Mercedes-Benz gibt eigenes Schnellladenetz in Europa auf

Mercedes hatte ursprünglich bis 2030 weltweit mehr als 10.000 Schnellladepunkte geplant. Inzwischen steht der Konzern aber unter Kostendruck, schwache Nachfrage in wichtigen Märkten, intensiver Wettbewerb durch chinesische Hersteller, hoher Kostendruck und die teure Umstellung auf Elektromobilität sind große Herausforderungen. Hinzu kommen Unsicherheiten durch Handelskonflikte.
Gleichzeitig entwickelt sich der Lade-Markt zugunsten größerer, spezialisierter Ladeanbieter, ohne ausreichende Größe seien die Betriebskosten im Verhältnis zu den erzielbaren Erlösen bei den Ladeanbieter zu hoch. Daher möchte sich Mercedes wieder stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren und verkauft sein europäisches Schnellladenetz an Electra.
Electra übernimmt insgesamt 47 Ladeparks mit insgesamt 374 Ladepunkten. Von der Übernahme sind auch zahlreiche Standorte in Deutschland betroffen: 31 der verkauften Ladeparks befinden sich hierzulande, sechs weitere in Österreich. Der Verkauf betrifft ausschließlich das europäische Schnellladenetz, die eigenen Schnellladeaktivitäten von Mercedes-Benz in Nordamerika sind davon nicht betroffen.
Für Mercedes-Kunden soll der Wechsel dennoch Vorteile bringen, denn Electra integriert die Standorte in sein bestehendes Netzwerk: Als Premium-Partner von Electra erhalten Mercedes-Kunden dadurch vergünstigten Zugang zu einem deutlich größeren Ladenetz mit mehr als 5.000 Ladepunkten an über 800 Standorten in zehn europäischen Ländern. Insgesamt will der deutsche Autohersteller künftig stärker auf Kooperationen mit externen Betreibern setzen.





