelltasten, beispielsweise zur Steuerung eines Mediaplayers. Hinzu kommen das Touchpad samt Maustasten sowie ein je nach Ausstattung vorhandener Trackpoint. Außerdem zählen auch mechanische Schalter (Funkverbindungen on/off) und Regler (Lautstärke) zu dieser Kategorie.

Chiclet-Tastatur
Chiclet-Tastatur
Ziffernblock
Ziffernblock
teilweise verkleinerte Tasten
teilweise verkleinerte Tasten

Tastatur

Auch wenn es Ihnen vielleicht noch nicht aufgefallen ist: Tastaturlayouts können grundverschieden aufgebaut sein. Besonders nervig kann diese Tatsache beim Wechsel der Herstellermarke werden, wenn man plötzlich mit der unterschiedlichen Lage von zum Beispiel FN, Entf, Alt und Cursortasten konfrontiert wird. In der Regel gewöhnt man sich jedoch nach einigen Wochen an eine derart veränderte Tastatur.

Es kommt außerdem relativ oft vor, dass einzelne Tasten vergleichsweise klein ausfallen. Besonders davon betroffen sind immer wieder die Leertaste, Strg, Alt, AltGr, Shift, die Enter Taste und auch die Cursortasten. Dies ist, wie man meinen möchte, nicht nur bei Subnotebooks mit insgesamt kleinen Abmessungen der Fall, sondern auch bei großen Desktop-Replacements (ab 17 Zoll Displaydiagonale) zu beobachten.

Last but not least ist natürlich auch das Druckgefühl beim Schreiben marken- und modellspezifisch sehr unterschiedlich. Die Bandbreite reicht von langen, weichen, Desktoptastatur-ähnlichen Hubwegen bis zu besonders kurzen und harten Anschlägen. Auch die Ausformung der einzelnen Tasten kann beim Komfort eine entscheidende Rolle spielen. Besonders kantige, plane Tasten wirken zwar optisch attraktiv, sind aber unter Umständen nicht sonderlich benutzerfreundlich. Im Zuge des Trends zum Chiclet-Design werden ergonomisch geformte Tasten mit konkaver Oberfläche leider immer seltener.

Neben all diesen Punkten ist natürlich auch auf Verarbeitungsmängel der Tastatur zu achten. Zu den häufigsten Kritikpunkten zählt eine nicht über die ganze Fläche satt aufliegende Tastatur und ein folgendes Klappern oder Durchbiegen dieser beim Schreiben. Unter Umständen kann es auch zu schlechtem Ansprechverhalten oder sogar zum Hängenbleiben einzelner Tasten kommen.

Touchpad / Trackpoint
Touchpad / Trackpoint
optionale Zusatztasten
optionale Zusatztasten

Touchpad/Trackpoint

Die auch als Mausersatz bezeichneten Eingabegeräte dienen, wie der Name schon sagt, zur Steuerung des Mauszeigers am Bildschirm. Auch wenn diese meist nur sporadisch im mobilen Einsatz verwendet werden, so ist auch ihre Funktionalität und Anwenderfreundlichkeit zu beurteilen.  Beurteilungskriterien sind das Ansprechverhalten, die Präzision der Steuerung, die intuitive Bedienbarkeit, die Positionierung sowie die Beschaffenheit der Oberfläche. Features wie die Unterstützung von Multitouch-Gesten oder ein Handflächensensor sind mittlerweile selbst bei günstigen Modellen Standard. Die zugehörigen Maustasten werden bei vielen neueren Notebooks direkt in die Eingabefläche integriert, was ergonomisch leider nicht immer von Vorteil ist.

Zusatztasten und Schalter

Immer mehr Geräte bieten neben Tastatur und Touchpad eine Reihe von Sondertasten, mit denen verschiedenste Softwarefunktionen direkt gesteuert werden können. Auch Schalter zur Deaktivierung von WLAN und Bluetooth sowie verschiedenste Ausformungen zur Lautstärkeregelung sind zu finden. Inwieweit solche Tasten Sinn machen beziehungsweise vom User auch benutzt werden, sollte jeder für sich selber entscheiden.

