IWA | Hands-on: Zweibrüder-Taschenlampe ZB6T und ZB8T mit Autofokus respektive interessanter Bedienung

Das junge Unternehmen Zweibrüder hat auf der IWA in Nürnberg erstmals ausgestellt und zeigte dem Fachpublikum sein gesamtes Portfolio, angefangen bei Stirnlampen bis hin zu mittelgroßen Taschenlampen, die etwas über dem EDC-Bereich angesiedelt sind. Uns interessierten mit der ZB6T und der ZB8T vor allem die Top-Modelle der Taschenlampen des Herstellers.
Mit einem Preis von rund 90 Euro für die ZB6T und 140 Euro für die ZB8T sind beide Taschenlampen preislich in einem oberen Bereich angesiedelt. Dafür gibt es aber auch einige Funktionen. Vor allem die ZB6T gefiel uns hierbei, denn die hat ein Autofokus-System. Die ZB8T hingegen gefiel uns durch das Dock und die Joystick-Bedienung. Am liebsten hätten wir gerne eine Kombination aus beidem und das etwas kompakter. Aber bei Zweibrüder muss man sich für eines der beiden Modelle entscheiden.
Beide Taschenlampen sind übrigens sehr hochwertig verarbeitet. Da gab es beim Hands-on nichts zu meckern.
ZB6T: Autofokus der Lampe funktioniert mit Lidar-Sensor
Das kleinere und handlichere Modell ist die ZB6T. Sie arbeitet aber wie das große Modell mit einem 21700er-Akku und wiegt laut Hersteller 213 statt 236 Gramm des größeren Modells. Bei der Handhabung merkt man das leicht, wobei es vor allem die Taschenlampen-Form ist, die die ZB6T portabler wirken lässt.
Die interessanteste Funktion ist hierbei das Autofokus-System, das bei Bedarf über den Drehregler am Kopf ausgewählt werden kann, während die Taschenlampe mit dem Schalter hinten an- und ausgeschaltet wird. Wir können uns zwar nicht mehr erinnern, auf welchen Modi der Autofokus aktiv ist, doch die Umsetzung funktionierte beim kurzen Ausprobieren in der hellen Halle gut. Richtet man die Taschenlampe gegen die Decke, strahlt die Taschenlampe stärker, als wenn wir sie auf den Stand gerichtet haben. Das wirkt auch als Blendschutz, sowohl für das Gegenüber als auch für einen selbst durch indirektes Blenden.
Nach Angaben des Herstellers funktioniert der Autofokus dank der Lidar-Technik auch am Abend, was wir in der hellen Halle freilich nicht ausprobieren konnten. Allgemein gilt diese Technik aber als zuverlässig.
Interessant ist auch der geschützte Ladeport hinten an der Taschenlampe, was uns spontan an unsere Pelican 5050R erinnerte. Als Besonderheit kann der Akku auch aufgeladen werden, ohne in der Taschenlampe zu stecken, da die Ladeeinheit samt Akkufassung abnehmbar ist. Ein Leuchtring am Ende gibt den Ladestatus wieder. Es gibt aktuell aber kein Zubehör, um sich eine zweite Einheit zu kaufen. Zubehör fehlt allgemein bei Zweibrüder.
Das Umschalten zwischen den Lichtmodi funktionierte dank des gut gefertigten Schalterrings vorne sehr gut. Zur Wahl stehen Flut- Lese-, Spot- und Rotlicht.
ZB8T: Bedienung mit dem Joystick
Die Bedienung der ZB8T hat uns aber etwas besser gefallen. Denn diese hat vorne einen kleinen 4-Wege-Joystick, der sehr gut reagiert. Es braucht aber etwas Training, denn diese Art der Taschenlampenbedienung ist mindestens ungewöhnlich. Wir hatten zumindest noch keine Joystick-basierte Taschenlampe und mussten spontan umdenken.
