Essen retten in Asien: Too Good To Go mit Testmarkt in Japan

Per Zufall haben wir mit Too Good To Go entdeckt, dass das Unternehmen mittlerweile auch in Asien Fuß fassen will. Im Großraum von Tōkyō lässt sich mittlerweile Essen vor dem Verderben retten. Noch sind es aber nicht viele Stellen, die in der riesigen Metropole aufgesucht werden können. Etwas über 460 aktive Standorte listet die App (Stand: Mai 2026). Dazu kommen wahrscheinlich noch einige Standorte, die nur ab und an übrig gebliebenes Essen anbieten.
Das ist wenig. Allein in Wien finden sich beispielsweise über 4.500 Angebote und im Großraum Berlin sind es über 3.400 Orte, an denen sich Essen retten lässt.
Ein Anfang ist damit aber gemacht und das Angebot ist derzeit auch auf reguläres Essen beschränkt. Blumen oder Nahrungsmittel für Tiere fehlen in und um Tōkyō noch. Bei rund 460 Angeboten muss man allerdings durchaus eine Weile durch die Stadt scrollen, um etwas Passendes zu finden, und die Anreisezeit dürfte dazu kommen.
Interessant ist der Beitritt aber vor allem, weil in Japan ohnehin verderbliches Essen oft stark reduziert abgegeben wird. Supermärkte verkaufen ihr frisches Sushi oft mit einem Preisnachlass von bis zu 50 Prozent ein bis zwei Stunden vor dem Ladenschluss. Gerade die in Bahnhöfen integrierten Einkaufszentren und Essensstationen werden dann stark frequentiert. Aber auch Supermärkte abseits der Zentren rabattieren stark, um die Ware loszuwerden. Das dürfte für Too Good To Go eine größere Herausforderung sein, als in Ländern, wo das Wegwerfen von Lebensmitteln mitunter aus wirtschaftlichen Gründen praktiziert wird.
Dagegen muss bei Too Good To Go vorbestellt werden. Dafür sind auch Restaurants leicht auffindbar. Allgemein eignet sich Too Good To Go auch gut, um lokale Geschäfte zu entdecken, die man bei einem Stadtbesuch vielleicht nie gefunden hätte, weil sie vor allem der lokalen Bevölkerung ihre Angebote machen. Wir haben schon viele besondere Angebote so in zahlreichen Städten entdecken können, die auf einer Karte kaum auffallen.
To Good To Go ist explizit ein For-Profit-Unternehmen, aber mit einem sozialen Ziel. In Deutschland verdient das Unternehmen pro Bestellung rund 25 Prozent.

Quelle(n)
Eigene Recherchen