Display

Für viele vermutlich eines der wichtigsten Kaufkriterien ist das Display. Gerade Office-Geräte, vor denen man täglich 8-10 Stunden oder länger verbringt, sollten mit einem ausgezeichneten Display ausgestattet sein. Grundsätzlich werden Displays mit einer spiegelnden (glare) Oberfläche und in solche mit einer spiegelfreien oder aber auch matten Oberfläche (non-glare) unterschieden. Die Entspiegelung wird dabei durch eine Art Aufrauung der Displayoberfläche erreicht, wobei die entstehenden Prismen an der Oberfläche die auftretenden Reflexionen zerstreuen. Manche Hersteller bringen auch eine Spezialbeschichtung auf ihre an sich spiegelnden Displays auf, um Reflexionen zu mindern. 

mattes Display im Freien
mattes Display im Freien
spiegelndes Display
spiegelndes Display

Neben der persönlichen Vorliebe sollten folgende Erfahrungswerte bei der Entscheidung ob spiegelnd oder matt berücksichtigt werden:

  • spiegelnde Displays wirken bezüglich Farbdarstellung subjektiv oft besser
  • matten Displays genügt eine durchschnittliche Helligkeit (ab 200 cd/m²) um für den Betrieb im Freien geeignet zu sein
  • spiegelnde Displays sind nur bei sehr hoher Leuchtdichte außentauglich; auftretende Reflexionen erschweren die Ablesbarkeit
  • störende Reflexionen sind auch in Innenräumen möglich, beispielsweise durch helle Lampen oder Fensternähe
  • Displays mit spiegelnden Oberflächen ermüden bei längerer Benutzung den Anwender eher als matte Displays

Das Format und die Auflösung des Displays sind einerseits bedingt durch die gewählte Größe des Gerätes, andererseits abhängig vom Wunsch des Benutzers und der Verfügbarkeit im jeweiligen Modell. Grundsätzlich hat sich das 16:9-Format als Standard etabliert, von dem nur wenige Notebooks nach unten (16:10) oder oben (selten: 21:9) abweichen. Früher gängige Displays mit einem Seitenverhältnis von 4:3 sind nahezu ausgestorben.

In Verbindung mit der Auflösung lässt sich für jede Bildschirmdiagonale die Pixeldichte bestimmen. Preiswerte Geräte (15,6" mit 1.366 x 768, 17,3" mit 1.600 x 900 Pixeln) erreichen oftmals nur gut 100 dpi, was eine dementsprechend grobpixelige Darstellung ergibt. Mittlerweile sind in höheren Preisklassen jedoch auch deutlich feiner aufgelöste Displays erhältlich, die beispielsweise 1.920 x 1.080 Pixel auf einer Diagonale von nur etwa 12 Zoll unterbringen. Je nach Anwender kann dies allerdings eine Anpassung des Schriftgrades des Betriebssystems erfordern.

blickwinkelstabiles IPS-Panel
blickwinkelstabiles IPS-Panel

Die Blickwinkelstabilität spielt besonders bei mobilen Geräten eine entscheidende Rolle, da bei dieser Geräteklasse die optimalen Blickwinkel oft nicht eingehalten werden können. Daher ist ein möglichst großer vertikaler und horizontaler Blickwinkel von Vorteil, um maximale Bewegungsfreiheit bei bester Bildqualität gewährleisten zu können. Bei zu starker Abweichung von dem möglichen Betrachtungskegel kann es vor allem bei günstigen TN-Panels zu einer deutlichen Verdunklung oder Aufhellung des Displays, einer Verfälschung der Farbdarstellung, oder aber auch zu auftretenden Spiegelungen kommen. Besser schlagen sich dagegen IPS-Panels, wie sie bei den meisten Tablets verbaut werden.

Ein weiterer Vorteil der IPS-Technologie liegt in dem besonders hohen Kontrastverhältnis, welches entsprechende Displays erreichen können. Insbesondere TN-Panels von preiswerten Einstiegsgeräten können da meist nicht mithalten, was in einer weniger satten Schwarzdarstellung und einem insgesamt weniger lebendigen Bildeindruck resultiert - darunter leidet vor allem die Wiedergabe von Filmen oder Spielen. Wer häufig professionell mit Programmen wie Photoshop arbeitet, sollte zudem speziell auf eine hohe Farbtreue sowie einen großen Farbumfang nach sRGB- beziehungsweise AdobeRGB-Standard achten. All diese Informationen stellen wir Ihnen in unseren ausführlichen Reviews bereit.

Ein wichtiger und viel diskutierter Punkt bei TFT-Displays sind so genannte Pixelfehler. Dabei gibt es verschieden Typen von Fehlern, die sich praktisch in ihrer „Farbe“ unterscheiden. So kann ein ständig leuchtender weißer oder schwarzer Pixelfehler im Zentrum des Displays den genervten Benutzer bis zur Weißglut bringen. Nahezu alle verbauten TFT-Displays sind Vertreter der Pixelfehlerklasse 2. Das heißt, dass mit einer gewissen Toleranz an Pixelfehlern zu rechnen ist. Manche Hersteller bieten eine „Null-Pixelfehler Garantie“, während bei anderen eine gewisse Toleranz an Fehlern in den Garantiebestimmungen festgehalten wird. Wenn Sie sicher gehen wollen, dass Ihr Gerät frei von Fehlern ist, dann sollten Sie Ihr Gerät entweder vor dem Kauf  unter die Lupe nehmen (in Elektro-Großmärkten durchaus möglich), oder aber beim Onlinekauf von der zweiwöchigen verpflichteten Umtauschfrist Gebrauch machen. Dennoch besteht die Möglichkeit, dass Fehler ohne ersichtlichen Grund auch erst einige Monate bzw. Jahre nach dem Kauf auftreten.