Zusätzlich kommt die Taschenlampe mit einem praktischen Dock. Zwar kann sie vorne am Kopf per USB Typ C aufgeladen werden und die Buchse ist mit einer Schiebetür geschützt. Doch einfacher ist das Einstecken in das Dock, das auch recht schwer und damit stabil wirkte. Dafür gibt es keinen Leuchtring am Taschenlampenende und der Akku verbleibt normalerweise in der Taschenlampe.
Dafür fehlt der ZB8T-Taschenlampe aber der Autofokus, was wir etwas schade finden.
Sanfte Lichtumschaltung bei beiden Modellen
Was uns besonders gut an den beiden Modellen gefallen hat, ist das sanfte Umblenden zwischen den Funktionen. Das sorgt zwar für eine gewisse Verzögerung, sprich, die nächst hellere Stufe ist nicht sofort verfügbar, sondorn wird sanft auf- oder abgeblendet. Dafür hat das Auge aber auch ein paar hundert Millisekunden mehr Zeit, um sich an die neue Lichtsituation zu gewöhnen. Letztendlich ist es vermutlich eine Frage des Geschmacks. Gerade im Autofokus-Kontext der ZB6T ist das aber eine gute Option.
Die Steuerung jedenfalls reagiert sofort, so wie man es von den meisten Taschenlampen gewöhnt ist. Die ungewöhnliche LED-Konfiguration und -Positionierung in den Köpfen zeigte zumindest spontan auch keine Nachteile. Im Vergleich zu vielen anderen Taschenlampen wirken die schon etwas wild – und eben anders.
Eines lässt sich schon sagen: Für ein neues Unternehmen hat Zweibrüder schon einmal sehr interessante Modelle abliefern können. Zugegebenermaßen hat das Unternehmen aber schon Erfahrung, schließlich hat der Gründer Tobias Schleder bei seinem Vater bei Zweibrüder/Ledlenser angefangen. Taschenlampen sind also nichts Neues für ihn. Umso mehr erstaunt es aber, wie sehr sich die Modelle von dem Ledlenser-Portfolio, aber auch von der weiteren Konkurrenz unterscheiden.
Junges Unternehmen mit ersten Erfolgen
Derweil läuft es für Zweibrüder augenscheinlich gut. Das Unternehmen hat es bereits geschafft, mit seinen Lichtlösungen mit acht Modellen bei Globetrotter gelistet zu werden. Es ist dabei nicht einfach eine Online-Listung. Globetrotter bietet die beiden hier im Hands-on getesteten Modelle in grob einem Viertel der Filialen auch vor Ort an. Nur Konkurrent Nitecore hat bei Globetrotter mehr Produkte gelistet (allerdings auch Akkus). Dessen Produkte sind in den Filialen auch etwas besser verfügbar. Andere Konkurrenten spielen bei Globetrotter aber nur eine Nebenrolle.
Ein eigener Amazon-Shop existiert bei Zweibrüder ebenfalls. Taschenlampen und Co. werden von Amazon direkt verschickt. Die ZB8T gibt es dort etwa direkt für rund 140 Euro und die ZB6T mit Autofokus für 90 Euro. Parallel wird der eigene Webshop betrieben.
Es gab aber auch durchaus Probleme, wie Schleder uns auf der IWA sagte. Eines betrifft die Erstinbetriebnahme. Viele Käufer haben Schwierigkeiten, die Schutzplatten am Akku zu entfernen. Die Taschenlampen bleiben dann aus.
Vor allem das Modell ZB6T verwirrt offenbar so manchen, denn Akku samt Schalter lassen sich autark entnehmen und funktionieren, inklusive Schalterlicht. Die Schutzplatte verhindert aber die Verbindung mit dem LED-Kopf. Hier muss Zweibrüder noch nachbessern, denn das sorgt für unnötige Support-Anfragen oder auch vom Käufer gemeldete Defekte, die keine sind.
Andere Hersteller gehen damit sehr auffällig um. Olight nutzt etwa knallgelbe Hinweisgeber in den Verpackungen, damit die Leute die Taschenlampen korrekt in Betrieb nehmen können. Offenbar sind die notwendig.


Quelle(n)
Zweibrüder / IWA









