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Frankreichs Hochgeschwindigkeitszug TGV-M darf mit 320 km/h fahren

Der TGV-M im Alstom-Werk hat nun eine Zulassung für Frankreich.
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Der TGV-M im Alstom-Werk hat nun eine Zulassung für Frankreich.
SNCF und Alstom haben eine wichtige Hürde genommen. Der TGV-M darf in Frankreich fahren und das mit bis zu 320 km/h. Die neuen Doppelstockzüge sind bereits die fünfte Generation der TGV mit mehr Sitzplätzen aber auch weniger Energiebedarf.

Frankreichs TGV-M darf fahren. Wie Elias Van Deun herausgefunden hat, hat Alstoms neuer Hochgeschwindigkeitszug die Zulassungshürde der European Union Agency for Railways genommen. Der Schritt war längst überfällig, allerdings litt in den letzten Jahren immer wieder Rollmaterial unter Zulassungsproblemen. Die Nachricht kommt wenige Tage, nachdem das Reise- und Tourismus-Magazin Voyages D'Affaires darauf verwies, dass der Betreiber SNCF keine Daten mehr für eine mögliche kommerzielle Inbetriebnahme der neuen TGV-M-Garnituren nennt.

Die nun erfolgte Zulassung passt aber zu Informationen des Magazins, dass der Zug im August oder September 2026 erstmals Fahrgäste transportieren könnte. 

Der TGV-M ist der erste Zug, der auf Alstoms Avelia-Horizon-Plattform basiert. 2018 hatte die SNCF nach Alstom-Angaben 100 Garnituren bestellt und dann sogar noch einmal nachbestellt. Wichtig wird der Horizon auch für das Eurostar-Netz mit seinen besonderen Anforderungen, insbesondere bei der Nutzung im Ärmelkanal-Tunnel. Hier sollen 30 Einheiten für Entspannung beim älter werdenden Material sorgen. Sie sollen zudem vier Stromspannungen unterstützen, für die notwendige Kompatibilität über Landesgrenzen hinweg. Der jetzt zugelassene TGV-M ist für Frankreich und zwei Spannungen ausgelegt: 1,5 und 25 kV.

Der Avelia Horizon folgt dabei dem klassischen TGV-Prinzip: Es gibt zwei Triebköpfe, die für den Antrieb sorgen. Es sind also keine typischen austauschbaren Loks (Railjet, ICE L), aber auch kein unter Waggons verteilter Antrieb (ICE T, 3). In Deutschland entspricht das der ersten ICE-Generation. 

Beim den Achsen setzt man außerdem wieder auf ein Jakobs-Drehgestell. Das heißt, zwei Waggons liegen auf einem Drehgestell auf. Im regulären Betrieb lassen sich die Züge also nicht mal eben kürzen oder verlängern. Wobei eine Änderung der Länge des ICE 1 auch nur recht selten passierte. Zuletzt wurde der Zug gekürzt. Flexibilität gibt es beim TGV-M aber trotzdem, denn eine Garnitur ist 200 Meter lang und kann als Doppeltraktion mit mehr Kapazität fahren.

Die neuen Züge setzen zudem wieder auf zwei Decks. Alstom schafft es aber, über 20 Prozent mehr Sitze in den Zug zu bekommen. Die Kapazität liegt nun laut SNCF bei 740 statt 600 Plätzen. Zudem soll der Energiebedarf noch einmal um 20 Prozent sinken. Laut Alstom liegt das Potenzial der Horizon-Serie sogar bei 30 Prozent.

Die Züge im SNCF-Netz werden zudem WLAN auf 5G-Basis bieten. 

Die Höchstgeschwindigkeit des TGV-M richtet sich nach dem Zugsicherungssystem. Laut Zulassungsinformationen sind nach ETCS und TVM 320 km/h möglich. Das ist vor allem für die Hochgeschwindigkeitsstrecken des Typs LGV wichtig. Nach KVB sind 220 km/h möglich und im Crocodile-Netz sind es 160 km/h.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-05 > Frankreichs Hochgeschwindigkeitszug TGV-M darf mit 320 km/h fahren
Autor: Andreas Sebayang, 23.05.2026 (Update: 23.05.2026)