Mit dem UniBook bietet Chuwi einen günstigen 14-Zoll-Rechner, der für einen Preis von 449 Euro einen Intel Wildcat-Lake-Prozessor und viele Anschlüsse bietet. Zudem hat der Hersteller das Gerät damit beworben, dass ein mattes IPS-Panel (1.920 x 1.200 Pixel) mit voller sRGB-Abdeckung verbaut ist. Zumindest waren das die offiziellen Informationen, die sowohl in den offiziellen technischen Daten auf und den Marketing-Materialen von Chuwi selbst veröffentlicht wurden.
Während unseres Tests stellte sich jedoch schnell heraus, dass die Angabe der vollständigen sRGB-Abdeckung nicht wirklich zutreffen kann. Zunächst einmal sieht man das ziemlich schnell an der Farbdarstellung, vor allem, wenn man täglich Laptops testet, aber natürlich haben wir das Panel mit der professionellen CalMAN-Software auch vermessen und analysiert. Das Ergebnis war dann auch sehr ernüchternd, denn das Panel deckt den sRGB-Farbraum lediglich zu knapp 60 % ab. Das bedeutet gleichzeitig, dass die Farbdarstellung sehr viel schlechter ist und sich das Gerät nicht für die Bearbeitung von Bildern eignet. Bei vollständiger sRGB-Abdeckung wäre das vermutlich möglich gewesen.
Das Problem an der Sache ist aber, dass Chuwi das UniBook mit der Angabe von 100 % sRGB-Abdeckung bereits verkauft hat. Wir haben dann beim Hersteller nachgefragt (es gibt immer die Möglichkeit, dass wir ein Vorserienprodukt bekommen haben, dass noch nicht mit dem finalen Panel ausgestattet ist), doch unsere Messwerte wurden von Chuwi bestätigt und die gesamten Informationen auf der Webseite wurden korrigiert und die Angabe 100 % sRGB wurde entfernt. Wer bereits vor der Korrektur ein UniBook bestellt hat, bekommt daher ein schlechteres Produkt als beworben und sollte sich an den Hersteller wenden, um eine Lösung zu finden. Eine Rücksendung und Erstattung des Kaufpreises sollte in dieser Situation kein Problem sein.
Natürlich können Fehler passieren, im Hinblick auf den CPU-Skandal Anfang des Jahres, über den wir umfangreich berichtet haben und von auch einige unserer Testgeräte waren betroffen, wirft das aktuelle Thema aber weitere Fragen auf. Damals wurden alte AMD Zen-2-CPUs (Ryzen 5 5500U) fälschlicherweise als bessere Zen-3-Prozessoren (Ryzen 5 7430U) verkauft und auch so vom System selbst identifiziert. Der ältere Zen-2-Prozessor bot allerdings eine deutlich geringere Leistung. Nach diesem Skandal ist das neue Problem mit der inkorrekten Anagen der Display-Spezifikation sehr problematisch und beschädigt das Vertrauen in die Marke weiter. Wir können daher nur empfehlen, die Leistung und die technischen Daten möglichst umfangreich zu überprüfen, wenn man sich ein Gerät von Chuwi gekauft hat.







