20.000 4K-Filme pro Sekunde: Neuer Glasfaser-Geschwindigkeitsrekord von 3,2 Pbit/s gemeldet

Ein chinesisches Forscherteam hat bei einem bidirektionalen Glasfasertest in Echtzeit eine Datenrate von 3,2 Petabit pro Sekunde (Pb/s) beziehungsweise 3.200.000 Gbit/s erreicht und damit einen neuen Weltrekord aufgestellt. Zum Einsatz ist eine Glasfaser mit 24 Kernen gekommen. Die Übertragungsrate würde theoretisch ausreichen, um mehr als 20.000 4K-Filme innerhalb einer Sekunde zu übertragen.
An dem Experiment haben Forscher des National Key Laboratory of Optical Communication Technology and Network der China Information and Communication Technologies Group (CICT) gemeinsam mit dem Pengcheng Laboratory und Fiberhome Fujikura Fiber Optic Technology gearbeitet. Über eine 10,3 km lange Mehrkern-Glasfaser hat das Team die gleichzeitige Datenübertragung in beide Richtungen demonstriert.
Das System nutzt eine Glasfaser mit 24 Kernen, die Daten über mehrere Kerne innerhalb eines einzigen Kabels überträgt. Durch die Kombination der drei Wellenlängenbänder S, C und L mit Raummultiplexing haben die Forscher Tausende parallele Übertragungskanäle geschaffen. Handelsübliche kohärente optische Module und moderne Modulationsverfahren ermöglichen dabei eine stabile Echtzeitübertragung und verringern die gegenseitigen Störungen zwischen den Kernen.
Nach Angaben des Teams erreicht das System die 32-fache Gesamtübertragungskapazität herkömmlicher kommerzieller Systeme mit einkernigen G.652-Glasfasern. Diese erzielen im C- und L-Band üblicherweise zusammen rund 100 Tbit/s. Mit selbst entwickelten optischen Modulen haben die Forscher außerdem eine Echtzeitübertragung von 400 Gbit/s pro Wellenlänge im S-Band und 1,2 Tbit/s pro Wellenlänge im C- und L-Band demonstriert.
Gegenüber einem früheren Versuch desselben Teams, bei dem Anfang des Jahres 2,5 Pb/s erreicht worden sind, entspricht das neue Ergebnis einer Steigerung um rund 28 Prozent. Anders als manche Laborexperimente, die Spezialausrüstung und experimentelle Signalverarbeitung voraussetzen, nutzt das System laut den chinesischen Forschern Hardwarearchitekturen, die mit kommerziellen Systemen kompatibel sind. Damit rückt ein praktischer Einsatz näher.
Der Fortschritt könnte helfen, den wachsenden Bedarf an Netzwerkkapazität zu decken. KI-Training, große Sprachmodelle und Rechenzentren verursachen zunehmend mehr Datenverkehr. Die Forscher sehen in Mehrkern-Glasfasern eine mögliche Technologie, um große Rechenanlagen miteinander zu verbinden, die Kapazität von Backbone-Netzen zu erweitern und künftige 6G-Infrastruktur zu unterstützen.



