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Gemini bedroht Google-Suche: Der Wandel von der Linkliste zum KI-Monopol

Gemini bedroht Google-Suche: Der Wandel von der Linkliste zum KI-Monopol (Bildquelle: Google)
Gemini bedroht Google-Suche: Der Wandel von der Linkliste zum KI-Monopol (Bildquelle: Google)
Gemini steht im Zentrum von Googles strategischer Neuausrichtung. Während die Google-Suche jahrzehntelang als führende Informationsquelle galt, deutet die zunehmende Integration von Künstlicher Intelligenz darauf hin, dass der Konzern sein Kerngeschäft zugunsten einer KI-Plattform umgestaltet. Für Webmaster, Nutzer und die Funktionsweise der Informationsbeschaffung könnte dies weitreichende Folgen haben.

Seit mehr als 20 Jahren gilt Google als nahezu unangefochtene Instanz der Websuche. Doch mit Gemini vollzieht der Konzern laut Google Watch Blog einen Bruch mit der Tradition. Klassische Linklisten, die bislang das Herzstück der Suche bildeten, rücken zunehmend in den Hintergrund. Stattdessen präsentieren „AI Overview“ und der neue „AI Mode“ KI-generierte Zusammenfassungen, die Inhalte aus dem Web verdichten – häufig ohne Quellenhinweise, die für Transparenz und Traffic essenziell wären. Für Webmaster bedeutet das einen tiefgreifenden Einschnitt, da die User Journey oft bereits in den Suchergebnissen endet und Webseiten seltener besucht werden.

Widersprüchliche Aussagen über Traffic-Verluste

Immer mehr Seitenbetreiber berichten von spürbaren Rückgängen im organischen Traffic, den Google bislang vermittelte. Der Konzern weist dies entschieden zurück. Laut einem Bericht von MarTech vom 11. August 2025 sei das gesamte Klickvolumen stabil geblieben, zudem habe die Qualität der Klicks zugenommen. Diese Position steht jedoch im Gegensatz zu zahlreichen Erfahrungsberichten aus der Webmaster-Szene, die von erheblichen Einbrüchen berichten.

Strategischer Schachzug mit Risiken

Google scheint bereit, das eigene Erfolgsmodell zu opfern, um künftige Entwicklungen nicht der Konkurrenz von OpenAI oder Microsoft mit ihren Chatbot-Lösungen zu überlassen. Wie im Blog On Technology ausgeführt wird, droht Gemini damit das etablierte Modell der klassischen Suchergebnisse zu verdrängen und damit Googles „Cash Cow“ zu kannibalisieren, um die Marktführerschaft zu bewahren und sich zugleich als zentrale Plattform für generative KI zu etablieren. Es besteht jedoch die Gefahr, dass Nutzer das Vertrauen in die Suchqualität verlieren und Webseitenbetreiber durch sinkende Reichweite erheblich unter Druck geraten.

Gemini als zentraler Anlaufpunkt

Die Integration beschränkt sich nicht auf die Websuche. CNET berichtete am 20. Mai 2025, dass Gemini ferner den Google Assistant ablösen soll. In einem offiziellen Google Blogeintrag von Brian Marquardt bestätigte Google die geplante Umstellung. Auch die Startseite erhält zunehmend ein auf Gemini zugeschnittenes Design, das den Übergang für Nutzer erleichtern dürfte.

Ausblick

Google steht an einem Wendepunkt. Die jahrzehntelange Rolle als Suchmaschinen-Monopolist tritt zugunsten einer Neupositionierung als KI-Plattform in den Hintergrund. Ob dieser radikale Schritt die Innovationsführerschaft sichert oder langfristig zu einem schleichenden Verlust der Marktstellung führt, ist offen. Klar ist jedoch: Die Art und Weise, wie Menschen im Internet nach Informationen suchen, wird durch Gemini grundlegend verändert.

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Autor: Ulrich Mathey, 18.08.2025 (Update: 27.08.2025)