CATLs neue Natrium-Batterie kommt nach Europa – und hält bis zu 30 Jahre

Der weltweit größte Batteriehersteller bringt seine Natrium-Ionen-Technologie nun in großem Stil nach Europa. CATL und der niederländische Netzspeicher-Spezialist Alfen haben am 16. Juli eine Zusammenarbeit angekündigt, um Tener-Sodium-Batteriesysteme mit einer Gesamtkapazität von 5 GWh in Europa einzuführen. Es handelt sich um eines der größten Engagements im Bereich der Natrium-Ionen-Technologie, das Europas Energieinfrastruktur seit Langem gesehen hat.
Die ersten Installationen sollen 2027 beginnen. Die beiden Unternehmen arbeiten bereits seit Längerem zusammen. Alfen und CATL starteten 2023 eine langfristige Partnerschaft für die Lieferung von Batteriesystemen und realisieren seither gemeinsam Projekte mit Lithium-Ionen-Speichern. Mit der neuen Vereinbarung wird die Zusammenarbeit nun auf Natrium-Ionen-Batterien ausgeweitet. Für Alfen ist das ein bedeutender Schritt: Das Unternehmen hat europaweit bereits mehr als 1 GWh an Speicherkapazität installiert und entwickelt seit 2011 Energiespeichersysteme.
Insgesamt blickt Alfen auf eine über 90-jährige Geschichte als Anbieter von Infrastruktur für die Elektrizitätsversorgung zurück. Für Alfen liegt der wirtschaftliche Vorteil auf der Hand. Natrium ist rund 1.000-mal häufiger verfügbar als Lithium und kann Käufer dadurch besser vor den Preisschwankungen schützen, mit denen die Speicherbranche in den vergangenen Jahren zu kämpfen hatte. Gleichzeitig erweitert Alfen sein Portfolio an Batteriematerialien und verbessert seine Wettbewerbsfähigkeit bei europäischen Ausschreibungen für mittelgroße und große Speicherprojekte.
Für CATL bedeutet die Vereinbarung vor allem, dass das Unternehmen praktische Erfahrungen mit dem Einsatz seiner Tener-Sodium-Plattform im europäischen Stromnetz sammeln kann. Das System wurde am 22. Juni in München vorgestellt. Es ist für 15.000 Ladezyklen ausgelegt, was einer Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren entspricht. Selbst bei Temperaturen von minus 20 Grad Celsius bleiben ohne aktive Kühlung mehr als 92 Prozent der Kapazität erhalten.
Zum Vergleich: Die meisten Lithium-Eisenphosphat-Batteriesysteme werden je nach Hersteller für einige Tausend bis etwa 10.000 Ladezyklen garantiert. Bemerkenswert ist zudem, dass die Vereinbarung mit Alfen kurz auf einen weiteren Großauftrag folgt: Bereits im April unterzeichnete CATL mit dem Systemintegrator HyperStrong ein Lieferabkommen über Natrium-Batterien mit einer Gesamtkapazität von 60 GWh. Dabei handelt es sich um den bislang größten Auftrag für Natrium-Batterien überhaupt.