Convertible mit drehbarem Touchscreen
Convertible mit drehbarem Touchscreen

Während Touchscreens im Notebookbereich lange Zeit eine absolute Ausnahme darstellten, hat ihre Verbreitung mit der Vorstellung von Windows 8 wieder zugenommen. Die überarbeitete Benutzeroberfläche des Betriebssystemes ist erstmals auch für eine Bedienung mit dem Finger optimiert, was sowohl in klassischen Notebooks oder Ultrabooks als auch bei Convertibles genutzt wird. Letztere Geräteklasse stellt einen Hybrid aus Notebook und Tablet dar, bei dem sich das Display rückwärts auf die Tastatur klappen lässt. Ein zusätzlicher Eingabestift gehört meist nur bei Business-Modellen zum Lieferumfang.

Leistung

Was für den Einen das A und O bei der Gerätewahl ist, steht bei Anderen kaum zur Diskussion: Die Leistung des Notebooks. Als Hauptkomponenten für die Performance verantwortlich sind der Prozessor (CPU) und die Grafikkarte (GPU). Welche Kombination für welche Leistungsanforderungen sinnvoll ist, entnehmen Sie bitte unserem Notebook Hardware Guide.

Informationen über verschiedene Notebook-Grafikkarten finden Sie in unserem Vergleich mobiler Grafikkarten, sortierbare Leistungsdaten von Notebookgrafikkarten bietet unsere Grafikkarten-Benchmarkliste. Detaillierte Infos bezüglich mobiler Prozessoren können Sie unserem Vergleich mobiler Prozessoren sowie der Benchmarkliste für mobile CPUs entnehmen.

Emissionen

Gerne vernachlässigt, aber doch wesentlich sind die Emissionswerte eines Notebooks. Diese sind sowohl als erhöhte Temperatur an der Gehäuseoberfläche als auch durch den Lüfter verursachte Geräusche möglich. Weiterhin zählen wir in unseren Testberichten auch die integrierten Lautsprecher zu den Emissionen und bewerten diese im Hinblick auf Klang und Gesamtlautstärke.

Emissionsquelle Nummer 1: CPU/GPU Lüfter
Emissionsquelle Nummer 1: CPU/GPU Lüfter
oft etwas zu laut: optisches Laufwerk
oft etwas zu laut: optisches Laufwerk
positive Emissionen: Hochwertige Lautsprecher
positive Emissionen: Hochwertige Lautsprecher

Lautstärke

Was beim konzentrierten Spielen von Action-Games kaum auffällt, kann im Arbeitseinsatz in ruhiger Umgebung zum echten Problem werden. Deshalb sollten speziell Office-Notebooks und auch Subnotebooks im Betrieb ohne nennenswerte Last (Internet, Office,…) möglichst leise oder lautlos arbeiten.

Abgesehen von den gemessenen Lautstärken können auch andere Faktoren die subjektive Empfindung beeinflussen. Dazu gehört vor allem die Lüftersteuerung, da es einen entscheidenden Unterschied macht, ob ein Lüfter ständig seine Drehzahl verändert, in Stufen geregelt wird oder nahezu stufenlos die Umdrehungsgeschwindigkeit anpasst. Außerdem ist es möglich, dass das Lüftergeräusch an sich störender empfunden wird, wenn es ein eher hochfrequentes Niveau aufweist. Eine weitere Lärmquelle kann auch das optische Laufwerk (DVD, BD) darstellen, welches im Betrieb durchaus den Lüfter übertönen kann. Da der verursachte Lärmpegel mit der Umdrehungszahl des Laufwerks zusammenhängt, kann man zu laute Laufwerke mit Hilfe von Softwaretools drosseln und somit den Lärmpegel senken. Das Rauschen einer Festplatte ist meist nur im Leerlauf wahrnehmbar, SSDs ohne mechanische Teile arbeiten sogar komplett lautlos.

Temperatur

Neben der Lautstärke ist die Oberflächentemperatur die zweite Quelle störender Emissionen. Immer wieder gibt es Geräte, die so genannte Hotspots aufweisen - darunter versteht man eine lokale, besonders hohe Erwärmung an der Gehäuseoberfläche. Besonders hohe Temperaturen können aber abgesehen von Unannehmlichkeiten bei Berührung auch die Lebensdauer der verbauten Komponenten verkürzen und sogar zu einem instabilen System führen.

