Neuer Test deckt verborgene DNA-schädigende Chemikalien in Kosmetika und Lebensmitteln auf

Forscher der Justus-Liebig-Universität Gießen haben ein revolutionäres Testverfahren vorgestellt, das in der Lage ist, verborgene Chemikalien zu identifizieren, die die menschliche DNA dauerhaft schädigen und lebende Zellen beeinträchtigen können. Herkömmliche Testmethoden übersahen diese gefährlichen Substanzen in komplexen Gemischen häufig aufgrund von Löslichkeitsproblemen oder störenden Laborsignalen.
Um dieses Problem zu lösen, entwickelte das Forschungsteam eine neue Methode, die einzelne Verbindungen aus komplexen Alltagsgegenständen wie Tees, Parfüms und Kosmetika isoliert, ohne deren spezifische chemische Struktur im Voraus kennen zu müssen. Die Forscher simulierten zudem den menschlichen Leberstoffwechsel, um zu beobachten, wie der Körper diese Chemikalien verarbeitet.
Dabei zeigte sich, dass unsere natürliche Entgiftung dieser Substanzen überraschend gering ausfällt. Bei der Analyse verschiedener Alltagsgüter entdeckten die Forscher schädliche Verbindungen in unzureichend regulierten Produkten wie Lippenstiften, Wundcremes und Brustwarzensalben. Hierbei ist jedoch anzumerken, dass genau diese drei Beispiele in Europa unter die Verordnung 1223/2009 fallen und somit sehr umfassend geregelt sind, wenn auch „nur” risikobasiert.
Die Ergebnisse unterstreichen, wie leicht diese gefährlichen Substanzen natürliche Schutzbarrieren durch winzige Hautrisse oder Zahnfleischbluten umgehen können, um direkt in den Blutkreislauf zu gelangen. Darüber hinaus belegen die gewonnenen Daten bestehende Gesundheitswarnungen bezüglich rotem Fleisch und stützen die jüngsten Verbote der Europäischen Union für Raucharomen.
Über das Aufdecken verborgener Gefahren hinaus stellt das aktualisierte Verfahren einen massiven Sprung in der Laboreffizienz dar. Im Vergleich zu älteren Sicherheitstests ist dieses neue Screening fünfmal schneller, reduziert den manuellen Arbeitsaufwand drastisch und senkt die Kosten für Verbrauchsmaterialien um mehr als 99 %.
Um Regulierungsbehörden und Herstellern zu helfen, die Verbrauchersicherheit sofort zu verbessern, entwarf das Team eine kostengünstige, quelloffene (Open-Source) und miniaturisierte Version des Testsystems. Dieses kann weltweit für die routinemäßige Qualitätskontrolle und die Überwachung von Umweltwasser eingesetzt werden.








