50 Prozent Umsatz, aber nur 21 % der Auslieferungen: Apple dominiert Smartphone-Markt

114 Mrd. US-Dollar: So viel Umsatz hat der weltweite Smartphone-Markt laut dem aktuellen Marktbericht von Counterpoint Research im dritten Quartal 2026 generiert. Das sind 3 % mehr als im Vorjahr. Aber es gibt einen Haken: Die reinen Auslieferungen sind laut den vorläufigen Counterpoint-Daten zeitgleich um satte 19 Prozent abgestürzt. Konkret bedeutet das, weniger verkaufte Handys, aber mehr Geld in der Kasse. Als Grund hierfür nennt Counterpoint explodierende Preise für Speicherchips. Smartphonehersteller müssen diese immensen Kosten irgendwie auffangen und fluten den Markt fast nur noch mit teuren Premium-Modellen, berichten die Analysten. Das treibe den durchschnittlichen Großhandelspreis für ein Smartphone um 27 Prozent auf den neuen historischen Rekordwert von 442 US-Dollar.
Niemand profitiert von dieser extremen Marktdynamik so stark wie Apple, so der Bericht weiter. Ein durchschnittliches iPhone koste im Großhandel mittlerweile 1.031 US-Dollar. Bei Samsung sind es gerade einmal 367 Dollar. Der gewaltige Preisunterschied führe zu dem überraschenden Ergebnis. Apple liefert weltweit lediglich 21 Prozent aller Smartphones aus. Trotzdem kassiert Apple satte 50 Prozent der gesamten Branchenerlöse - ein deutlicher Sprung von zuvor 44 Prozent. Rivale Samsung liegt bei den Stückzahlen mit 22 Prozent zwar knapp vorn. Beim Umsatz landen die Südkoreaner aber weit abgeschlagen bei nur 19 Prozent.

Etwas weiter hinten im Feld hält sich Xiaomi wacker. Die Chinesen sichern sich 12 Prozent der globalen Auslieferungen. Kombiniert mit einem Großhandelspreis von 210 US-Dollar reicht das für 6 Prozent vom weltweiten Umsatzkuchen. Ganz anders sieht die Welt bei Oppo und Vivo aus. Beide Marken haben ihre Preise auf 267 respektive 258 US-Dollar angezogen und halten damit 5 sowie 4 Prozent der Markterlöse. Doch der Plan geht nicht auf. Auf den Jahresvergleich bezogen, brechen die Einnahmen massiv weg. Bei Oppo um 26 Prozent, bei Vivo um 22 %. Die fehlende Masse an verkauften Smartphones reiße hier einfach zu große Löcher in die Bilanzen, so Counterpoint.
Angesichts der horrenden Kosten für Speicherchips und andere Hardware-Komponenten bleibt der Industrie kaum eine Wahl. Sie muss das Geschäft über hochpreisige Modelle absichern. Die wichtigsten Cashcows der Marken im Detail:
- Apple: Die Nachfrage nach der iPhone-17-Serie reißt nicht ab. Gleichzeitig spült das frühe Interesse an den teuren iPhone-18-Pro-Modellen frisches Geld in die Kassen.
- Samsung: Das Premium-Segment der Südkoreaner lebt fast ausschließlich vom Galaxy S26 Ultra und dem faltbaren Galaxy Z Fold8.
- Xiaomi: Der Hersteller schiebt sein Angebot spürbar in Richtung Mittel- und Oberklasse. Das echte Geld bringen aktuell die Redmi-Note-15-Serie und das Xiaomi 17T.
- Oppo und Vivo: Oppo versucht, seinen Durchschnittspreis unter anderem über die A6-Reihe zu retten. Bei Vivo konzentriert sich das lukrative Geschäft auf Premium-Geräte wie die Serien X300 und V70 sowie das S60 5G.
Diese Spirale lässt sich allerdings nicht endlos weiterdrehen. Counterpoint rechnet für das vierte Quartal 2026 mit einem deutlichen Dämpfer. Die Stückzahlen schwinden so stark, dass selbst Rekordpreise den Umsatz-Rückgang nicht mehr aufhalten werden. Erst 2027 soll sich die Lage beruhigen. Zwar bleiben die Speicherkosten extrem hoch. Nochmals steigende Großhandelspreise dürften das Branchenwachstum dann aber wieder über das Niveau von 2026 hieven. Auf billigere Komponenten braucht vor dem Jahr 2028 ohnehin niemand zu hoffen.






