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Arm fordert offenbar bis zu 30 Prozent des Snapdragon-Chippreises als Lizenzgebühr

Die Schlussplädoyers im Rechtsstreit zwischen Qualcomm und Arm deuten darauf hin, dass die geplanten Lizenzgebühren für Armv10 um ein Vielfaches höher ausfallen könnten als die bisherigen Zahlungen von Qualcomm.
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Die Schlussplädoyers im Rechtsstreit zwischen Qualcomm und Arm deuten darauf hin, dass die geplanten Lizenzgebühren für Armv10 um ein Vielfaches höher ausfallen könnten als die bisherigen Zahlungen von Qualcomm.
Im Rechtsstreit zwischen Qualcomm und Arm sind neue Zahlen zu den geplanten Lizenzgebühren für die Armv10-Architektur bekannt geworden. Demnach könnten diese bei einem Snapdragon-Flaggschiffchip im Wert von 220 US-Dollar künftig zwischen 12,8 und 29,5 Prozent des Verkaufspreises ausmachen. Aktuell zahlt Qualcomm lediglich rund 0,85 Prozent.

Die von Arm vorgeschlagenen Lizenzgebühren für die Armv10-Architektur könnten bei einem Snapdragon-Flaggschiffchip im Wert von 220 US-Dollar zwischen 12,8 und 29,5 Prozent des Verkaufspreises betragen. Das geht aus Zahlen hervor, die am 20. Oktober während der Schlussplädoyers im Rechtsstreit zwischen Qualcomm und Arm vor Gericht genannt wurden. Unter Qualcomms bisherigem Lizenzvertrag liegt der entsprechende Anteil lediglich bei 0,85 Prozent. In dem Verfahren vor der US-Bundesrichterin Maryellen Noreika geht es um die Frage, ob Arm bei den Verhandlungen über eine Armv10-Lizenz nach Treu und Glauben gehandelt hat. Die konkreten Berechnungsmodelle für die Lizenzgebühren unterliegen weiterhin der Geheimhaltung. Einige Zahlen wurden jedoch öffentlich im Gerichtssaal genannt und vom Analysten John Dorbal auf X zusammengefasst.

Qualcomms 2013 geschlossene Architektur-Lizenzvereinbarung (Architecture License Agreement, ALA), die noch bis 2033 gültig ist, begrenzt die Lizenzgebühren für Prozessoren mit mindestens fünf CPU-Kernen auf 1,88 US-Dollar pro Chip. Laut Dorbal entspricht das 1,25 Prozent des für die Berechnung herangezogenen Verkaufspreises, der auf maximal 150 US-Dollar gedeckelt ist. Bei einem Snapdragon-Prozessor mit acht Kernen ergibt sich damit eine Lizenzgebühr von rund 0,23 US-Dollar pro Kern. Insgesamt muss Qualcomm für einen Snapdragon-Chip mit acht selbst entwickelten Arm-Kernen somit lediglich 1,875 US-Dollar zahlen.

Qualcomms Anwältin Karen Dunn erklärt, dass Arms Angebote für die Armv10-Architektur Lizenzgebühren vorsehen, die bis zu 15-mal höher ausfallen als die bisherigen Zahlungen. Darüber hinaus verweist Dunn laut Dorbal auf vertrauliche Berechnungen von Sachverständigen, nach denen die Gebühren für den Zeitraum von 2034 bis 2040 sogar das 34,5-Fache des aktuellen Niveaus erreichen könnten. Wendet man diese Faktoren auf die bisherige Obergrenze von 1,88 US-Dollar an, ergeben sich Lizenzgebühren von 28,20 US-Dollar pro Chip für die Jahre 2027 bis 2033 und 64,86 US-Dollar für den Zeitraum von 2034 bis 2040. 

Arms Anwalt Gregg LoCascio begründet die Forderung nach höheren Lizenzgebühren unter anderem mit den gestiegenen Verkaufspreisen moderner Prozessoren. Er erklärte vor Gericht, dass entsprechende Chips heute 220 US-Dollar kosten würden – rund zehnmal so viel wie manche Modelle im Jahr 2013. Die Aussage liefert damit auch einen Hinweis darauf, zu welchem Preis Qualcomm seine aktuellen Flaggschiffprozessoren wie den Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6 verkauft.

LoCascio enthüllt außerdem, dass Qualcomm Ende 2024 eine Vorauszahlung von 250 Millionen US-Dollar angeboten hatte, um sich die Lizenzbedingungen für Armv10 zu sichern und gleichzeitig den Rechtsstreit beizulegen. Arm lehnte das Angebot jedoch ab. Zum Vergleich: Für die ursprüngliche Architektur-Lizenzvereinbarung aus dem Jahr 2013 zahlte Qualcomm laut Dorbal eine Vorauszahlung von lediglich 40,25 Millionen US-Dollar.

Arm vertritt die Auffassung, dass die Vertragsbedingungen von 2013 inzwischen überholt seien. LoCascio erklärt, dass sich die vorgeschlagenen Armv10-Lizenzgebühren teilweise an den Zahlungen von Google und Microsoft orientieren würden. Zudem stellt Arm infrage, ob eine ursprünglich für kleine Smartphone-Prozessoren vereinbarte Gebührenobergrenze auch für Rechenzentrumsprozessoren mit bis zu 288 Kernen gelten sollte.

Die genannten Beträge pro Chip beruhen allerdings auf der Annahme, dass die genannten Multiplikatoren direkt auf die bisherige Obergrenze von 1,88 US-Dollar angewendet werden können. Wie Arm seine Lizenzgebühren für Armv10 tatsächlich berechnen möchte, ist nicht öffentlich bekannt. Zudem könnten sich die Konditionen je nach Produktkategorie unterscheiden. Richterin Noreika bezeichnet Qualcomms Forderung nach gerichtlich angeordneten Lizenzverhandlungen als „sehr, sehr drastisch“. Eine schriftliche Entscheidung soll nach Eingang der abschließenden Stellungnahmen beider Parteien folgen.

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Autor: Bùi Giang, 21.10.2026 (Update: 21.10.2026)