Diese M.2-2230-SSD ist anders, kostet aber zu viel

Es ist 2026, und die meisten Computer werden mit NVMe-SSDs mit PCIe 4 und vier Lanes ausgeliefert, die im Idealfall sequenzielle Leseraten von bis zu 7,9GB/s bieten. Problematisch ist allerdings, dass ein durchschnittlicher Laptop oder Mini-PC inzwischen nur noch einen oder zwei M.2-NVMe-SSD-Steckplätze mit B/M-Key bietet und keine Kompatibilität zu SATA-III-SSDs mehr mitbringt, wodurch die Möglichkeiten zur internen Speichererweiterung begrenzt sind.
Ein durchschnittlicher Laptop aus den Jahren 2016 bis 2020 dürfte einen M.2-NVMe-SSD-Steckplatz mit PCIe 3 und B/M-Key sowie einen SATA-III-Steckplatz für SSDs oder HDDs bieten. Systeme aus den Jahren 2013 bis 2015 dürften dagegen nur einen oder zwei SATA-III-Steckplätze für SSDs oder HDDs besitzen.
Was all diese Geräte aus unterschiedlichen Epochen gemeinsam haben, ist ein zusätzlicher M.2-Steckplatz mit PCIe-3-Geschwindigkeit, je nach Plattform ist auch PCIe 4 möglich, der wenig Beachtung findet und technisch für zusätzlichen Speicher genutzt werden kann. 2012 und 2013 haben M.2-Steckplätze für WiFi-Karten mit kombiniertem A+E-Key die Mini-PCIe-Steckplätze abgelöst, während PCIe 2 durch PCIe 3 ersetzt worden ist, wodurch Geschwindigkeiten von 0,9 GB/s pro Lane möglich geworden sind. 13 Jahre später findet sich genau dieser M.2-Steckplatz mit A/E-Key noch immer in den meisten Mini-PCs, Laptops und Desktop-Computern. Zeit also, ihm etwas Aufmerksamkeit zu schenken.
CWWK P3-2230/Oaknode OAK-2230 nutzt vernachlässigten M.2-Steckplatz sinnvoll
Die CWWK/Oaknode-SSD, bei der es sich offenbar um dasselbe Produkt mit leicht unterschiedlichem Branding handelt, ist in drei Speichervarianten erhältlich, die allesamt mindestens doppelt so teuer sind, wie es angesichts der gebotenen technischen Daten zu erwarten wäre:
- "Lianyun MAP1202"-Controller, tatsächlich wohl ein Maxio MAP1202
- 256GB, 512GB, 1TB
- angegebene Geschwindigkeiten von bis zu 890MB/s über die einzige PCIe-3-Lane
- Wärmeleitpad aus Graphen
- Aliexpress: Verkäufer 1, Verkäufer 2
Die Preise sind eher hoch angesetzt, die 1TB-Option kostet über 200 Euro, während die günstigste Variante mit 256GB bei über 80 Euro startet.
Der offensichtlichste Nachteil bei der Installation einer solchen SSD besteht darin, dass die WiFi- und Bluetooth-Karte entfernt werden muss. Dabei muss sichergestellt werden, dass die Anschlüsse der Antennen in irgendeiner Form isoliert sind, damit nach dem Zusammenbau des Systems kein Kurzschluss entsteht. Um nach dem Entfernen des ursprünglichen WiFi-Adapters weiterhin eine Verbindung zu WiFi-Netzwerken herstellen zu können, wird ein USB-WiFi-Dongle benötigt. Diese sind nicht so schnell und unkompliziert wie ihre PCIe-Pendants und können unter bestimmten Linux-Distributionen praktisch unbrauchbar sein.
Falls etwas schiefgeht, dürfte auch die Inanspruchnahme der Garantie schwierig werden, wie es bei vielen Produkten wenig bekannter chinesischer Marken der Fall ist.
Bei vielen besonders günstigen Intel-CPUs wie dem Celeron N4020 sind M.2-Steckplätze auf PCIe-2-Geschwindigkeit beschränkt, also 500MB/s pro Lane, und damit nicht schneller als eine ordentliche SATA-III-SSD. Es ergibt wenig Sinn, für Laptops und Mini-PCs auf Basis solcher Chips eine teure PCIe-3-SSD zu kaufen.
Bei Geräten von vor 2012 ist eine vollständige NVMe-Unterstützung unwahrscheinlich, die SSD könnte also zwar funktionieren, aber nicht als bootfähiges Laufwerk erkannt werden.



