GoPro Mission 1 Pro ILS: Kamera stößt bei Hollywood-Filmemachern auf großes Interesse

GoPro hat seine Action-Kameras der Mission 1-Serie zur Cine Gear LA 2026 mitgebracht, die am 5. und 6. Juni 2026 in den Universal Studios Hollywood stattgefunden hat. Viele professionelle Filmemacher konnten die kommende Mission 1 Pro ILS ausprobieren, die einen 1 Zoll großen 8K-Sensor mit einem Micro-Four-Thirds-Bajonett (MFT) kombiniert. Das Unternehmen zeigt sich weiterhin überrascht von "all der Resonanz", die die M1P seit ihrer Vorstellung auf der NAB 2026 ausgelöst hat.

Die Mission 1 Pro ILS richtet sich direkt an kreative Filmemacher, die eine kompakte Digitalkamera mit hoher Bildqualität suchen, die zugleich die Flexibilität und den Look verschiedener Objektive bietet. Alle Objektive werden manuell bedient, Zubehör von Drittanbietern kann laut einem Vertreter aber Funktionen wie einen LiDAR-Autofokus ergänzen.
Eine M1P ILS ist mit einem TTArtisan APS-C 40mm F2.8 Makroobjektiv und einem linksseitigen SmallRig-Griff kombiniert worden, der auf einer 3D-gedruckten Basis montiert ist. Oben ist ein per USB angebundenes Smartphone als Monitor befestigt gewesen. Dieses Setup ist überraschend leicht ausgefallen, vor allem nach dem Ausprobieren der vielen anderen größeren Kameras, die auf der Messe gezeigt worden sind, etwa einer Canon C50 mit einem 24mm RF Prime Cine-Objektiv.
Der 1-Zoll-Sensor ist ähnlich groß wie Super-16-Film und fängt deutlich mehr Licht ein als frühere GoPro-Sensoren. Er unterstützt Open-Gate-Aufnahmen mit voller Sensorbreite und -höhe in 8K 4:3 mit bis zu 30 FPS. Open-Gate-Aufnahmen passen nicht nur besser zum IMAX-Format, sondern können mit anamorphotischen Objektiven auch für 2,40:1-Material genutzt werden.
Bei 16:9-Videos kann die Kamera 8K mit bis zu 60 FPS, 4K mit bis zu 240 FPS und 1080p mit bis zu 480 FPS aufzeichnen. Wichtig ist, dass die Mission bei Aufnahmen in 4K mit 60 FPS oder weniger in 4:3 oder 16:9 Dual Gain Readout der nativen 1,6µm-Pixel des Sensors nutzen kann. Diese werden im Quad-Bayer-Modus kombiniert, um aus dem 50 MP Sensor einen Dynamikumfang von bis zu 14 Blendenstufen bei reduziertem Rauschen zu erzielen. Digitale Stabilisierung kann ebenfalls angewendet werden.
Wenn das Objektiv entfernt wird, ist der Sensor der Umgebung ausgesetzt. Da es keinen Ultraschallmechanismus zur Staubentfernung gibt, müssen Filmemacher darauf achten, unnötige Staubbelastung zu vermeiden.

Im Auslieferungszustand können Videos mit einem eigens entwickelten 10-Bit-4:2:0-Profil namens GP-Log2 mit bis zu 240 Mbit/s als H.265-Dateien (HEVC) aufgezeichnet werden. Der Vertreter hat jedoch angemerkt, dass alternative Aufnahmemethoden dies auf 300 Mbit/s erhöhen können. Empfohlen werden microSD-Karten mit v30- oder UHS-3-Einstufung. Die Kamera führt automatisch einen Benchmark der maximalen Übertragungsrate jeder Speicherkarte durch, um Aussetzer während der Aufnahme zu vermeiden.
Eine weitere M1P ILS ist mit einem Laowa 17mm T1.9 MFT Cine-Objektiv, Follow Focus, Matte Box und Objektivfilterhalter in einem SmallRig-Käfig kombiniert worden, dazu kam ein per USB verbundenes Smartphone auf der Oberseite als Monitor.
Das Laowa hat ein sehr cineastisches Bild erzeugt, mit knackigem Fokus, der auf dem Smartphone durch Zebra-Muster hervorgehoben worden ist, und schönem Bokeh bei Unschärfe. Der Follow Focus hat sich sofort sehr gut angefühlt, eine Eingewöhnung war nicht nötig, um die Schärfe schnell oder langsam zu ziehen. Bei vollständiger Defokussierung haben Highlights organisch aufgefächert und dabei die Form der sechseckigen Blende widergespiegelt. Der Live-Feed auf dem Smartphone kann per Pinch-to-Zoom vergrößert werden, um den Fokus zu überprüfen und Details zu kontrollieren.
Ein kurzes Tippen auf das Smartphone oder den Touchscreen der Mission 1 hat zahlreiche Einstellungen geöffnet, darunter einen schnellen Zugriff auf LUT-Presets. Nutzer können aus Dutzenden Presets wählen oder eigene benutzerdefinierte LUTs erstellen, allerdings gibt es keine LUTs, die speziell auf Kinofilme wie Kodak Vision3 250D abgestimmt sind.
Die Farbtechnologie und die App werden bis zur Veröffentlichung der M1P ILS kontinuierlich weiterentwickelt. App-Funktionen wie LUT- und Preset-Steuerung, automatische Motivrahmung und Zebra-Overlays sollen ergänzt und verfeinert werden.
Für den Ton besitzt die M1P ILS 4 integrierte Mikrofone, die 32-Bit-Float-Audio für übersteuerungsfreie Aufnahmen in den meisten extrem lauten Situationen aufzeichnen können. Bluetooth- und USB-C-Mikrofone lassen sich ebenfalls verbinden, außerdem kann die Kamera bis zu drei Audiospuren gleichzeitig aufnehmen.
Social-Media-Creator, die ein stärker auf Action ausgelegtes Modell suchen, könnten die Mission 1 Pro in Betracht ziehen. Diese nutzt denselben 1-Zoll-Sensor wie die M1P ILS, kombiniert ihn aber mit einem 15mm-Weitwinkelobjektiv und kann ab Werk in bis zu 20 Metern Tiefe unter Wasser verwendet werden.







