
Kompaktes & günstiges Smart Lock mit Matter: Yale Linus L2 Lite im Praxis-Test
Smart Lock statt Schlüssel.
Kompakt wie ein Premium-Modell, aber dennoch günstig. Das Linus Smart Lock L2 Lite präsentiert sich im handlichen Format samt Matter. Für wen das Schnäppchen-Smart-Lock geeignet ist und welche Kompromisse einzugehen sind, verrät unser Test.Marcus Schwarten Veröffentlicht am
Yale Linus Smart Lock L2 Lite Testfazit: Günstig & kompakt
Für unter 150 Euro bekommen Käufer mit dem Yale Linus Smart Lock L2 Lite ein kompaktes Smart Lock mit Kunststoffgehäuse. Auf Premium-Funktionen wie Wi-Fi on board oder USB-C-Laden muss in dieser Preisklasse verzichtet werden.
Das gilt aber nicht für Matter. Somit lässt sich das Linus Smart Lock L2 Lite einfach und vielseitig ins Smart Home einbinden, um es auch ohne Wi-Fi-Bridge aus der Ferne zu steuern. Zudem ist es mit verschiedenem Zubehör wie dem Keypad samt Fingerabdrucksensor und dem Yale Dot (NFC) nutzbar.
Im Test hat das Yale Linus Smart Lock L2 Lite einen gelungenen, wenn auch nicht in jeglicher Hinsicht perfekten Eindruck hinterlassen. Ein paar Kompromisse müssen bei diesem günstigen Preis eingegangen werden. Wer noch mehr Premium-Feeling und -Features wünscht, greift wahlweise zum größeren Linus Smart Lock L2 oder dem deutlich teureren Nuki Smart Lock Ultra.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Die unverbindliche Preisempfehlung des Yale Linus Smart Lock L2 Lite beträgt 139 Euro. Erhältlich ist es beispielsweise direkt beim Hersteller und bei Amazon. Zur Wahl steht es in den Farben Schwarz und Silber.
Die UVP für das Yale Smart Keypad 2 - Fingerprint beträgt 129 Euro, für den Yale Dot 29 Euro.
Die Zeiten von klobigen Smart Locks sind vorbei. Selbst preiswerte Modelle präsentieren sich mittlerweile im kompakten Design, wie das Yale Linus Smart Lock L2 Lite beweist. Das günstige smarte Türschloss positioniert sich unterhalb des Linus Smart Lock L2 und kommt dementsprechend mit einer abgespeckten, aber auch deutlich kompakteren Form daher. Worauf Käufer verzichten müssen und was sie erwarten dürfen, verrät unser Yale Linus Smart Lock L2 Lite Test.
Spezifikationen Yale Linus Smart Lock L2 Lite
| Stromversorgung | 3x CR123A |
| Maße | 61mm x 72mm (Ø x T) |
| Gewicht | 260 g |
| Konnektivität | Matter over Thread, Bluetooth 5.4 |
| Lieferumfang | Smart Lock, Montageplatte + Klebepad, 3x CR123A Batterien, 2,5 mm Sechskantschlüssel |
| Farben | Schwarz, Silber |
| UVP | 139 Euro |
Gehäuse und Ausstattung: Kompakt & aus Kunststoff
Das Yale Linus Smart Lock L2 Lite kommt in einem mit 61 mm im Durchmesser und 72 mm in der Tiefe messenden Gehäuse daher. Es ist damit kaum größer als das deutlich teurere Nuki Smart Lock Ultra (ca. 350 Euro bei Amazon), kann aber nicht ganz mit dem Tedee Lock Go 2 (ca. 150 Euro bei Amazon) aus der gleichen Preisklasse mithalten. Der Preisaufschlag von 100 bis 200 Euro für Premium-Smart-Locks macht sich hier nicht bei den Abmessungen, sondern bei Material und Features bemerkbar.
Das Linus Smart Lock L2 Lite wartet mit einem Gehäuse aus Kunststoff auf, das sich aber dennoch solide anfühlt. Viele Features des laut UVP rund 100 Euro teureren Yale Linus Smart Lock L2 (ca. 180 Euro bei Amazon) sind auch in der Lite-Version an Bord, zumindest zum Teil. Für Konnektivität stehen hier Bluetooth 5.4 für die Steuerung aus der Nähe sowie Matter over Thread für den Fernzugriff parat. Wer kein Matter-System im Einsatz hat, benötigt die Yale ConnectX Wi-Fi Bridge, um via WLAN aus der Ferne auf das Smart Lock zugreifen zu können. Dazu weiter unten mehr.
