Bedenken zur Verschiebung von GTA 6: Take-Two-Chef kontert Investor

Die jüngste Aktionärsversammlung von Take-Two ist offenbar recht ereignisreich verlaufen. Neben der Klarstellung, dass GTA Online weiterhin unterstützt wird, hat CEO Strauss Zelnick Einwände gegen eine Investorenfrage erhoben. Darin ging es um die zahlreichen Verschiebungen in der Geschichte von Take-Two, darunter auch GTA 6, sowie um die Kompetenz des derzeitigen Managements.
Der CEO hat sich dazu entschieden, insbesondere die folgende Frage vorzulesen:
Viele Aktionäre haben jahrelange Verschiebungen, verfehlte Erwartungen und die anhaltende Abhängigkeit von wenigen großen Marken hingenommen. Falls diese Probleme fortbestehen, hält der Verwaltungsrat das derzeitige Management weiterhin für die richtige Führung des Unternehmens, oder ist er bereit, leitende Führungskräfte auszutauschen, wenn sich die operative Leistung und die Wertschöpfung für die Aktionäre nicht verbessern?
Zelnick hat zunächst erklärt, dass der Verwaltungsrat das Management zweifellos austauschen würde, sollte es die Erwartungen tatsächlich nicht erfüllen. Anschließend hat er die Formulierung der Frage kritisiert und einen kurzen Überblick über die Lage von Take-Two gegeben, bevor das derzeitige Management 2007 die Führung übernommen hat.
Als dieses Managementteam im März 2007 das Unternehmen übernommen hat, lag der Aktienkurs bei 17 US-Dollar. Der Umsatz betrug weniger als eine Milliarde US-Dollar. Gegen das Unternehmen haben mindestens vier Behörden ermittelt. Es hatte seit 13 Monaten keinen Jahresbericht eingereicht und trotz entsprechender Verpflichtung keine Hauptversammlung angesetzt. Mit GTA gab es nur eine große Marke. Der restliche Geschäftsbetrieb hat Verluste erwirtschaftet, und das Unternehmen stand kurz vor der Insolvenz.
Anschließend hat Zelnick die Erfolge aufgezählt, die er und sein Team seitdem erzielt haben: "Dieses Managementteam hat die damalige Kostenstruktur verbessert, das Unternehmen deutlich breiter aufgestellt, den Einstieg ins Mobile-Geschäft vollzogen und mehr als elf Marken veröffentlicht, von denen jeweils mindestens ein Titel über 5 Millionen Exemplare verkauft hat. Heute ist Take-Two gemessen an der Marktkapitalisierung das größte börsennotierte Unternehmen der Welt, das sich ausschließlich auf interaktive Unterhaltung konzentriert."
Danach hat er den niedrigen Aktienkurs des Jahres 2007 mit den aktuellen Zahlen von 2026 verglichen. "Unsere Aktie hat seit März 2007 bis heute um rund 1.200 Prozent zugelegt, während der S&P 500 um 440 Prozent und der Nasdaq um 980 Prozent gestiegen sind. Für dieses Jahr wird zudem ein Unternehmensumsatz von 8 bis 8,2 Milliarden US-Dollar erwartet, verbunden mit einem voraussichtlich sehr hohen freien Cashflow."
Bei einer solchen Versammlung sind keine direkten Erwiderungen vorgesehen, weshalb die mögliche Reaktion des Investors nicht bekannt ist. Zelnick ist auf die angesprochenen Verschiebungen allerdings nicht konkret eingegangen, und seine Antwort kann durchaus als defensiv verstanden werden. Deutlich geworden ist jedoch, dass ihn die Bedenken des Investors verärgert haben und er auf die Leistungen seines Managementteams in den vergangenen zwei Jahrzehnten stolz ist.













