Smarte Autos als Straßenwärter: Honda-Technik spart Millionen und erhöht die Sicherheit

Vernetzte Fahrzeuge mit allerhand Sensoren werden von manchen als Sicherheitsrisiko eingestuft. Polen hat erst vor Kurzem angekündigt, bestimmte Bereiche für chinesische Elektrofahrzeuge mit allzu vielen Sensoren zu sperren.
Ein Blick in die USA zeigt einen anderen interessanten Weg, wie man mit den Datenerfassungsfähigkeiten moderner Fahrzeuge umgeht. Statt die Sensorik moderner Fahrzeuge nur als Risiko oder reines Assistenzsystem zu betrachten, haben Honda und der Bundesstaat Ohio in einer beispielhaften Zusammenarbeit die Daten von modernen Fahrzeugen ausgewertet, um Schlaglöcher zu finden. Mit dem Pilotprojekt wird der Beweis geliefert, dass die ständige Umgebungsüberwachung einen ganz praktischen gesellschaftlichen Nutzen haben kann.
In enger Zusammenarbeit mit der Verkehrsbehörde von Ohio und akademischen Partnern wie der University of Cincinnati stattete der japanische Hersteller seine Fahrzeuge für eine zweijährige Studie mit speziellen Kameras und LiDAR-Systemen aus. Das Ziel war dabei nicht die Entwicklung autonomer Fahrfunktionen, sondern die automatisierte Inspektion der Infrastruktur auf einem Straßennetz von über 3.000 Meilen. Die Fahrzeuge erfassten während der regulären Fahrt kontinuierlich den Zustand der Umgebung und meldeten Mängel wie gefährliche Schlaglöcher, beschädigte Leitplanken oder verblasste Fahrbahnmarkierungen direkt an die zuständigen Ämter. Was früher mühsam durch Personal inspiziert werden musste, erledigten die Autos hier quasi im Vorbeifahren.
Die Effizienz dieses Systems überraschte dabei selbst die Experten. Mit einer Trefferquote von 99 Prozent bei beschädigten oder verdeckten Verkehrsschildern und immerhin 89 Prozent bei der Erkennung von Schlaglöchern erwies sich die Technik als äußerst zuverlässig. Für die öffentliche Hand bedeutet dieser technologische Ansatz eine enorme Entlastung, da teure und zeitaufwendige manuelle Kontrollfahrten entfallen oder gezielter geplant werden können. Allein in diesem begrenzten Projekt konnten so rund 4,5 Millionen US-Dollar an Wartungskosten eingespart werden. Honda plant nun, diese Technologie weiter auszubauen, damit auch private Fahrzeuge künftig anonymisiert Infrastrukturdaten teilen können, was langfristig zu schnelleren Reparaturen und sichereren Straßen für alle führen dürfte. Schließlich sind auch viele Kundenfahrzeuge mit etlichen Sensoren ausgestattet, die denen im Testfahrzeug ebenbürtig sind.








