GTA-6-Hacker CyberLeek verlangt sechsstellige Summe für Zugang zu privatem Werbekanal

CyberLeek, der Hacker hinter der jüngsten Welle von GTA 6-Gameplay-Leaks, hat eine neue Möglichkeit gefunden, damit Geld zu verdienen – und diesmal geht es um mehr als nur den Verkauf eines Meme-Coins. Auf seiner „offiziellen“ Website, die wir aus naheliegenden Gründen hier nicht verlinken, werden potenziellen Kunden nun Werbeplatzierungen, gebrandete Wasserzeichen und individuell angefertigte Gameplay-Aufnahmen angeboten, darunter auch Inhalte für Erwachsene. Der Einstiegspreis ist allerdings alles andere als niedrig. Interessenten müssen zunächst 400 XMR bezahlen, was zum Zeitpunkt der Veröffentlichung rund 145.000 Euro entspricht. Die Zahlung garantiert, dass CyberLeek innerhalb von 24 Stunden über Session ein privates Gespräch eröffnet.
Klickt ein Besucher auf der Website von CyberLeek auf den „Contact“-Button, soll die Seite angeblich ein neues Session-Konto samt Wiederherstellungspasswort erzeugen. Anschließend wird ein individueller Monero-Betrag angezeigt, dessen zwölf Nachkommastellen als Kennung dienen. Käufer werden angewiesen, exakt diesen Betrag aus einer persönlichen Wallet zu senden, da Kryptobörsen Transaktionen häufig runden oder Gebühren abziehen. CyberLeek hat sich für Monero entschieden, weil Transaktionsbeträge vor öffentlichen Blockchain-Beobachtern verborgen werden. Dadurch kann die Wallet des Empfängers die für sie bestimmten Zahlungen privat identifizieren und entschlüsseln. Einen individuellen Nachkommabetrag als private Rechnungsnummer zu verwenden, ist eine clevere Methode, Zahlungen zuzuordnen: Sender und Empfänger können die Transaktion miteinander abgleichen, ohne dabei allzu viele forensisch verwertbare Spuren zu hinterlassen. Da Take-Two inzwischen mit voller Härte gegen CyberLeek vorgeht, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis der Hacker diesen Weg aufgeben und ein noch komplizierteres System aufbauen muss.
CyberLeek kann diese zwölf Ziffern offenbar dazu verwenden, die Session-Identität des Käufers zu rekonstruieren, ohne einen Datensatz auf einem Server speichern zu müssen. Genau an diesem Punkt wirkt das System allerdings fragwürdig. Zwölf Dezimalstellen ergeben rund eine Billion mögliche Werte, also ungefähr 40 Bit an Information. Ein normales Session-Konto basiert auf einem zufälligen 128-Bit-Seed. Falls der zwölfstellige Wert allein das Konto deterministisch erzeugt, hätte die daraus entstehende Identität effektiv höchstens etwa 40 Bit Entropie. Wird dagegen ein vollwertiger zufälliger Seed verwendet, lässt sich dieser nicht allein aus zwölf Dezimalstellen wiederherstellen. Möglich sind zwar technische Umgehungslösungen, doch zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gibt es keinerlei Beweise dafür, dass das System überhaupt funktioniert – und herauszufinden, ob es das tut, wäre ziemlich teuer.
So kreativ das System zweifellos ist, hat es dennoch einige Schwächen. Schon allein dafür zu bezahlen, eine Marke mit mutmaßlich gestohlenem Gameplay-Material in Verbindung zu bringen, wäre rechtlich und reputationsseitig ein erhebliches Risiko – zumindest für seriöse Unternehmen. Wer 145.000 Euro für Werbung ausgeben kann, hat zudem genügend legale oder zumindest weniger fragwürdige Alternativen. Diese Summe wieder einzuspielen, zusätzlich zu dem Betrag, den CyberLeek anschließend tatsächlich für eine Anzeige verlangt, wäre eine weitere Herausforderung. GTA-6-Fans interessieren sich schließlich für Gameplay-Material – nicht für ungefragte Werbung zwielichtiger Drittanbieter.












