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EF-24: Artemis liefert drei Hochgeschwindigkeitsfähren mit Hydrofoil-Technik nach Belfast zur Ausstattung aus

Die EF-24 hat Platz für 150 Fahrgäste. (Bildquelle: Artemis)
Die EF-24 hat Platz für 150 Fahrgäste. (Bildquelle: Artemis)
(Update: Admiral 250/350) Die ersten drei EF-24-Hochgeschwindigkeitsfähren mit Elektroantrieb und Hydrofoil-Technik sind in Belfast angekommen. Sie sollen Nordirland, Wales, Schottland und England zukünftig mit 60 km/h schnellen, aber kleinen Tragflügelbooten besser verbinden.

Artemis hat die erfolgreiche Auslieferung von drei EF-24-Hydrofoil-Elektrofähren bekannt gegeben. Die  Artemis EF-24 Passenger gilt als Hochgeschwindigkeitsfähre und nutzt Flügel, um sich mit dem Schiff größtenteils oberhalb des Wassers zu bewegen, ähnlich der Boeing 929 (Jetfoil), die vorwiegend in Ost-Asien im Einsatz ist, allerdings deutlich größer ist.

Denn die EF-24 ist als Tragflügelboot-Neuentwicklung ein kleiner Neuanfang mit rund 150 Sitzplätzen. Das Boeing-Gegenstück hat hingegen fast doppelt so viel Kapazität und wird von einem Flugzeugtriebwerk angetrieben. Vor ein paar Jahren wurde noch ein Exemplar von Kawasaki in Lizenz aus Restteilen gebaut. Seither gibt es bei Hydrofoils/Jetfoils kaum noch Entwicklungen. Die Wartung war bisher sehr intensiv, auch wenn die Boote das Potenzial haben, Flugstrecken zu ersetzen oder zu ergänzen.

Die EF-24 soll nun wieder das Wasser auf elektrischem Wege mit Hochgeschwindigkeitsfähren erschließen. Im Vereinigten Königreich sind drei Strecken geplant: Von Belfast in Nordirland nach Bangor in Wales, rund um die Orkney Islands in Schottland und von England aus von Southampton nach Cowes, Isle of Wight.

Das Ganze kommt mit einer ordentlichen Verzögerung, wie Artemis auch selbst in der Pressemitteilung zugibt. Eigentlich sollten die Fähren schon Ende letzen Jahres fahren. Solche Verzögerungen beim Umsetzen neuer Antriebstechniken sind aber nicht ungewöhnlich. Im Vergleich zur Luftfahrt halten sie sich aktuell auch eher in Grenzen: Prototypen für die Passagierluftfahrt sind längst in der Luft (gewesen). Eine Zertifizierung ist aber kaum absehbar, zumal manche Projekte wie Eviation Alice das Flugzeug nach erfolgreichem Erstflug nochmal neu designen müssen.

Wann die Elektrofähren in Betrieb gehen werden, sagt Artemis aber bisher nicht. Sie werden in Belfast nun ihre Innenausstattung bekommen.  Die Chancen für einen Einsatz im Jahr 2026 dürften damit ganz gut stehen, wenn die Testfahrten erfolgreich sind.

Die Fähren bewegen sich typischerweise mit 34 Knoten oder etwa 63 km/h über das Wasser. Die Reichweite wird mit 70 nautischen Meilen (ca. 130 km) angegeben. Das ist die Reichweite für den schnellen Hydrofoil-Betrieb. Normalerweise heben sich solche Boote erst in größerer Entfernung des Hafens aus dem Wasser. 

Laut Artemis können die Boote aber recht schnell auf eine hohe Geschwindigkeit gehen. Durch das Anheben des Schiffskörpers entsteht potenziell deutlich weniger Schaden an der Küste durch die Erzeugung von Wellen. Dafür müssen die Regeln aber gegebenenfalls angepasst werden.

Update vom 19. Januar 2026 um 10:30 Uhr: Neben der Boeing 929 von Kawasaki wurden in den letzten Jahren zudem Tragflügelfähren von Liberty Shipyard in Trapani gebaut und bei Liberty Lines in Dienst gestellt, die zu den Serien Admiral 250 und Admiral 350 gehören. Sie bieten Platz für über 200 Passagiere.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-01 > EF-24: Artemis liefert drei Hochgeschwindigkeitsfähren mit Hydrofoil-Technik nach Belfast zur Ausstattung aus
Autor: Andreas Sebayang, 19.01.2026 (Update: 12.02.2026)