Apple soll mit Intel-Chipdeal noch höhere iPhone-Preise verhindert haben

Der Chipfertigungsvertrag zwischen Apple und Intel könnte unter erheblichem Druck zustande gekommen sein. Hintergrund ist, dass die US-Regierung im Weißen Haus andernfalls 100-prozentige Importzölle auf die in iPhones und Macs verwendeten Chips verhängen wollte. Das bedeutet allerdings nicht, dass Apple deshalb auf Preiserhöhungen bei iPhones und MacBooks verzichtet hätte.
Wären auf die Prozessoren jedoch tatsächlich 100 Prozent Einfuhrzoll erhoben worden, wären die Geräte noch deutlich teurer geworden. Laut Quellen aus dem Umfeld der Regierung von Präsident Donald Trump bat Apple-CEO Tim Cook um eine Ausnahme von den Strafzöllen auf Halbleiter. Diese soll er erst erhalten haben, nachdem er zugesagt hatte, einen Teil der Produktion von Apples eigenen Chips in Intels Fertigungsstätten in den USA durchführen zu lassen.
Die US-Regierung war nach einer Investition von 9 Milliarden US-Dollar im vergangenen August zu einem bedeutenden Anteilseigner von Intel geworden und suchte anschließend nach Möglichkeiten, dem Unternehmen zusätzliche Aufträge zu verschaffen. Ziel war es, andere Firmen zu Übernahmen oder Fertigungsverträgen mit Intel zu bewegen.
Im Fall von Apple soll dazu offenbar auch die Androhung hoher Zölle gehört haben. Im Juni machten das Weiße Haus und die beteiligten Unternehmen schließlich die Fertigungsvereinbarung zwischen Apple und Intel öffentlich. Nach bisherigen Berichten sollen preisgünstigere Apple-Chips künftig in Intels 18A-P-Fertigungsprozess gefertigt werden.
Die jährliche Stückzahl soll bei bis zu 20 Millionen Einheiten liegen. Das ist zwar ein wichtiger Erfolg für Intels Auftragsfertigung und die Investition der US-Regierung, reicht aber bei Weitem nicht aus, um die Dominanz von TSMC ernsthaft zu gefährden.
TSMC soll weiterhin mehr als 90 Prozent der Apple-Chips fertigen. Damit dürften die leistungsstärksten Prozessoren für iPhones und die Mac-Pro-Reihe vorerst weiterhin auf den modernsten Fertigungstechnologien von TSMC produziert werden. Branchenkreisen zufolge könnten Apples A21-Chips für das iPhone im Jahr 2028 auf Intels 14A-Fertigungsprozess wechseln. Sollte sich das bewahrheiten, wäre dies ein deutlich umfangreicheres Engagement bei Intel.
Vorerst dürfte Intel jedoch lediglich als zweitrangiger Auftragsfertiger für einige der günstigeren Apple-Prozessoren fungieren. Den Berichten zufolge geschieht dies vor allem, um die US-Regierung zufriedenzustellen, und nicht, weil Apple TSMC ernsthaft ersetzen möchte.