Den Tür-Status per DoorSense kann das smarte Schloss nicht auslesen, weiß nur den Zustand des Türschlosses. Die Energieversorgung erfolgt über drei beiliegende CR123A-Batterien.
Sicherheit einfach gemacht mit Yale!
Das Yale Linus® L2 Starter-Set ist die perfekte Lösung für einfachen, schlüssellosen Zugang zum Haus. Mit dem Yale Linus® L2 Smart Lock kannst du deine Tür jederzeit und überall per Smartphone via der Yale Home App öffnen, verriegeln und verwalten. In Kombination mit dem Yale Smart Keypad 2 - Fingerprint kannst du deine Tür ganz einfach auch per PIN-Eingabe öffnen.
Das Yale Linus® Smart Lock L2 ist leise, schnell und hat bereits Wi-Fi und Matter an Bord. Es zeichnet sich durch sein hochwertiges und schlankes Metall-Design aus!
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Installation und Bedienung: Einfach und schnell erledigt
Damit kommen wir auch schon zum Lieferumfang sowie der Installation. Diese war in unserem Praxis-Test ganz einfach und hat problemlos funktioniert. Das liegt auch daran, dass die Yale App den Nutzer in vielen kleinteiligen Schritten gut an die Hand nimmt sowie mit kurzen Videos die zu erledigenden Schritte veranschaulicht.
Voraussetzung ist natürlich, dass das Yale Linus Smart Lock L2 Lite an die eigene Haustür und den darin verbauten Schließzylinder passt. Das lässt sich mit diesem Kompatibilitäts-Check (im Idealfall vor dem Kauf) überprüfen. Laut Yale ist das Smart Lock auf fast allen Europrofil- und Schweizer Rundzylindern installierbar.
Für die Montage muss einfach nur die Montageplatte mit dem Klebepad sowie den kleinen Schrauben an der Blende der Drückergarnitur befestigt werden. Bohren ist nicht erforderlich. Das Schloss selbst wird dann auf die Platte gesetzt und mit einer kleinen Schraube und dem beiliegenden 2,5-mm-Sechskantschlüsselverschraubt. Das hat in der Praxis im Zusammenspiel mit dem Kunststoffgehäuse nicht den allerstabilsten Eindruck gemacht, hat letztendlich aber gut gehalten.
Nach der Installation des Smart Locks an der Tür führt die App eine Kalibrierung durch. Hier ist es wichtig, die Anweisungen der einzelnen Schritte genau zu befolgen, damit das Linus Smart Lock L2 Lite anschließend einwandfrei funktionieren kann. Die Bedienung des Smart Locks erfolgt auf die klassischste Weise wahlweise durch Drehen des Knaufes oder das Drücken des kleinen Knopfes auf der Stirnseite. Dieser zeigt durch einen LED-Ring auch den jeweiligen Status an: Grün für Aufschließen, Rot für Abschließen.
Alternativ kann das Yale Linus Smart Lock L2 Lite natürlich über die Yale App auf- und abgeschlossen werden. Hierfür ist ohne weiteres Zubehör und Matter-Einrichtung eine Bluetooth-Verbindung erforderlich. Die hat im Test manchmal etwas gebraucht, bis sie hergestellt war, und ist zudem stark in der Reichweite begrenzt. Das Smart Lock via App abends vom Bett aus abzuschließen, kann je nach Entfernung also schon scheitern. Welche weiteren Möglichkeiten es (auch im Zubehör-Portfolio von Yale) gibt, schildern wir weiter unten in unserem Yale Linus Smart Lock L2 Lite Testbericht.
Die App bietet verschiedene Möglichkeiten, das Verhalten des Smart Locks an die eigenen Bedürfnisse anzupassen - allerdings mit ein paar Einschränkungen. So lässt sich beispielsweise das Türschloss automatisch zu einer gewünschten Zeit automatisch abschließen (Auto-Lock). Für den Auto-Unlock zu einer bestimmten Zeit ist hingegen die Wi-Fi-Bridge erforderlich, während der Unlock beim Nachhausekommen (über die Geräteortung) via Bluetooth klappt. Dazu sind unter anderem Automatisierungen im Zusammenspiel mit anderen Smart-Home-Produkten von Yale konfigurierbar.
Alltag und Akkulaufzeit: Kein WLAN, aber Matter
Im Testzeitraum hat das Yale Linus Smart Lock L2 Lite zuverlässig funktioniert und sich mit seiner einfachen Handhabung ausgezeichnet, war mit rund 7 Sekunden pro Vorgang aber nicht sonderlich schnell. Der Verbindungsaufbau via Bluetooth hat an der Haustür ankommend in der Regel nur wenige Sekunden gedauert. So war die Haustür zumeist schnell auf- oder abgesperrt - erst recht im Zusammenspiel mit dem unten genannten Zubehör. Das Herauskramen des Schlüssels aus der Tasche gehört so der Vergangenheit an.