Lautsprecher

Grundsätzlich ist beinahe jedes Notebook mit integrierten Boxen ausgestattet, die sich natürlich stark im gebotenen Klang unterscheiden können. Sollten Sie vorhaben, ihr Gerät zum Großteil zum Musik hören oder zur Wiedergabe von Filmen zu benutzen, dann sollten Sie auch die Tonqualität der verbauten Lautsprecher überprüfen. Alternativ bietet sich der Anschluss eines externen Soundsystems an.

Akkulaufzeit

Ein Notebook mit zu kleinem Akku ist wie ein Auto, dessen Tank nicht mehr als 10 Liter Treibstoff fasst. Mit dem kleinen Unterschied, dass man keine Zapfsäule, sondern immer wieder eine Steckdose benötigt, um über die Runden zu kommen.

Quelle der Mobilität: Leistungsstarker Akku
Quelle der Mobilität: Leistungsstarker Akku

Dieser Punkt ist besonders stark abhängig vom Einsatz des jeweiligen Gerätes. Erfahrungsgemäß werden auch Notebooks überwiegend auf einem Schreibtisch betrieben, wo ein Netzanschluss meist nicht weit ist. Beschließt man beim Kauf, dass das Gerät überwiegend mobil eingesetzt werden soll, so sind passable Akkulaufzeiten unbedingt erforderlich. Eine mögliche Alternative wäre etwa ein Reserveakku, mit dem das Notebook über längere Strecken am Leben erhalten werden kann. Außerdem wird von manchen Herstellern durch das Vorsehen sogenannter „Ultra- oder Multibays“ die Option geschaffen, das Gerät zum Beispiel anstatt eines optischen Laufwerks mit einem zusätzlichen Akku auszurüsten.

In der Regel kommen Lithium-Ionen- (Li-Ion) oder Lithium-Polymer-Speicher (LiPo) zum Einsatz, von denen letztere eine etwas höhere Energiedichte besitzen. Auch wenn manche Hersteller spezielle Techniken zur Schonung des Akkus verwenden und teils auch nach vielen Ladezyklen nur einen geringen Kapazitätsverlust versprechen, kann ein wechselbarer Akku bei einem Defekt von Vorteil sein. Grundsätzlich ist es bei modernen Notebooks übrigens meist unnötig, den Akku bei nicht-Gebrauch aus dem Gerät zu entfernen.

Herstellerangaben zur Laufzeit ohne Last sind in der Praxis recht bedeutungslos; wichtig ist, dass auch unter realen Bedingungen (mittlere Helligkeit, WLAN an) möglichst hohe Werte erreicht werden. Neben der Kapazität des Akkus (in Wh) ist dafür auch ein effizient abgestimmtes System mit sparsamen Komponenten notwendig. Wie man die Laufzeit bei allen Geräten teils erheblich verlängern kann, erfahren Sie hier.

Garantie

Der Punkt Garantie und Gewährleistung nimmt bei Notebooks einen besonders wichtigen Stellenwert ein. Da durch die kompakte Bauweise und die perfekte Abstimmung der Einzelteile im Inneren des Gerätes eine Reparatur oftmals nur durch den Hersteller möglich ist (und auch Ersatzteile am freien Markt kaum zu bekommen sind), kann eine fällige Reparatur ganz schön auf die Brieftasche drücken.

Die einzige Möglichkeit, sich vor solchen Unannehmlichkeiten zu schützen, besteht im Abschluss eines Garantievertrages. Bei den meisten Herstellern wird eine Garantiezeit von 1 oder 2 Jahren ab Kaufdatum gewährt. Business Geräte weisen manchmal schon von vornherein eine Garantielaufzeit von 3 Jahren auf, die sich aber meist auf den Verkaufspreis schlägt. Beim Kauf zusätzlicher Servicepakete sollte man den Notebookpreis in Relation zu den dafür fälligen Kosten setzen und sich erst dann entscheiden.

Einige Firmen bieten Versicherungspolicen an, mit denen man sein Gerät herstellerunabhängig versichern lassen kann. Je nach Vertrag können auf diese Weise auch Schäden bei Eigenverschulden (Kasko) oder Diebstahl geltend gemacht werden.

Weiterführende Informationen

  • Weitere Informationen bezüglich der technischen Ausstattung von Notebooks finden Sie in unserem Notebook Hardware Guide.
  • Falls Sie weitere Fragen zum Thema Notebook und mobile Computing haben, wenden Sie sich an unsere hilfsbereite Community in unserem Forum. Dort geben ihnen unzählige Besucher mit ihrem Rat Hilfestellung bei Ihren Problemen.
  • Detaillierte Informationen zu den in unseren Berichten von uns durchgeführten Tests erhalten Sie hier.
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Autor: Till Schönborn, J. Simon Leitner, 31.10.2012 (Update:  1.11.2012)