Aufsatz verwandelt Akkuschrauber in Motor für Angeln

Beim Hochseeangeln kostet es mitunter viel Zeit und Kraft, einen Köder ohne Fisch am Haken aus mehreren Hundert Metern Tiefe einzuholen. Das japanische Unternehmen Blue Board bietet dafür jetzt die sogenannte Blue Seekers Power Dock Unit über eine Crowdfunding-Kampagne auf Makuake an. Der Aufsatz ersetzt die Kurbeleinheit kompatibler Angelrollen. Über den Anschluss lässt sich die Schnur mit einem handelsüblichen Akkuschrauber einholen.
Der Aufsatz wechselt automatisch zwischen motorisiertem Einholen und Handbetrieb. Solange der Akkuschrauber läuft, steht die Kurbel still. Anschließend lässt sich ohne manuelles Umschalten weiterkurbeln. Am eigentlichen Angeln ändert sich damit wenig.
Bei Tests auf See mit einem 150 Gramm schweren Jig hat Blue Seekers eine Spitzengeschwindigkeit von umgerechnet 202 Metern Schnur pro Minute gemessen. Rechnerisch wären damit 100 Meter Schnur in etwa 30 Sekunden eingeholt. Laut Hersteller beruht der Wert auf dem schnellsten gemessenen Abschnitt. Ob sich dieses Tempo beim Einholen über die gesamte Strecke halten lässt, ist damit offen.
Der Aufsatz hat einen genormten 1/4-Zoll-Sechskantanschluss und passt auf ausgewählte Angelrollen von Shimano und Daiwa. Voraussetzung ist ein Akkuschrauber mit einstellbarem Drehmoment. Schlagschrauber sind ausdrücklich ausgeschlossen. Der Akkuschrauber muss vor Wasser geschützt und abgezogen werden, bevor das Vorfach die Rolle erreicht.
Bei Makuake ist die Power Dock Unit ab umgerechnet rund 225 Euro erhältlich. Der geplante Verkaufspreis liegt bei umgerechnet rund 270 Euro. Die Crowdfunding-Kampagne läuft bis zum 29. November. Die Auslieferung ist für Januar bis März 2027 vorgesehen.
Wie bei anderen Crowdfunding-Projekten ist offen, ob die Auslieferung wie geplant klappt und wie sich der Aufsatz in der Praxis bewährt. Er könnte das Einholen der Schnur deutlich erleichtern. Die Fische müssen Angler weiterhin selbst finden.






