Notebookcheck Logo
Der Mangmi Air konnte sich im Hands-On als gutes Gerät beweisen (Bildquelle: Silvio Werner)

Für Retro-, Android-Titel und das Triple-A-Streaming: Günstiger Mangmi Air X im Hands-On

Der günstige Tausendsassa

Der Mangmi Air X verspricht viel Spielspaß zum günstigen Preis und kann dieses Versprechen in der Praxis auch erfüllen. Im Hands-On zeigt sich der Air X als dank Android vielseitiger und auch zum Streaming einsetzbarer Gaming-Handheld mit ordentlicher, wenn auch nicht überragender Performance.
Silvio Werner Veröffentlicht am 🇺🇸 🇫🇷 ...
Gaming Handheld Launch

Vielseitig, günstig und gut: Der Mangmi Air X bietet viel Spielspaß

Der Mangmi Air X ist ein rundum gelungener Erstling von Mangmi. Der Handheld eignet sich zur Emulation auch anspruchsvollerer Retro-Titel gut, ist allerdings nicht auf diese Anwendung beschränkt. So lassen sich dank Android auch aktuelle Titel installieren, die Nutzung mehr oder weniger beliebiger Apps ist möglich. Das lokale Streaming funktionierte in unserem Test völlig unproblematisch und mit zumindest für Singleplayer-Titeln annehmbarer Verzögerung.

Mit einem Preis von 90 Dollar ist der Handheld dabei noch günstig. Bei der Verarbeitung leistet sich Mangmi keine Patzer, das allgemeine Design ist frei von Tadel, allerdings auch nicht gerade innovativ. Mangmi hat das Betriebssystem sinnvoll angepasst und ermöglicht so einen guten Start. Unser größter Kritikpunkt ist am Ende dann doch am ehesten die Leistung: So müssen mit dem Snapdragon 662 vornehmlich bei anspruchsvolleren Android-Titeln Einschränkungen hingenommen werden. Nutzer, die einen günstigen Gaming-Handheld mit vielen Möglichkeiten suchen, machen mit dem Mangmi Air X nichts falsch, eine Alternative könnte die Nutzung des eigenen Smartphones mit einem Controller (auf Amazon) darstellen. Kommt es nur auf die Retro-Emulation bis zur PSP-Ära an, wäre beispielsweise der noch einmal deutlich günstigere R36XX eine Überlegung wert.

Pro

+ Günstig
+ Vielseitig nutzbar
+ Gute Verarbeitung
+ Relativ hohe Leistung für Retro-Plattformen

Contra

- Nur WiFi 5
- Beschränkte Leistung für Android-Titel

Preis und Verfügbarkeit

Der Mangmi Air X ist direkt beim Hersteller für einen Preis von 90 Dollar ohne Speicherkarte erhältlich. Dazu kommen noch Versandkosten in Höhe von 15 Dollar, im Prinzip können auch noch Einfuhrabgaben anfallen. Auch wenn diese möglicherweise nicht erhoben werden, sollten Nutzer diese mit einkalkulieren.

Der Air X von Mangmi ist ein Gaming-Handheld auf Android-Basis und mit dem Qualcomm Snapdragon 662. Die für aktuelle Konsolen typischen Eingabegeräten befinden sich links und rechts vom 5,5 Zoll großem IPS-Display.

Spezifikationen

SoC Qualcomm Snapdragon 662
Arbeitsspeicher 4 GByte LPDDR4X
Interner Speicher 64 GByte eMMC
Bildschirmgröße 5,5 Zoll, IPS
Auflösung 1.920 x 1.080 Pixel
Betriebssystem Android 14
Konnektivität WiFi 5, Blueooth 5.0, USB Typ C, Klinkenanschluss, microSD-Slot
Akkukapazität 5.000 mAh
Ladeleistung 15 Watt
Eingabemöglichkeiten Joysticks, Steuerkreuz, Aktionstasten, Schultertasten, Trigger
Abmessungen 203,47 x 87,39 x 16,80 Millimeter
Gewicht 286 Gramm
Vibrationsmotor Vorhanden

Ordentliche Verarbeitung, Eingabemöglichkeiten auf Höhe der Zeit

Die typischen Bedienelemente sind vorhanden, das Steuerkreuz ist das nicht das beste seiner Art (Bildquelle: Notebookcheck)
Die typischen Bedienelemente sind vorhanden, das Steuerkreuz ist das nicht das beste seiner Art (Bildquelle: Notebookcheck)
Ein Lüfter ist integriert, wobei dieser ohne Audioausgabe doch hörbar ist (Bildquelle: Notebookcheck)
Ein Lüfter ist integriert, wobei dieser ohne Audioausgabe doch hörbar ist (Bildquelle: Notebookcheck)

