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Girocard überholt in Deutschland die Barzahlung beim Umsatz

Kartenzahlung wird immer beliebter. (Foto: Andreas Sebayang/Notebookcheck.com)
Kartenzahlung wird immer beliebter. (Foto: Andreas Sebayang/Notebookcheck.com)
Im deutschen Einzelhandel setzt sich immer mehr die Kartenzahlung durch. Nach einer Studie des EHI Retail Institute konnte im vergangenen Jahr vor allem das deutsche Zahlungssystem Girocard profitieren. Smartphone-Banken lassen sich in den Zahlen interessanterweise kaum erkennen.

Der deutsche Markt beim Bezahlen liegt fest in der Hand der Girocard, wie aus einem Vorabbericht einer Studie des EHI Research Institute zum Einzelhandel hervorgeht. Mit rund 182 Millionen Euro Umsatz liegt die Zahlung mit diesem Kartensystem laut EHI erstmals vor dem Bargeld. Das entspricht rund 42 Prozent des Umsatzes im Einzelhandel. 

Das Bargeld macht aber immer noch einen großen Anteil aus und kommt auf rund 39 Prozent des Umsatzes, ist also weiter von großer Bedeutung. Dennoch ist der Abstieg über die letzten Jahre deutlich geworden. 2019 waren es noch 46,5 Prozent des Umsatzes, der in Bargeld erreicht wurde. Das entsprach 14,58 Milliarden Transaktionen.

2020 sank der Wert auf etwas über 12 Milliarden Transaktionen. 2021 sind es nur noch etwas über 10 Milliarden Transaktionen. Diese Zahlen sind aber mit Vorsicht zu genießen. Im Rückgang der Transaktionen spiegelt sich auch die Corona-Pandemie wieder. Der Einzelhandel wurde allgemein seltener besucht. Vor allem im Supermarkt ist das auffällig. 2019 lag der durchschnittliche Umsatz dort noch bei 15,89 Euro. 2021 sind es 19,06 Euro gewesen. Das ist nicht allein durch die Inflation zu erklären. 

Typische Smartphone-Banken sind in den Umsätzen kaum zu erkennen

Rechnet man alle Kartensysteme zusammen, dann übersteigen diese den Bargeld-Anteil deutlich. Allein durch Kreditkarten sind noch einmal neun Prozentpunkte mehr Umsatz hinzuzuzählen. Relativ abgeschlagen sind andere Debit-Karten-Systeme, die das EHI nur zusammengezählt auflistet. Mastercards Maestro, Visa V Pay und die Debit-Mastercard selbst kommen zusammen nur auf 0,8 Prozent des Gesamtumsatzes. 

In diesen Kartensystemen sind zudem viele Startup-Banken zu finden. Vor allem Mastercard ist sehr stark über Smartphone-Banking-Apps vertreten. Beispiele sind Curve, N26 oder Check24. Auch wenn diese viel Werbung machen, ist die Bedeutung in Deutschland offenbar nicht allzu groß.

N26, die sowohl reine Maestro als auch Debit-Mastercards im Umlauf haben, hat nach Angaben der Bank bereits 2021 sieben Millionen Kunden gehabt. In diesen Zahlen stecken Kunden zahlreicher anderer Länder. Laut Gründerszene macht N26 allerdings 95 Prozent seines Umsatzes in Deutschland und beruft sich dabei auf den Geschäftsbericht der Bank. Die Anzahl der aktiven Kunden gibt Gründerszene übrigens mit nur 2,9 Millionen für das Jahr 2020 an.

Zur Beurteilung der Verbreitung der Kartensysteme können die Zahlen des EHI übrigens nicht herangezogen werden. Vor allem Girocards haben für den internationalen Gebrauch meist ein sogenanntes Co-Badge. Es ist also neben dem Girocard-Logo auch ein Logo von Maestro, V-Pay oder auch Mastercard aufgedruckt. Eine der wenigen Banken, die reine Girocards ausgeben, ist Check24.

Als Datenbasis verwendet die Studie Daten von 292 Unternehmen mit etwa 90.000 Betrieben aus 35 Branchen. Laut EHI haben diese einen Brutto-Umsatz von 245,6 Mrd. Euro, was etwa 57 Prozent des Gesamtumsatzes im Einzelhandel entspricht. Zur Repräsentativität macht EHI keine Angaben. Die gesamte Studie soll im Juni 2022 erscheinen.

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Autor: Andreas Sebayang,  3.05.2022 (Update:  3.05.2022)