Können Apple und Garmin nicht: Smartwatch erhält Diabetes-Vorscreening via Software-Update

Diabetes ist nicht nur im medizinischen Bereich ein großes Thema, sondern auch bei Wearables. Verschiedene Hersteller wollen so den Blutzuckerspiegel messen oder zumindest abschätzen, wobei beispielsweise Garmin ein entsprechendes Patent zur optischen, nichtinvasiven Messung des Langzeitblutzuckers erhalten hat. Der Hersteller Huawei wird im Rahmen einer Software-Aktualisierung ein ähnliches, gleichzeitig aber auch sehr anderes Verfahren ausrollen.
Konkret soll die Huawei Watch GT 6 Pro (im Preisvergleich) eine Funktion erhalten, welche Nutzer vor einem erhöhten Diabetes-Risiko warnen soll. Dabei nutzt dieses die optische Sensorik und damit PPG, um eine solche Warnung zu generieren. Festgestellt wird nicht etwa ein erhöhter Nüchternblutzuckerspiegel selbst, stattdessen körperliche Veränderungen. Dementsprechend werden die Auswirkungen eines erhöhten Blutzuckerspiegels erfasst, ganz salopp gesagt also (nicht unbedingt irreversible) Schäden.
Messbar sind dabei die Auswirkungen der Mikroangiopathie und von (beginnenden) Neuropathien. Für diese Analyse oder besser gesagt eine solche Abschätzung muss das Wearable für einen Zeitraum von zwischen 3 und 14 Tagen getragen werden. Das Diabetes-Risiko wird dann als niedrig, mittel oder hoch kategorisiert. Nutzer mit einem mittleren oder hohen Risiko sollten dann (dringend) bei einem Arzt vorstellig werden. Eine Abklärung ist über die vergleichsweise einfache, blutige Messung des Blutzuckerspiegels und des HbA1c-Wertes möglich. Eine Früherkennung von Diabetes (in diesen Fällen meist Typ II) ist wichtig, da sich mit Lifestyle-Änderungen und auch einer medikamentösen Intervention der Blutzuckerspiegel einstellen lässt, was Folgeschäden vermindern oder sogar ganz vermeiden kann. Das Feature wird es offenbar erst einmal nur für die Huawei Watch GT 6 Pro geben. Die Kompatibilität zu weiteren Smartwatches könnte folgen. Eine Zulassung als Medizinprodukt soll dieses Diabetes-Vorscreening aber nicht vorweisen können.
Quelle(n)
Gulf Business, Bildquelle: Daniel Schmidt, Notebookcheck