Der Mangmi Air X ist ein Handheld im Querformat, die Eingabegeräte befinden sich also links und rechts vom Display. Die beiden Joysticks bieten dabei einen angenehmen Widerstand, der eine sichere Eingabe ermöglicht. Das Steuerkreuz steht relativ weit heraus und gehört vom Gefühl nicht zu den besten. Die Aktionstasten bieten einen angenehmen Druckpunkt, die Schultertasten und die Trigger sind frei von Tadel. Ein im Betrieb ohne Audioausgabe durchaus zu hörender Lüfter ist vorhanden. Die beiden Joysticks bieten eine konfigurierbare RGB-Beleuchtung, die wir eher für ein Gimmick halten.

Die Verarbeitungsqualität ist insgesamt sehr ordentlich. In der Hand lässt sich der Mangmi Air X auch über längere Zeit relativ bequem halten. Für diskutabel halten wir die Positionierung insbesondere des USB Typ C-Anschluss an der Unterseite: Wird der Handheld beim entspanntem Spielen abgelegt, kann das Kabel entsprechend abknicken, ein zusätzlicher USB-Port für die Aufladung an der Oberseite hätte wahrscheinlich die Premium-Lösung dargestellt. Das Display löst mit 1.920 x 1.080 Pixeln hoch auf, das IPS-Panel kann in Bezug auf die Helligkeit und Brillianz aber nicht an den eines modernen Smartphones mit OLED heranreichen. Im Lieferumfang sind eine Schutzfolie und eine taugliche Hülle bereits enthalten. Akkulaufzeiten von rund 6 Stunden sind (extrapoliert) erreichbar, dann allerdings eher bei der Emulation weniger anspruchsvoller Plattformen. Verbaut sind Lautsprecher, diese sind kein Totalausfall, bieten aber keine überragende Audioqualität.

Android 14 mit Play Store-Zugriff

Der Mangmi Air X kommt mit Android 14. Die Einrichtung funktioniert völlig problemlos, passende, zusätzliche Programme etwa zur Emulation und auch Steam Link werden zur Installation vorgeschlagen. Das Betriebssystem wurde sinnvoll angepasst: So können Nutzer die Android-Oberfläche ignorieren und einfach in den Game Launcher starten, unabhängig davon gibt es eine über die Schnellzugriffsleiste aufrufbare, nützliche Sidebar mit Informationen zur Auslastung und auch Optionen etwa zur Aktivierung des Game-Modus. Der Lüfter kann gesteuert werden, selbiges gilt für die Beleuchtung der Joysticks.

Es wird Android genutzt (Bildquelle: Notebookcheck)
Es wird Android genutzt (Bildquelle: Notebookcheck)
Relevante Einstellungen sind einfach erreichbar (Bildquelle: Notebookcheck)
Relevante Einstellungen sind einfach erreichbar (Bildquelle: Notebookcheck)
Die Sidebar bietet Performance- und Auslastungsanzeigen (Bildquelle: Notebookcheck)
Die Sidebar bietet Performance- und Auslastungsanzeigen (Bildquelle: Notebookcheck)

Nutzung als Android-Handheld

Der Zugriff auf den Play Store ist möglich, was vielfältige Anwendungszwecke erlaubt. Der Audio- oder Video-Genuss etwa über Spotify oder YouTube oder auch von lokal gespeicherten Inhalten ist völlig problemlos möglich, das Browsing ebenfalls. Die wichtige E-Mail dürfte sich auch über die Touch-Tastatur leidlich gut schreiben lassen. Zubehörteile lassen sich über Bluetooth anschließen.

Android-Videospiele lassen sich unserer Erfahrung durchaus wiedergeben. Das Rennspiel Asphalt läuft gut, Genshin Impact ist zumindest spielbar - in niedrigen Grafikeinstellungen und nicht frei von Slowdowns. War Thunder Mobile erreicht zwar nicht ganz die 60 Bilder in der Sekunde, auch hier sind mit niedrigen Grafikeinstellungen aber recht stabil 45 FPS erreichbar. Einfachere Titel etwa mit 2D-Optik sind problemlos darstellen, seine Stärken kann der Mangmi Air X natürlich bei Titeln ausspielen, die die Controller-Eingabe unterstützen.

