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In-App-Käufe: Gratisspiel kann teuer werden

In-App-Käufe: Gratisspiel kann teuer werden (Bildquelle: GPT-image-1)
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In-App-Käufe sorgen laut dem Europäischem Verbraucherzentrum Deutschland dafür, dass vermeintlich kostenlose Spiele hohe Rechnungen nach sich ziehen; Eltern sollten Schutzmechanismen prüfen, da zum Start der Gamescom 2025 die Beratung zum Thema aktualisiert wurde.

Zum Thema In-App-Käufe mahnt das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ), dass viele Gratis-Spiele Kinder und Jugendliche durch Mikrotransaktionen und Wartezeit-Mechaniken zum Geldausgeben verleiten. Das Zentrum dokumentiert Fälle mit Rechnungen von mehreren hundert Euro bis über 1.200 Euro. 

Alexander Wahl aus dem EVZ-Juristenteam sagt dazu:

„Die Spiele verleiten dazu, Geld auszugeben"

Die Rechtslage

Rechtlich gilt in Deutschland: Kinder bis sieben Jahre sind nicht geschäftsfähig, für 7–18-Jährige bedarf es der elterlichen Zustimmung. Der sogenannte "Taschengeldparagraf" (§ 110 BGB) greift in diesen Fällen nicht. Der Taschengeldparagraph besagt, dass ein von einem Minderjährigen abgeschlossener Vertrag wirksam sein kann, wenn die Zahlung mit Mitteln erfolgt, die ihm von den Eltern zur freien Verfügung überlassen wurden, greift jedoch nicht, wenn die Summe unverhältnismäßig hoch ist oder ein Abonnement abgeschlossen wurde. Eltern wird vom EVZ geraten, bei unautorisierten Abbuchungen schnell Widerspruch einzulegen. 

Regulatorische Maßnahmen

Auf regulatorischer Ebene hat das Consumer Protection Cooperation Network der EU (CPC) bereits Leitlinien vorgelegt, die unter anderem verlangen, dass Preise in Echtwährungsbeträgen klar und transparent angegeben werden: „Price indication should be clear and transparent.“ Die Empfehlungen zielen darauf ab, die wirtschaftliche Wirkung von In-Game-Währungen sichtbar zu machen und vulnerable Gruppen wie Kinder besser zu schützen. 

Praktische Maßnahmen

Praktische Maßnahmen, die das EVZ nennt, sind technischer wie administrativer Art: Kaufpasswortschutz aktivieren oder In-App-Käufe komplett deaktivieren, Carrier-Billing (Abrechnung über die Handyrechnung) vermeiden und beim Mobilfunkanbieter eine Drittanbietersperre einrichten. Zudem helfen Prepaid-Guthaben der App-Stores, Ausgaben zu begrenzen. Wichtig ist, keine Zahlungsdaten auf den Geräten der Kinder zu hinterlegen oder die Bezahldaten aus elterlichen Accounts zu entfernen.

Große Spiele-Events

Die Thematik wird laut EZV mit dem Beginn großer Spiele-Events wie Gamescom wieder relevant, weil Gratis-Titel mit neuen Monetarisierungsmechaniken beworben werden und die Zahl junger Nutzer weiterhin hoch bleibt. Das EVZ weist darauf hin, dass Prävention durch Einstellungen und Aufklärung wirksamer ist als juristische Auseinandersetzungen mit den Anbietern der Spiele.

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Autor: Ulrich Mathey, 21.08.2025 (Update: 25.08.2025)