Intel Arc Pro B70: Preis steigt stärker als bei AMD Radeon AI Pro R9700 mit 32GB, Speicherkosten allein erklären das nicht

Intel hat die Arc Pro B70 am 25. März mit einer Preisempfehlung ab 949 US-Dollar für die eigene Referenzkarte vorgestellt. Sie basiert auf dem Vollausbau des "Big Battlemage"-Chips BMG-G31 und kombiniert 32 Xe2-Kerne mit 32GB GDDR6-Speicher samt ECC an einem 256-Bit-Speicherinterface. Damit hat sie AMDs Radeon AI Pro R9700 mit ebenfalls 32GB um 350 US-Dollar unterboten und nur etwa halb so viel gekostet wie Nvidias RTX Pro 4000 mit 24GB. Für den lokalen Betrieb großer Sprachmodelle ist sie damit eine naheliegende Wahl gewesen.
Aus 949 US-Dollar werden bis zu 2.399 US-Dollar
Laut VideoCardz hat Newegg am 27. Oktober Intels Referenzkarte für 2.394,86 US-Dollar, die ASRock Arc Pro B70 Creator für 1.945,99 US-Dollar, Maxsuns Turbo-Modell für 2.195 US-Dollar und Gunnirs Variante für 2.399 US-Dollar prominent gelistet. Allerdings stammen dem Bericht zufolge "die meisten dieser hervorgehobenen Angebote von externen Marketplace-Händlern und nicht von Newegg selbst". Deutsche Händler bieten die Karte inzwischen ab 1.599 Euro inklusive Mehrwertsteuer an. Bei Amazon ist dieselbe GPU dagegen für 1.800 US-Dollar erhältlich, wobei die Website auf einen "hohen Preis" hinweist.
Die Preise sind schrittweise gestiegen. Noch im Juli ist die ASRock Creator bei Newegg für 999,99 US-Dollar erhältlich gewesen, bevor der Preis Anfang August auf 1.299,99 US-Dollar gestiegen ist. Tom's Hardware hat anlässlich dieses Aufschlags von 30 Prozent berichtet, dass "die Komponentenkrise weiterhin massive Probleme in der gesamten Computerbranche verursacht". In Deutschland hat die Website einen Preisanstieg von rund 26 Prozent festgestellt, in Südkorea einen noch deutlich stärkeren. Beim Preisvergleich Danawa ist die B70 zwischen dem 21. Juli und dem 16. August von 1.889.980 Won auf 2.798.980 Won gestiegen, ein Plus von 48 Prozent. B&H hat Intels Referenzkarte zu diesem Zeitpunkt bereits für 1.779 US-Dollar gelistet.
Nicht nur die höchsten Angebote, auch die Einstiegspreise steigen
Die Unterscheidung zwischen Marketplace-Angeboten und dem Direktverkauf ist wichtig. VideoCardz weist auch darauf hin, dass Newegg selbst keine Karten auf Lager gehabt hat. Der Preistracker vga.live, der ausschließlich direkt von Händlern verkaufte Karten erfasst, hat am 27. Oktober ein Sparkle-Modell mit Radiallüfter bei Micro Center für 1.499,99 US-Dollar als günstigste neue B70 geführt. Bei derselben Handelskette kosten die ASRock Creator 1.600 US-Dollar und Intels Referenzkarte 1.700 US-Dollar.
Damit liegt selbst der günstigste Preis noch 58 Prozent über dem Einstiegspreis zum Launch und steigt derzeit zügig. Am 24. Oktober hat derselbe Preistracker noch ein Minimum von 1.280 US-Dollar erfasst. Die günstigste direkt von einem Händler angebotene B70 hat sich somit innerhalb von drei Tagen um 17 Prozent verteuert. B&H verkauft aus eigenem Bestand und listet Intels Referenzkarte inzwischen für 2.059 US-Dollar. Das sind 117 Prozent mehr als zum Launch und 280 US-Dollar mehr als im August.
