Notebookcheck

Wie viel Grafikkartenspeicher ist sinnvoll?

Wie viel Speicher braucht eine Grafikkarte bzw. wie viel Grafikkartenspeicher ist für welchen Anwendungszweck nützlich?

 

Shared Memory / onboard Grafikkarten

Onboard Grafikkarten wie der GMA 950 reichen für Office, Internet und Bildbearbeitung voll aus.
onboard Grafikkarten wie der GMA 950 reichen für Office, Internet und Bildbearbeitung voll aus.

Für grafisch anspruchslose Arbeiten, wie Internet surfen, Office, Bildbearbeitung (z.b. mit Photoshop), 2D Spiele und ev. sogar ältere 3D Spiele reicht eine onboard Grafikkarte (also eine Grafikkarte ohne eigenen Speicher wie z.B. Intel GMA 900 / 950 oder ATI Radeon Xpress 1150) voll aus und man kann auch keine spürbaren Geschwindigkeitsnachteile zu Grafikkarten mit eigenem Speicher feststellen. Es empfiehlt sich jedoch ausreichend schneller Hauptspeicher (ev. Dual Channel) von dem sich die Grafikkarte Speicher abzwackt.

TIP: Vorsicht vor den Bezeichnungen TurboCache (NVIDIA) und HyperMemory (ATI). Diese bezeichnen auch vom Hauptspeicher dynamisch reservierten Speicher, der von der Karte zusätzlich zum Grafikkartenspeicher genutzt wird, jedoch deutlich langsamer ist als der integrierte (dezidierte) Speicher. Auch Karten ohne diese Techniken können Speicher zusätzlich vom Hauptspeicher verwenden, jedoch ist dies noch etwas langsamerer als bei TurboCache und HyperMemory (lt. den Herstelleraussagen).

128 MB, 256 MB, 512 oder 1024 MB?

Einfluss von Grafikkartenspeicher
Schwächere Grafikkarten wie der ATI Mobility Radeon X1300 profitieren kaum von mehr als 128 MB Grafikspeicher.
Die NVIDIA GeForce Go 7950 kann bei höchsten Auflösungen mit Antialiasing leicht von 512 MB (im Vergleich zu 256 MB) profitieren

Falls Sie anspruchsvollere grafischere Anwendungen (3D) und 3D Spiele ausführen möchten, benötigen Sie meist schnellere Grafikkarten als derzeitige onboard Modelle (siehe unseren Grafikkartenvergleich). Wie viel dedizierten Speicher benötigt man bzw sind sinnvoll für diese Anwendungen? - Vorsicht, hier gilt nur der eigene Grafikspeicher und nicht vom Hauptspeicher mitbenutzter (siehe oben). 

Grundsätzlich bremst zu wenig Speicher nur, wenn er benötigt würde (also wenn die Einstellungen von Auflösung, Texturdetails, Anti Aliasing oder Anisotrope Filterung mehr Speicher benötigen als vorhanden).

Bis 128MB Grafikkartenspeicher
Einstiegsgrafikkarten werden teilweise nur mit 128 MB (+shared Memory) angeboten. Da diese Grafikchips an sich nicht sonderlich leistungsfähig sind, ist hier auch die gebotene Speichermenge kein Flaschenhals. Meist kann man aktuelle Spiele nur in geringen Detailstufen und Auflösungen flüssig betreiben. Für diese Einstellungen sollten 128 MB Grafikspeicher ausreichen.

256 MB Grafikspeicher
256 MB Grafikkartenspeicher reichen bei Mittelklassegrafikkarten für fast alle aktuelle Spiele mit hohen Details und Auflösung von 1024x768 oder ähnlich. Bis zur Leistung einer 8600M GT limitiert meist eher die Grafikkarte als die Speichergröße.

512 MB Grafikspeicher
Schnelle Grafikkarten vom Schlage einer 9800M GT profitieren bereits spürbar von 512 MB Grafikspeicher (bei höheren Auflösungen und Verwendung von Anti-Aliasing) bei anspruchsvollen Spielen. Dies zeigten die Kollegen von Computerbase gut in ihrem Vergleichsartikel von 256, 512 und 1024 MB bei Desktop Grafikkarten. Hier zeigte sich ohne Anti-Aliasing erst ab einer 8800M GT eine spürbare Verbesserung von 12%. Die schwächere HD 3850 (immer noch für Notebooks eine sehr schnelle Karte) verbesserte sich nur um 4% im Schnitt.

1024 MB Grafikspeicher
Manche High-End Grafikkarten (z.B. die 9800M GTX) bieten bereits eine dedizierte Speicherausstattung von 1 GB GDDR. Diese enorme Menge an Speicher bietet selbst bei anspruchsvollen DirectX 10 Spielen, wie Crysis, nur in hohen Auflösungen mit Anti-Aliasing einen spürbaren Vorteil. Erst ab der Auflösung von 1600x1200 mit 8x AA kann sich eine mit 1 GB ausgestattete 8800 GT von der 512 MB Version absetzen (die HD 3850 profitiert hier kaum) [Quelle Computerbase Bericht].

Vorsicht: Bei Zwei Grafikkarten im SLI Modus (oder Crossfire bzw X2 Grafiklösungen von ATI) wird der Speicher der einzelnen Karten nicht addiert (da in beiden Speichern die selbe Information vorliegen muss). Daher gilt für Spiele 2x512 MB wie 512MB.

Fazit

Je nach Grafikkarte und Anwendungszweck unterscheidet sich auch die Größe des Grafikkartenspeichers. Für Office, Internet und Grafikbearbeitung reichen Modelle ohne eigenen Grafikspeicher (onboard Modelle). Für aktuelle Spiele ohne Antialiasing reichen meist noch 256 MB. Nur top Grafikkarten gepaart mit neuesten Spielen, höchsten Auflösungen und Antialiasing nutzen 512 MB - 1024 MB Grafikspeicher aus.

Jedoch steigt der Bedarf mit jeder neuen Spielegeneration ...

 

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Autor: Klaus Hinum, 16.10.2006 (Update: 22.02.2010)