Die Zahlen lügen nicht: Xbox führt bei der Spielvielfalt. Neue Daten der Analysefirma Ampere Games Analytics belegen ein überraschendes Konsumverhalten. Trotz einer kleineren Nutzerbasis im Vergleich zur PlayStation und zum PC-Gaming über die Plattform Steam konsumieren Xbox-Spieler im Durchschnitt eine größere Vielfalt an Spielen pro Monat.
Die Zahlen aus dem August 2025 sind eindeutig:
- Xbox-Spieler spielten durchschnittlich 5,7 verschiedene Spiele.
- Steam-Spieler kamen auf 4,5 Games.
- PlayStation-Spieler spielten im Schnitt nur 3,7 Spieletitel - 35 Prozent weniger als auf der Xbox.
Ampere zufolge sei dieses Muster seit Beginn der Erhebungen im August 2022 konstant, was die Stabilität des Trends unterstreiche, so die Analysten.
Game Pass: Revolution im Spielkonsum
Der Grund für dieses Verhalten sei laut Ampere klar: der Abo-Service Xbox Game Pass. Die Plattform funktioniert wie ein "All-you-can-play"-Buffet für Videospiele. Mit geschätzten 34 Millionen Abonnenten weltweit und einem Angebot von über 500 Spieletiteln entfällt die Hürde des Einzelkaufs. Die Nutzer sind ermutigt, einfach in neue Spiele hineinzuschnuppern, die sie unter normalen Umständen nie gekauft hätten.
Ein überraschendes Gegenargument: Die Spielzeit
Ein interessanter Kontrast zu diesen Zahlen ist die Gesamtspielzeit. Obwohl sie eine größere Vielfalt an Spielen ausprobieren, verbringen Xbox-Spieler im Durchschnitt deutlich weniger Stunden pro Monat im Game als ihre Konkurrenz. Die Ampere-Daten zeigen, dass PlayStation-Spieler mit 12,7 Stunden und Steam-Spieler mit 11,9 Stunden weit vor den Xbox-Gamern liegen, die im Schnitt nur auf 7,7 Stunden kamen.
Dieses Phänomen wird unter anderem durch das Veröffentlichungsfenster großer Spiele-Franchises wie "Call of Duty" beeinflusst. So stieg die durchschnittliche Spielzeit auf der Xbox im November 2024 nach dem Launch von "Black Ops 6" um über 20 Prozent auf 10,4 Stunden an, bevor sie wieder sank. Dies zeigt, dass Xbox-Nutzer zwar bereit sind, für einen großen Titel länger zu spielen, aber die restliche Zeit eher in das Ausprobieren verschiedener Games investieren.
Wirtschaftliche Schlacht: Milliarden-Umsatz und Kritik
Die strategische Bedeutung des Game Pass für Microsoft zeigt sich auch in den Finanzdaten. Jüngsten Berichten zufolge hat der Dienst im Geschäftsjahr 2025 erstmals einen Jahresumsatz von über 5 Milliarden US-Dollar erzielt. Microsofts Chef Satya Nadella hat die Wichtigkeit des Service mehrfach betont, und die Investitionen in den Game Pass waren laut Chris Charla, dem Chef der ID@Xbox-Sparte, so hoch wie nie zuvor.
Trotz des wirtschaftlichen Erfolgs und der positiven Reaktionen der Nutzer gibt es auch kritische Stimmen. Einige Entwickler, wie der Gründer von Arkane Studios (Dishonored, Prey, Deathloop) äußerten Bedenken, dass das Abo-Modell auf lange Sicht das traditionelle Kaufmodell beeinträchtigen und zu einem Innovationsstau führen könnte, da es das Risiko für kleinere, unkonventionelle Titel erhöht, die auf einen großen, einmaligen Erfolg angewiesen sind.
Zukunft des Gamings: Abo-Modelle oder Einzelkäufe?
Das Fazit der Analyse ist, dass die Gaming-Branche vor einer fundamentalen Entscheidung steht. Während das traditionelle Modell des Einzelkaufs auf der PlayStation und Steam zu einer tieferen, aber engeren Spielauswahl führt, setzt Microsoft mit dem Game Pass auf Vielfalt. Es ermöglicht Spielern, auch mit begrenzter Zeit in viele Spiele hineinzuschnuppern, die sie sonst nie gekauft hätten. Wie sich dieses Duell zwischen quantitativer Vielfalt und qualitativer Tiefe langfristig auf die Industrie auswirken wird, bleibt spannend zu beobachten.



