Wer auch aus der Ferne die Tür steuern und überprüfen möchte, um beispielsweise dem Postboten oder Freunden die Tür zu öffnen, der kann dies aber nicht ohne Weiteres. Hierfür braucht man wahlweise die WLAN-Bridge des Herstellers (ca. 70 Euro bei Amazon), die für unseren Test nicht zur Verfügung stand, oder ein Matter-Smart-Home. Das ist mit hochwertigeren bzw. teureren Smart Locks mit integriertem WLAN (wie dem Linus Smart Lock L2) komfortabler, wobei die Konnektivität via Matter im Test der Lite-Version auch gut funktioniert hat. Dies erfordert aber eben eine Matter-Zentrale. Vernetzbar ist das Linus L2 Lite mit Amazon Alexa, Apple HomeKit, Google Home, Philips Hue sowie SmartThings.
Ein weiterer kleiner Nachteil des günstigen Yale Linus Smart Lock L2 Lite ist, dass es ab Werk mit recht speziellen und teuren, aber kompakten CR123A-Batterien läuft und nicht via USB-C geladen werden kann. Neigen sich diese dem Ende zu, müssen sie also gewechselt und entsorgt werden. Alternativ können sie gegen Akkus ausgetauscht werden. Wobei dann sechs Stück sinnvoll sind, damit das Smart-Lock auch beim Nachladen funktioniert. Hier sind Premium-Modelle etwas einfacher in der Handhabung, da dort zumeist einfach eine USB-Powerbank angeschlossen werden kann.
Zur Batterielaufzeit können wir noch nichts sagen, da unser Testzeitraum hierfür nicht lange genug gedauert hat. Der Hersteller spricht von bis zu sechs Monaten, wobei dies stark von der Intensität der Nutzung sowie der Gangbarkeit des Türschlosses abhängig ist.
Die Lautstärke des Yale Linus Smart Lock L2 Lite haben wir im Test mit rund 68 dB (aus 1 m Entfernung) gemessen. Damit ist das preiswerte Modell auf Augenhöhe mit dem Standard-Modus des teureren Nuki Smart Lock Ultra, das aber optional im Gentle-Modus leiser arbeiten kann. Vergleichbares gibt es bei diesem deutlich günstigeren Testkandidaten nicht, sodass mit dem durchaus beachtlichen Lärmpegel (gerade nachts) in jedem Fall gelebt werden muss.
Zubehör: Smart Keypad 2 - Fingerprint und Yale Dot ausprobiert
Yale Smart Keypad 2 - Fingerprint: Per PIN oder Fingerabdruck
Das Smart Keypad 2 - Fingerprint (ca. 113 Euro bei Amazon) ist ein klassisches Keypad zur Eingabe eines vier- bis achtstelligen PIN-Codes, das zusätzlich mit einem Fingerabdrucksensor ausgestattet ist. Es kann wahlweise mit den beiliegenden Schrauben und Dübeln oder mit dem Klebepad auf einem glatten Untergrund montiert werden. Der Verbindungsaufbau über die App hat problemlos funktioniert. Auch hier zeigt sich, dass die Yale App den Nutzer gut an die Hand nimmt.
Das erstmalige Einlesen sowie das anschließende Öffnen der Tür via Fingerabdruck hat im Testzeitraum problemlos geklappt. Kleine LEDs zeigen den Status an. Die Reaktion des Türschlosses war minimal, sodass es umgehend aufgesperrt hat. Auch die PIN-Eingabe über das beleuchtete Zahlenpad hat problemlos gearbeitet.
Yale Dot: Tür per NFC öffnen
Eine weitere Alternative ist der Yale Dot. Ihn gibt es beispielsweise im Dreierpack für knapp 30 Euro UVP, wobei er bei Amazon bereits deutlich günstiger bestellbar ist. Hierbei handelt es sich um einen NFC-Tag.
Um das Linus Smart Lock L2 Lite nach dem einfachen Einrichten des Yale Dot über die App zu öffnen oder zu schließen, muss einfach nur das Smartphone an die kleinen Plastikscheibe gehalten werden. Es erscheint ein kleines Hinweisfenster am oberen Displayrand (ausprobiert auf einem iPhone 16 Pro), bei dessen Antippen das Schloss öffnet oder schließt (je nach Zustand).
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.





















