Kimi K3: Chinas Riesen-KI ist da und jeder kann sie gratis testen

Das Pekinger KI-Unternehmen Moonshot AI hat mit Kimi K3 sein bislang größtes Sprachmodell veröffentlicht. 2,8 Billionen Parameter machen es nach Firmenangaben zum größten KI-Modell, dessen Gewichte offengelegt werden sollen. Die Gewichte sind die trainierten Modelldaten selbst: Wer sie hat, kann die KI herunterladen, auf eigener Hardware laufen lassen und anpassen, statt sie nur als Cloud-Dienst zu nutzen. Zum Ausprobieren braucht es keine Entwickler-Schnittstelle: K3 steckt ab sofort in der Kimi-App für iOS und Android, auf kimi.com und im Desktop-Programm Kimi Work. Ein Gratis-Konto reicht für erste Versuche, die genauen Limits regelt Moonshot über die App.
Hinter Fable 5, vor dem Rest
Moonshot ordnet das eigene Modell ungewöhnlich ehrlich ein. In der eigenen Testreihe bleibt K3 hinter Claude Fable 5 und GPT-5.6 Sol, schlägt aber unter anderem Claude Opus 4.8 und GPT-5.5. Erste unabhängige Messungen stützen dieses Bild: Artificial Analysis sieht K3 in einer eigenen Auswertung nur hinter Fable 5, im Frontend-Coding-Ranking von Arena.ai liegt das Modell sogar vorn. Der Rest der Zahlen stammt bislang von Moonshot selbst. Technisch bietet K3 ein Kontextfenster von 1 Million Token, verarbeitet Bilder nativ und aktiviert als Mixture-of-Experts-Modell pro Anfrage 16 von 896 Experten. Schon der Vorgänger Kimi K2 machte mit starken Benchmark-Werten von sich reden.
Offen ist K3 erst ab dem 27. Juli
Wichtig für alle, die das Modell selbst betreiben wollen: Die offenen Gewichte sind noch nicht verfügbar. Moonshot verspricht sie bis zum 27. Juli. Bis dahin läuft K3 nur über App, Web und die hauseigene Schnittstelle. Dort kostet das Modell 3 US-Dollar pro Million Eingabe-Token und 15 US-Dollar pro Million Ausgabe-Token, so viel wie kein chinesisches Modell zuvor. Dazu kommt: K3 denkt vorerst immer auf höchster Stufe. Das macht Antworten gründlich, aber langsam. Sparsamere Modi sollen nachgereicht werden.
Was Nutzer beachten sollten
Wer K3 testet, schickt seine Eingaben an die Server eines chinesischen Anbieters. Für sensible Inhalte gilt dieselbe Vorsicht wie bei jedem Cloud-Chatbot. Moonshot räumt außerdem selbst ein, dass K3 beim Bedienkomfort noch hinter GPT-5.6 und Fable 5 zurückliegt. Für einen kostenlosen Blick auf den aktuellen Stand der chinesischen KI-Konkurrenz ist das Modell trotzdem die derzeit spannendste Adresse.





