In der Spielebranche gilt die Herr der Ringe-Lizenz als zweischneidiges Schwert. Erfolgreiche Titel wie Mittelerde: Schatten des Krieges zeigen, welches Potenzial in der Marke steckt – sie sorgen nicht nur für finanzielle Erfolge, sondern auch für Begeisterung in der Community. Scheitert ein Spiel jedoch daran, der Vorlage gerecht zu werden, schlägt die Stimmung schnell ins Gegenteil um. Paradebeispiel ist The Lord of the Rings: Gollum, dessen katastrophaler Launch dazu führte, dass Entwickler Daedalic Entertainment seine Eigenentwicklung von Spielen einstellte. Seit dem Release von Schatten des Krieges sind inzwischen fast acht Jahre vergangen – und die Fans sind dementsprechend hungrig auf neue Abenteuer in Mittelerde.
Die Rechte an Herr der Ringe-Spielen liegen seit 2022 bei der Embracer Group, die laut Insider Gaming aktuell an einer neuen Umsetzung von Tolkiens Universum arbeitet. Finanziert wurde das Projekt bislang intern, nun soll das Abu Dhabi Investment Office (ADIO) mit rund 100 Millionen US-Dollar als Hauptgeldgeber einsteigen. Der Deal ist zwar noch nicht final, könnte laut anonymen Quellen jedoch bereits in den kommenden Tagen abgeschlossen werden. Neben bislang nicht näher genannten Studios soll auch das Entwicklerteam Revenge an der Produktion beteiligt sein.
Das Projekt soll ein Third-Person-Actionspiel werden, das in Umfang und Atmosphäre an Hogwarts Legacy erinnert – eine der erfolgreichsten Lizenzumsetzungen der vergangenen Jahre. Details zu Setting, Handlung oder einem möglichen Release-Zeitraum sind bislang nicht bekannt. Weder die Embracer Group noch Revenge wollten sich zu den Gerüchten äußern und verwiesen auf ihre Richtlinien, Spekulationen grundsätzlich nicht zu kommentieren.
Community reagiert gespalten
Auf Reddit hat der Leak für hitzige Diskussionen gesorgt. Viele Fans zeigen sich begeistert und hoffen auf ein episches Action-RPG im Stil von Schatten des Krieges. Auch der Vergleich zu Hogwarts Legacy weckt Neugier – ein Nutzer schreibt: „You have my attention“. Andere bleiben hingegen vorsichtig, wobei insbesondere die Rolle von Embracer für Skepsis sorgt. Zahlreiche Spieler geben dem Konzern eine Mitschuld am Debakel um Gollum. Kritisch diskutiert wird zudem die mögliche Finanzierung durch das Abu Dhabi Investment Office: Einige Nutzer sprechen von „Blutgeld“ und rufen sogar offen zu einem Boykott auf.
Wann nähere Informationen zum geplanten Herr der Ringe-Spiel veröffentlicht werden, ist bislang unklar. Der Bericht von Insider Gaming hat jedoch schon jetzt für großes Aufsehen in der Community gesorgt. Besonders die Frage, welches Studio am Ende die Hauptverantwortung trägt, dürfte maßgeblich darüber entscheiden, ob die Fans dem Projekt mit Vorfreude oder mit Skepsis begegnen.
Quelle(n)
Bildquelle: Steam