Beispielsweise War Thunder Mobile ist sinnvoll darstellbar (Bildquelle: Notebookcheck)
Beispielsweise War Thunder Mobile ist sinnvoll darstellbar (Bildquelle: Notebookcheck)
Genshin Impact läuft einigermaßen spielbar (Bildquelle: Notebookcheck)
Genshin Impact läuft einigermaßen spielbar (Bildquelle: Notebookcheck)

Retro-Handheld für anspruchsvollere Plattformen

Ein ganz großer Teil der Attraktivität dürfte die Möglichkeit zur Nutzung von Emulatoren ausmachen. Mangmi liefert im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern eine Speicherkarte nur mit, wenn diese als Modellversion ausgewählt wird. Wir wollen hier weder eine lange, rechtliche oder moralische Würdigung formulieren. Moralisch mag es vertretbar erscheinen, einen alten Klassiker, den man in Kindertagen für viel Geld gekauft hat, 20 Jahre später zu emulieren, urheberrechtlich ist aber selbst das mit einem heruntergeladenen Image kritisch zu beurteilen - zumal beispielsweise Nintendo seine alten Titel weiterhin wirtschaftlich verwertet.

Die Leistung des Mangmi Air X ist relativ hoch. Game Boy- und auch Nintendo DS-Titel lassen sich völlig problemlos und flüssig wiedergeben, selbst die PSP kann mit einer Auflösungsskalierung und damit besserer Optik noch völlig flüssig emuliert werden. Die Nutzung ist dank des zur Installation angebotenen Game Launcher einfach: Vornehmlich eine Speicherkarte lässt sich durchsuchen, die Images werden gefunden und lassen sich dann nach Plattform oder auch manuell sortiert mit dem passenden Emulator wiedergeben.

Der Game Launcher bietet eine übersichtliche Benutzeroberfläche (Bildquelle: Notebookcheck)
Der Game Launcher bietet eine übersichtliche Benutzeroberfläche (Bildquelle: Notebookcheck)
Verschiedene Plattformen lassen sich emulieren, über verschiedene Emulatoren (Bildquelle: Notebookcheck)
Verschiedene Plattformen lassen sich emulieren, über verschiedene Emulatoren (Bildquelle: Notebookcheck)

Darstellung von Triple-A-Titeln dank Streaming

Ebenfalls direkt nutzbar ist Steam Link. Die Funktionsweise ist denkbar einfach: Drahtlos können Spielinhalte von einem im gleichem Netzwerk befindlichen PC gestreamt werden, die Einrichtung geht einfach von der Hand. Nutzbar ist der Mangmi Air X so definitiv, wir konnten sowohl Hogwarts Legacy als auch Escape from Duckov angemessen spielen. Bei Hogwarts Legacy ergab sich eine Display-Latenz von bis zu 50 Millisekunden, für einen Singleplayer-Titel ist dies noch akzeptabel. In diesem Szenario wurde der streamende PC und natürlich auch der Mangmi Air X über WiFi angebunden, eine Latenz von rund 40 Millisekunden ließ sich in Espace from Duckov nicht unterschreiten, selbst bei massiv reduzierter Auflösung und damit unter Ausschaltung eines möglichen Flaschenhalses. Mit Moonshine gibt es eine von uns nicht getestete, alternative Streaming-Lösung.

Auch das geht: Hogwarts Legacy im lokalem Streaming, man beachte die Performance-Metriken unten links (Bildquelle: Notebookcheck)
Auch das geht: Hogwarts Legacy im lokalem Streaming, man beachte die Performance-Metriken unten links (Bildquelle: Notebookcheck)
Ohne Controller-Unterstützung geht nichts, Community-Profile sind eine große Hilfe bei nicht nativ unterstützen Titeln (Bildquelle: Notebookcheck)
Ohne Controller-Unterstützung geht nichts, Community-Profile sind eine große Hilfe bei nicht nativ unterstützen Titeln (Bildquelle: Notebookcheck)

Transparenz

Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.

static version load dynamic
Die Kommentare zum Artikel werden geladen
Diesen Artikel kommentieren / Antworten
Teilen Sie diesen Artikel, um uns zu unterstützen. Jeder Link hilft!
Mail Logo
> Notebook Test, Laptop Test und News > Tests > Sonstige Tests > Für Retro-, Android-Titel und das Triple-A-Streaming: Günstiger Mangmi Air X im Hands-On
Autor: Silvio Werner,  6.11.2025 (Update:  6.11.2025)