Insta360 schlägt mit zwei Gegenklagen gegen DJI wegen fünf Patenten zurück

Der Rechtsstreit zwischen DJI und Insta360 verschärft sich. Insta360 reagierte nur wenige Stunden, nachdem DJI am Tag der Markteinführung Patentklagen wegen der neuen Luna Ultra-Kamera eingereicht hatte. Anstatt in der Defensive zu bleiben, hat Insta360 zwei eigene Gegenklagen in den USA erhoben und wirft DJI vor, fünf Gebrauchsmusterpatente in mehreren seiner beliebtesten Produktlinien zu verletzen.
In der Rechtsoffensive von Insta360 wird behauptet, dass DJI geschützte Technologien verletzt, die Kernfunktionen von Kameras betreffen. Das umstrittene geistige Eigentum umfasst Patente für Gimbal-Stabilisierung, Richtungssteuerung, ruckelfreie Kamerastabilisierung, Telemetriedaten-Einblendungen und die Stabilisierung von Panoramavideos.
Den Klageschriften zufolge werden diese Technologien in einem großen Teil des DJI-Sortiments eingesetzt, darunter in der Osmo Pocket-Reihe, den professionellen Stabilisatorserien Ronin und RS, den Osmo Mobile-Smartphone-Gimbals und der Osmo 360-Kamera. In einer öffentlichen Stellungnahme stellte Insta360-Gründer JK Liu klar, dass das Unternehmen nicht zurückweichen werde. Er erklärte, dass man es zwar vorziehe, die Produkte für sich sprechen zu lassen, aber fest entschlossen sei, die eigenen Innovationen zu schützen und das geistige Eigentum zu verteidigen.
Die Gegenklage folgt auf einen kalkulierten Vorstoß von DJI am 10. Juni, der bewusst auf den offiziellen Verkaufsstart der Luna Ultra von Insta360 abgestimmt war. Die Klagen von DJI zielen auf eine dauerhafte Verfügung ab, um die Luna Ultra vom US-Markt zu verbannen – ein Schritt, der laut Insta360 ein wettbewerbswidriger Versuch ist, den Produktstart zu stören und die Auswahl für Verbraucher in der Kategorie der Handheld-Gimbals einzuschränken.
Insta360 hat die Behauptungen von DJI, die Luna Ultra kopiere die Architektur der Osmo Pocket-Serie, kategorisch zurückgewiesen. Das Unternehmen betont, dass die Kamera ein völlig eigenständiges technisches Design aufweist und das Ergebnis jahrelanger unabhängiger Forschung und Entwicklung ist, die bereits im Jahr 2020 begann.
Laut Liu haben sich das Design und die Technologie hinter der Luna Ultra organisch aus früheren hauseigenen Innovationen entwickelt, darunter der modularen ONE R, der Link-Webcam-Serie und den Flow-Smartphone-Gimbals. Er fügte hinzu, dass DJIs Entscheidung, die Klagen am Tag der Markteinführung einzureichen, die Angst offenbare, sich einem extrem wettbewerbsfähigen Produkt auf dem Markt stellen zu müssen.
Trotz der unmittelbaren rechtlichen Reibungen berichtet Insta360, dass die anfängliche Nachfrage der Verbraucher nach der Luna Ultra außergewöhnlich hoch ist. Innerhalb der ersten 24 Stunden nach Verfügbarkeit wurde das Gerät zum meistverkauften Produkt in Amazons Camcorder-Kategorie in Nordamerika. Das Unternehmen versicherte Content-Creators, dass man sich weiterhin voll dafür einsetze, die Marktverfügbarkeit der Produkte zu gewährleisten, während der Rechtsstreit vor Gericht ausgetragen wird.
Letztendlich wirkt der gesamte Streit zunehmend wie ein erbitterter Firmenkleinkrieg, der zudem von politischer Ironie geprägt ist. Aufgrund der verschärften Restriktionen der US-Regierung und bestehender Präsidialerlasse, die DJI wegen seiner Verbindungen zum chinesischen Staat ins Visier nehmen, ist die Fähigkeit des Drohnen-Riesen, neue Hardware auf dem amerikanischen Markt frei zu verkaufen, stark eingeschränkt.
Da diese Verbote die kommerzielle Präsenz von DJI in den USA massiv einschränken, wirft dies eine eklatante Frage bezüglich der Stichhaltigkeit der Klage auf: Wenn ein Unternehmen seine eigenen Konkurrenzprodukte in dieser Region kaum verkaufen darf, welche tatsächlichen Umsatzeinbußen oder Schäden kann es dann realistischerweise gegenüber einem Rivalen geltend machen? Da ein eingeschränktes DJI nun aggressiv versucht, amerikanische Gerichte zu nutzen, um einen ungehinderten Konkurrenten auszubremsen, bleibt vorerst abzuwarten, wie sich das Ganze vor einem Richter entwickeln wird.












