Kostenlos ausprobieren: Browser-Shooter zeigt fotorealistische Zukunftsgrafik

DLLS5 ist nicht das einzige, was Spielgrafik künftig verändern könnte. Die von Iakov Sumygin entwickelte Technik 3D Gaussian Splatting will durch die Abkehr von klassischer Polygon-Grafik einen neuen Maßstab für Realismus setzen – und in einem Browser-Shooter können Gamer das jetzt schon ausprobieren.
Statt virtuelle Welten aus unzähligen Dreiecken zusammenzusetzen, arbeitet 3D Gaussian Splatting mit vielen weichen, halbtransparenten Farbpunkten. Diese sogenannten „Splats“ speichern unter anderem Position, Form, Farbe und Transparenz. Zusammengesetzt entstehen daraus Szenen, die fast wie Fotos aussehen – zumindest aus der Distanz. Aus der Nähe wirken Details noch etwas verwaschen. Zudem wird der Realismus aktuell noch durch statische Beleuchtung geschmälert.
Ein Vorteil der Technik zeigt sich auch beim Scannen realer Umgebungen. Gaussian Splatting soll feine Strukturen wie Schmutz, Risse, Pflanzen oder Lichtstimmungen von Fotos sehr natürlich übernehmen. Dadurch lassen sich reale Orte eventuell schneller in Spiele übertragen als mit klassischer Polygon-Grafik. Bei der Nachbearbeitung könnte der Aufwand jedoch größer ausfallen. Das Problem von 3D Gaussian Splatting ist, dass die Splats zwar echt aussehen, sich im Spiel aber zunächst nicht so verhalten. Für das Spiel sind Wände, Böden oder Treppen nur sichtbare Bildpunkte, keine festen Objekte. Sumygin musste deshalb unsichtbare Hilfsebenen einbauen.
Demo ausprobiert – durchaus beeindruckend, aber noch unfertig
Die spielbare Browser-Demo basiert auf dem Scan eines realen verlassenen Gebäudes und läuft direkt über PlayCanvas. Im Wesentlichen läuft man durch das Gebäude und trifft dort willkürlich auf Gegner. Für einen ersten Eindruck der 3D-Gaussian-Splatting-Grafik reicht das aber schon – und der ist durchaus beeindruckend.


Ganz perfekt ist die Grafik in der Demo zwar nicht, wirkt aber trotzdem wie eine kleine Vorschau darauf, wie fotorealistische Grafik in Zukunft anzumerken ist. Im Vergleich zu Bodycam-Shootern kommt der Realismus-Effekt hier nicht von der Perspektive, sondern entsteht tatsächlich über die Grafik. Gezielter Einsatz von Unschärfe verstärkt das zusätzlich. Auch auf Reddit kommt die Demo ziemlich gut an, wenngleich einige anmerken, dass Waffen und Gegner optisch noch nicht zur Umgebung passen.
Anzumerken ist, dass die Demo entsprechend starke Hardware erfordert. Selbst mit RTX 4080 Super, Ryzen 7 7800X3D und 64 GB RAM hatten wir regelmäßig Ruckler. Das dürfte aber vor allem am Streaming im Browser liegen: Die Umgebung wird nicht komplett vorab geladen, sondern je nach Bedarf nachgestreamt. In einem installierten Spiel dürfte die Grafik flüssiger laufen.













