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App-Tipp: Guthaben von Japans Suica, Pasmo und anderen IC-Karten mit dem IC Reader für iOS auslesen

IC Reader und verschiedene IC-Karten.
ⓘ Andreas Sebayang / Notebookcheck.com
IC Reader und verschiedene IC-Karten.
Wer eine Suica, Pasmo oder sonstige IC-Karte aus Japan hat und vielleicht während oder vor der Reise wissen, wie viel Guthaben noch vorhanden ist, kann mit einer App diese schnell auslesen. Die App IC Reader macht das unkompliziert, benötigt jedoch eine Apple-ID aus den USA.

Mal eben herausfinden, wie viel Guthaben eine der japanischen IC-Karten hat, ist eigentlich ziemlich einfach. Die iPhone-App IC Reader ermöglicht ein schnelles Auslesen und ist dank eines schnörkellosen Designs eine angenehm bedienbare App. Entwickelt wurde die kostenlose und nur mit sehr dezenter Werbung ausgestattete App von Shintaro Kawamura und Nobtaka Nukui. Wer will, kann die beiden aber innerhalb der App unterstützen oder alternativ den optionalen CSV-Export als In-App-Store-Option erwerben. Der Export ist aber nicht notwendig.

Wieviel Guthaben haben meine Suica, Pasmo und andere IC-Karten?

Mit dem IC Reader ist die Frage schnell geklärt. Unten in der am Anfang noch leeren Übersicht muss nur der Scan-Button aktiviert werden. Danach muss eine der IC-Karten, wie etwa eine Pasmo- oder Suica-Karte aus dem Großraum Tōkyō an die Rückseite des iPhones gehalten werden. Das Ergebnis kommt sehr schnell.

Da die meisten neuen europäischen iPhones NFC-F verstehen, können sie mit Japans IC-Karten umgehen, die auf Sonys Felica-Standard setzen. Felica ist die technische Basis unzähliger, vor allem japanischer Kartensysteme. Die bekanntesten sind Suica und Pasmo, die auch in einem Großteil Japans verwendet werden können. Suica ist besonders spannend, da auf diese Tickets auch aufgedruckt werden können, wie etwa der Tokunai-Pass. Das geht freilich nur in der Hauptstadt-Region.

Entgegen der populären Meinung sind Suica und Pasmo aber nicht mit ganz Japan kompatibel. Vorteile lokaler Kartensysteme können Suica und Pasmo in der Regel nicht. Andersherum sind manche Kartensysteme auch nicht kompatibel mit Suica- und Pasmo-Regionen. Darunter fallen die Okica aus Nara und die Kumamoto IC Card aus Kumamoto. Es gibt auch noch Systeme ohne IC-Basis und manche Bahnhöfe auf dem Land erlauben keinen Ausstieg mit einer IC-Karte. Das sind aber spezielle Fälle.

Die App IC Reader hilft aber bei größeren Kartensammlungen, den Überblick zu halten. Bisher gab es jedenfalls keine Karte, die wir noch nicht damit auslesen konnten. Egal ob die Okica aus dem Westen des Landes, die Manaca aus Zentraljapan oder auch die Sapica aus Hokkaidō: Alle lassen sich auslesen.

Selbst Shop-Karten wie die Nanaco von der Konbini-Kette 7-Eleven funktioniert.

Daneben speichert die App auch die Historie, die aber mal in Japanisch und mal in der Umschrift sich angeguckt werden kann. Es kommt auf den Ort an, der besucht wurde.

Suica und Pasmo: Simpel im iPhone-Wallet hinterlegen und aufladen

Wer nicht mit den Plastikkarten hantieren will, der kann auch im iPhone selbst eine IC-Karte erstellen, ist aber auf Pasmo und Suica beschränkt. Für erweiterte Funktionen muss man allerdings mit den Apps rumhantieren, was für Touristen ohne Japanisch-Kentnisse extrem schwierig ist. Als reine Guthaben-Karte funktioniert die Wallet-Version aber ohne Probleme. Das Aufladen der Karten ist nämlich simpel. Im Unterschied zu Hong Kongs Octopus oder Südkoreas Tmoney geht das nämlich ohne besondere App (die Gebühren berechnet) oder lokales Zahlungsmittel. Das Geld lässt sich einfach per Apple Pay mit nicht-japanischen Zahlungsmitteln aufladen. Wer eine gute Bank hat, zahlt dann auch keinen Aufschlag zum offiziellen Mastercard- oder Visa-Umrechnungskurs. 

Übrigens: Da die Wallet-Integration sowohl den Express-Mode als auch auf NFC-F Card Emulation Mode setzt, ist das Durchschreiten von Ticketgates in Japan in gewohnter Geschwindigkeit möglich. Mifare-Systeme sind hier deutlich langsamer. Felica ist nämlich darauf ausgelegt, dass die japanische Bevölkerung schnell durch die Bahnhöfe läuft. Wer sich einmal daran gewöhnt hat, muss aufpassen.

In anderen Städten läuft man dann nämlich gegen Barrieren, sollte es sie geben. Wie schnell Felica ist, zeigt  der Vergleich zu Deutschlands sehr viel modernerem E-Ticket Deutschland basierend auf SmartMX (VDV KA). Da braucht es mitunter eine Sekunde für den Ticketcheck. Das macht das System gerade für ältere Fahrgäste problematisch, weil man an Bus-Lesegeräten auch stillhalten muss.

Felica liegt hingegen offiziell bei 100 ms und ist für die älter werdende japanische Bevölkerung kein Problem. Mitunter arbeitet das System auch deutlich schneller. Man kann also schnellen Schrittes zur U-Bahn laufen. Kreditkarten liegen mit dem Standard EMV Contactlless grob in der Mitte der beiden Systeme.

IC-Reader-App nur noch im US-Store

Die App gibt es leider nicht mehr im deutschen oder österreichischen App Store von Apple, sondern nur im US-App-Store als kostenlosen Download. Wir haben noch die Version, die mal im deutschen App Store vorhanden war. Die US-Version sollte aber problemlos in gemischten Account-Umgebungen funktionieren. Unser Haupt-Account ist eine deutsche ID und wir haben trotzdem zahlreiche US-Apps installiert. Der Wechsel zwischen IDs ist allerdings manchmal etwas nervig. Bei stärker DRM-geschützten Inhalten (Musik/Filme) sogar lästig. Wer nur Apps nutzt, muss sich da aber keinen Kopf drum machen und kann eine der vielen Anleitungen im Netz nutzen, wie man einen US-Account erstellt. Allgemein empfiehlt es sich ohnehin für solche Fälle auch einen US-Account zu haben.

Eine Android-Version gibt es nicht. Vor der IC-App im Play Store würden wir sogar explizit warnen. Es gibt auch noch eine IC-App für Android und iOS, die ein ähnliches Logo nutzt. Doch die verlangt für Werbefreiheit monatlich rund 3 Euro, was recht viel für die einfache Funktion ist. Die Bewertungen sind aber immerhin gut und ab und an lässt sich die App auch mit Werbung ertragen.

Historie der mittlerweile eingestellten Paspy-IC-Karte. Es gibt manchmal einen Sprachmix.
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Historie der mittlerweile eingestellten Paspy-IC-Karte. Es gibt manchmal einen Sprachmix.

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Autor: Andreas Sebayang,  9.05.2026 (Update:  9.05.2026)