Die Stadt Madinat al-Zahira gilt als eines der großen Rätsel der islamischen Geschichte Spaniens. Bekannt ist: Sie wurde im 10. Jahrhundert von Almanzor als neue Machtzentrale gegründet. Nach seinem Tod wurde die Stadt 1010 geplündert, zerstört und systematisch aus dem kollektiven Gedächtnis gelöscht. Über Jahrhunderte blieb unklar, wo sie überhaupt gelegen haben könnte. Es gibt viele Theorien, aber keine handfesten Beweise – zumindest bislang.
Ein Forschungsteam der Universidad de Córdoba (in Spanisch) hat mithilfe moderner LiDAR-Sensorik einen möglichen Standort identifiziert: östlich von Córdoba, im Gebiet Cabezos de las Pendolillas. Dort zeigen die Daten eine rund 120 Hektar große, klar geplante Stadtstruktur mit rechteckigen Grundrissen, Terrassen und einem weitgehend rechtwinkligen Raster. So wird Madinat al-Zāhira in historischen Quellen beschrieben.
Zum Einsatz kam LiDAR (Light Detection and Ranging) – eine Technologie, die den meisten von modernen Staubsaugerrobotern bekannt sein dürfte. Statt Möbeln und Wänden tastet der Laser hier jedoch die Erdoberfläche aus der Luft ab. Millionen von Lichtimpulsen vermessen Höhenunterschiede im Gelände und machen Strukturen sichtbar, die mit bloßem Auge nicht mehr zu erkennen sind. Das kann selbst dann funktionieren, wenn sie unter Erde oder Vegetation verborgen liegen.
Noch haben keine Ausgrabungen stattgefunden, die Sensordaten deuten aber zumindest stark darauf hin, dass es sich um die verlorene Stadt Madinat al-Zahira handelt. Bestätigen Grabungen den Fund, wäre das eine archäologische Sensation. Zu geplanten Ausgrabungen gibt es bisweilen allerdings keine Informationen.
Quelle(n)
Universität Córdoba (in Spanisch)










