“Kawaii”: Winzige Mini-Wii startet GameCube-Spiele ohne Emulation

Der bekannte Modder und Retro-Konsolen-Enthusiast Tito von Macho Nacho Productions hat kürzlich eine Nintendo Wii getestet, die gerade einmal die Größe eines Schlüsselanhängers hat. In einem Hands-on-Video nimmt er die Mini-Wii namens „Kawaii“ genauer unter die Lupe. Die Konsole ist in der Lage, vollständige GameCube-Spiele ohne Tricks oder Umwege wie Emulation oder Raspberry-Pi-Hardware auszuführen. Es handelt sich um ein extrem verkleinertes Wii-Motherboard, das präzise in ein CNC-gefrästes Aluminiumgehäuse integriert wurde, welches gleichzeitig als Kühlkörper dient.
In seinem Video gibt Tito zunächst eine kurze Einführung zur Kawaii und zeigt sich begeistert: „Das könnte der kleinste Nintendo GameCube sein, der jemals gebaut wurde – und er nutzt echte Nintendo-Hardware. Die Kawaii nimmt ein echtes Wii-Motherboard und schrumpft es auf ein voll funktionsfähiges System im Schlüsselanhänger-Format. Keine Emulation, keine Tricks.“
Ein ambitioniertes Mini-Maximalismus-Projekt
Hinter diesem außergewöhnlichen Nintendo-Wii-Mod stehen die Modder YveltalGriffin und WeskMods. Beide hatten sich zum Ziel gesetzt, die kleinstmögliche Wii der Welt zu erschaffen – und zeigen sich mit dem Ergebnis äußerst zufrieden.
Bereits zuvor erklärte YveltalGriffin in den BitBuilt-Foren: „Die Ninjas können diesen Portable-Modder nicht aufhalten. Ich habe Anfang des Monats die Prototyp-Gehäuse aus eloxiertem Aluminium von @Ding erhalten. In echt sehen sie sogar noch besser aus als auf den Renderbildern.“
Nach viel Arbeit und zahlreichen Rückschlägen gelang es den Moddern schließlich, die Nintendo Wii (derzeit 320 Euro auf Amazon) auf gerade einmal 60 × 60 × 16 mm zu schrumpfen. Das Gerät hat ein blau eloxiertes Aluminium-Unibody-Gehäuse mit lasergravierten Verzierungen sowie mehreren kleinen Acrylfenstern, durch die RGB-Beleuchtung hindurchscheint. Abgerundet wird das Ganze durch eine integrierte Öse für den Schlüsselbund.
Im Inneren arbeitet ein untervoltiertes Omega-Trim-Wii-Motherboard mit Thundervolt-Hardware sowie einer Breakout-PCB für SD-Karten- oder USB-Unterstützung. Zusätzlich kommt ein magnetischer 12-Pin-Pogo-Pin-Anschluss zum Einsatz – vergleichbar mit MagSafe bei Apple-Geräten. Darüber werden Stromversorgung, Videosignal und sogar Controller-Eingaben übertragen.
Eine Zusatz-Dockingstation für kabelgebundene Controller
Zusätzlich erlaubt eine optionale Dockingstation den Anschluss von vier vollwertigen GameCube-Controllern. Außerdem bietet sie Composite- und Component-Videoausgänge sowie Stereo-Audio. Das System ist passiv gekühlt, wird beim Spielen von Titeln wie Mario Kart: Double Dash und Crazy Taxi aber dennoch recht heiß. Die Spiele selbst laufen auf der zurechtgestutzten Wii-Hardware jedoch flüssig.
Tito richtete einen externen Lüfter auf die Kawaii, während er sie mehr als eine halbe Stunde lang laufen ließ. Ohne zusätzliche Kühlung schaltet sich das Gerät nach etwa 20 Minuten vorsorglich ab.
Die Modder hinter dem Kawaii-Projekt stellen klar, dass dieser Umbau nichts für schwache Nerven ist. YveltalGriffin erklärt: „Kawaii wird ein anspruchsvoller Build, und es wird weder ein vollständiges Kit zum Kaufen noch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Zusammenbau geben.“















