Dangbei MP1 Max: Starker 4K-Laserprojektor mit kuriosen Design-Macken

Amazon bietet den Dangbei MP1 Max 4K-Projektor derzeit für rund 1.900 Euro an. Der Frontprojektor fällt vor allem durch sein Hybrid-System aus Laser- und LED-Technik sowie seine kompakte, portable Bauweise auf. Unser Test aus dem vergangenen Jahr geht bereits ausführlich auf die Funktionen und die beeindruckende Bildqualität ein. Nach mehreren weiteren Monaten im Einsatz haben wir inzwischen jedoch noch zusätzliche Anmerkungen gesammelt.
1. Maximale Helligkeit bedeutet lautere Lüfter
Der Dangbei liefert selbst mit den Standard-Helligkeitseinstellungen ein scharfes und überraschend helles 4K-Bild. Wird die Helligkeit auf die maximale Stufe gesetzt, hilft das zwar bei ungünstigen Lichtverhältnissen, allerdings steigt dabei automatisch auch die Lüfterlautstärke auf das Maximum. Unsere Messungen zeigen hierbei eine Lautstärke von bis zu 52,9 dB(A) – im Vergleich zu lediglich 30,6 dB(A) bei den Standard-Helligkeitseinstellungen.
Der lautere Lüfter ist deutlich hörbar und kann das Nutzungserlebnis spürbar beeinträchtigen – besonders in Innenräumen. Die Option ist zwar praktisch, sollte aber nach Möglichkeit vermieden werden, sofern der Projektor nicht im Freien genutzt wird.
Die maximale Helligkeit erhöht zudem den Stromverbrauch um mehr als das Dreifache. Unsere Messungen zeigen eine durchschnittliche Leistungsaufnahme von nur 71 Watt im Leerlauf bei minimaler Helligkeit gegenüber 226 Watt bei maximaler Helligkeit.
2. Externes Netzteil
Ein weiterer Kritikpunkt am Projektor ist, dass seine kompakte Bauweise nur durch das externe Netzteil möglich wird. Größere Projektoren wie die Modelle der Sony-VPL-Serie haben dagegen integrierte Netzteile, was die Stromversorgung universeller und unkomplizierter macht.
Beim Dangbei kann das externe Netzteil insbesondere bei einer Deckenmontage problematisch werden, da es dann möglicherweise sichtbar an der Wand herunterhängt. In unserem Fall haben wir das Netzteil einfach auf den Projektor gelegt – ideal ist diese Lösung allerdings natürlich nicht.
3. Herausforderungen bei der Montage
Apropos Deckenmontage: Der MP1 Max nutzt das standardisierte 1/4-Zoll-20-Gewinde und ist damit mit den meisten Stativen kompatibel. Das Problem ist allerdings, dass der Projektor recht kopflastig ausfällt. Dadurch kann es schwierig sein, ihn ohne Kippen exakt auszurichten.
Eine zweite Befestigungsoption mit drei Schrauben statt nur einer hätte den Projektor deutlich stabiler an der Halterung fixieren können.
4. Keine beleuchtete Fernbedienung und keine Objektivabdeckung
Der Projektor wird mit einer eigenen Tragetasche ausgeliefert, die gut zum portablen Formfaktor passt. Das Zubehör hätte jedoch besser ausfallen können. So verfügen die Tasten der Fernbedienung beispielsweise über keine Hintergrundbeleuchtung, was die Bedienung in dunkler Umgebung erschwert. Zudem fehlt dem Objektiv jegliche Schutzabdeckung.
5. Sehr helle LED im ausgeschalteten Zustand
Bei den meisten Geräten leuchtet die Betriebsanzeige im ausgeschalteten Zustand oder im Standby-Modus nur dezent orange oder rot. Beim MP1 Max geht der Hersteller allerdings einen Schritt zu weit: Hier strahlt die LED selbst im ausgeschalteten Zustand in einem sehr hellen Weiß.
Eine Option im Einstellungsmenü, um diese potenziell störende Betriebsanzeige anzupassen oder komplett zu deaktivieren, wäre wünschenswert gewesen.
6. Bitte ein schnellerer Prozessor
Bei der Software muss man dagegen mit zahlreichen Rucklern und Verzögerungen rechnen, sobald man sich schneller durch die Menüs bewegt. Mit der Zeit fällt der langsame Prozessor immer stärker auf, da er mit schnellen Eingaben über die Fernbedienung kaum hinterherkommt. Zum Vergleich: Dasselbe Android-System läuft auf dem günstigeren TCL-QM6K-TV deutlich flüssiger.
Die genannten Schwächen sind letztlich aber nur kleine Makel eines ansonsten sehr gelungenen 4K-Projektors. Der wichtigste Aspekt eines Projektors – die Bildqualität – gehört in dieser Preisklasse zu den besten, die wir bislang gesehen haben. Zudem dürften viele Nutzer die träge Software ohnehin umgehen, indem sie eigene Media-Player verwenden. Die kleineren Schwächen lassen sich daher insgesamt recht leicht verschmerzen.






