Speicherkosten erklären nur einen Teil des Preisanstiegs
Hintergrund ist die durch KI angeheizte Speicherknappheit, die Berichten zufolge bereits Nvidias RTX-50-Super-Neuauflage ausgebremst und die Preise im gesamten Grafikkartenmarkt erhöht hat. PC Partner, das Unternehmen hinter Zotac und Inno3D, hat im August erklärt, dass steigende Grafikspeicherpreise in der zweiten Jahreshälfte 2026 zu einem "deutlichen Anstieg" der Kartenpreise führen werden.
Die Verteuerung der B70 lässt sich allerdings nicht allein mit den Speicherkosten erklären. TrendForce hat im Juli unter Berufung auf MyDrivers berichtet, dass sich die Spotmarktpreise für GDDR6 im Consumer-Bereich von etwa 2,50 US-Dollar pro Gigabyte im Herbst 2025 auf rund 7,50 US-Dollar verdreifacht haben. Für die 32GB der B70 ergeben sich daraus rechnerisch Mehrkosten von etwa 160 US-Dollar. Der übrige Aufschlag scheint auf die knappe Verfügbarkeit zurückzugehen. Die vorhandenen Daten reichen allerdings nicht aus, um zu bestimmen, wie er sich auf Intel, die Grafikkartenpartner, Distributoren und Wiederverkäufer verteilt.
AMDs Radeon AI Pro R9700 liefert einen groben Vergleich. Sie verfügt ebenfalls über 32GB GDDR6 an einem 256-Bit-Speicherinterface und ist für 1.299 US-Dollar erschienen, bevor die Speicherpreise größtenteils gestiegen sind. Inzwischen kostet sie bei Micro Center mindestens 1.700 US-Dollar, ein Aufschlag von 31 Prozent. Wäre allein der Speicher verantwortlich, hätten sich beide Karten um ähnliche Dollarbeträge verteuern müssen. Stattdessen ist der Einstiegspreis der B70 um etwa 150 US-Dollar stärker gestiegen. Ihr Preisvorteil gegenüber AMDs Karte ist dadurch von 350 auf 200 US-Dollar geschrumpft.
Besonders betroffen sind KI-Systeme mit 128GB für zu Hause
Die Preisentwicklung trifft ausgerechnet die Zielgruppe, für die die B70 besonders geeignet schien: Anwender, die mehrere Karten kombinieren, um große Modelle zu Hause auszuführen. StorageReview hat im Juli im Test festgestellt, dass "die Hardware beeindruckend ist, der Preis aber noch mehr". Vier B70 haben zur Preisempfehlung für insgesamt rund 3.800 US-Dollar 128GB Grafikspeicher bereitgestellt. Zu den derzeit niedrigsten Kartenpreisen kostet eine solche Kombination etwa 6.000 US-Dollar oder mehr.
Die abgespeckte Arc Pro B65 bietet eine etwas günstigere Alternative. Sie behält die 32GB Speicher und die Bandbreite von 608GB/s der B70, verfügt aber nur über 20 Xe-Kerne. Tom's Hardware hat sie zur Vorstellung als mögliche Option für "lokale LLM-Enthusiasten, die möglichst günstig viel Speicherkapazität und Bandbreite suchen" beschrieben. Auch sie ist von den Preiserhöhungen betroffen. ASRocks Variante ist im Juni bei Newegg für 909,99 US-Dollar erschienen und kostet inzwischen mindestens 1.199,99 US-Dollar. Damit bleibt sie allerdings 300 US-Dollar unter dem günstigsten B70-Angebot.
Intel hat keine Änderung an der Preisempfehlung von 949 US-Dollar für die B70 angekündigt. Prognosen zufolge könnte die Speicherknappheit bis 2028 anhalten. Bis die Karte wieder zu diesem Preis erhältlich ist, könnte daher noch viel Zeit vergehen.











