Das deutsche Raumfahrtunternehmen Isar Aerospace bereitet sich auf den zweiten Testflug seiner Trägerrakete Spectrum vor. Der Start ist frühestens für den 21. Januar geplant, wobei sich das Startfenster um 21:00 Uhr MEZ öffnet, sofern das Wetter und die Sicherheitsvorkehrungen dies zulassen. Als Startplatz dient das Andøya Space Center in Norwegen, ein Ort mit langer Tradition für Forschungsraketen aus Deutschland und anderen Partnerländern. Dieser zweite Versuch folgt auf den Erstflug vom 20. März 2025, der leider fehlschlug. Mit der Mission möchte das Unternehmen die Zuverlässigkeit seines Systems unter Beweis stellen und einen weiteren Schritt hin zu einem souveränen europäischen Zugang zum Weltraum machen.
Die Spectrum-Rakete ist speziell für den Transport kleiner und mittlerer Satelliten konzipiert. Die zweistufige Trägerrakete misst 28 Meter in der Höhe bei einem Durchmesser von zwei Metern. Für den Antrieb setzt Isar Aerospace auf eine Kombination aus Flüssigsauerstoff und Propan, was im Vergleich zu herkömmlichen Treibstoffen eine sauberere Verbrennung ermöglicht und die Umweltbelastung reduziert. Die erste Stufe wird von neun Triebwerken angetrieben, während die zweite Stufe mit einem einzelnen Triebwerk für den exakten Orbit-Einschuss sorgt. Diese Konfiguration erlaubt es der Spectrum, Nutzlasten von bis zu 1.000 Kilogramm in einen niedrigen Erdorbit oder 700 Kilogramm in einen sonnensynchronen Orbit zu befördern.
Fünf Satelliten und ein Experiment werden sich beim Start an Bord befinden. Die TU Berlin schickt den CyBEEsat ins All, einen Würfelsatelliten mit einer Kantenlänge von nur 113 Millimetern und einer Masse von rund zwei Kilogramm. Der Satellit soll in etwa 500 Kilometern Höhe operieren und testet unter anderem das RACCOON Operating System. Dieses Open-Source-Betriebssystem integriert Cybersecurity als festen Bestandteil der Satellitenarchitektur. Zusätzlich wird im Rahmen des ROSI-1-Experiments der Universität Potsdam die Leistungsfähigkeit neuartiger Perowskit-Solarzellen unter Weltraumbedingungen untersucht. Diese Technologie könnte aufgrund ihrer Strahlungstoleranz und hohen Effizienz künftig für Deep-Space-Missionen oder orbitale Solarkraftwerke von Bedeutung sein. Was alles in dem kleinen Satelliten steckt, erklären Forschende der Universitäten in einem Anschaulichen Youtube-Video.









