Nach erfolgreichem AC Black Flag Launch: Ubisoft kündigt Entlassungen an

Die Spielebranche befindet sich seit Längerem in einer schwierigen Lage. Seit 2022 hat es eine ungewöhnlich große Entlassungswelle gegeben, der weltweit Zehntausende Arbeitsplätze zum Opfer gefallen sind. Damit erlebt die Branche einen der schwersten Abschwünge ihrer jüngeren Geschichte. Zu den Ursachen zählen:
- Korrektur nach der Pandemie: Viele Unternehmen haben während des Gaming-Booms in der Covid-19-Pandemie schnell expandiert und mit einer dauerhaft hohen Nachfrage gerechnet. Als sich Spieleraktivität und Ausgaben normalisiert haben, lag die Personalstärke häufig über dem tatsächlichen Bedarf.
- Höhere Entwicklungskosten: Moderne AAA-Spiele erfordern größere Teams, längere Produktionszyklen und höhere Budgets, wodurch auch das finanzielle Risiko steigt.
- Steigende Zinsen: Mit den höheren Finanzierungskosten haben Investoren und Führungskräfte ihren Schwerpunkt vom Wachstum auf die Profitabilität verlagert.
- Konsolidierung der Branche: Auf große Übernahmen wie den Kauf von Activision Blizzard durch Microsoft sind Umstrukturierungen und Stellenstreichungen gefolgt, um doppelt besetzte Aufgabenbereiche abzubauen.
- Eingestellte Projekte: Mehrere Studios haben Spiele gestrichen, die bereits seit Jahren entwickelt worden sind, und anschließend Personal entlassen.
- Strategiewechsel: Unternehmen investieren zunehmend in Live-Service-Spiele, Mobile-Titel und KI-gestützte Entwicklungswerkzeuge, wodurch sich auch die Prioritäten bei Neueinstellungen verändern.
Vor diesem Hintergrund sind derzeit 51 Beschäftigte bei Ubisoft Barcelona von Stellenstreichungen bedroht. Viele von ihnen haben an Assassin's Creed Black Flag Resynced gearbeitet. Laut Insider Gaming weist Ubisoft seinen Teams üblicherweise schon lange vor Abschluss eines laufenden Spiels ein neues Projekt zu, teilweise bis zu ein Jahr im Voraus. Das Team in Barcelona hat jedoch keinen solchen Auftrag erhalten. Bereits im Sommer 2025 hat dies Besorgnis ausgelöst, ohne dass sich an der Situation etwas geändert hat.
Die von den geplanten Entlassungen betroffenen Beschäftigten wehren sich mit einem Streik. Der Arbeitskampf hat am 30. Juni begonnen und soll am 16. Juli enden. Die Beschwerden gehen über den Stellenabbau hinaus. Die Betroffenen sprechen von "ständiger schlechter Behandlung, dem Verlust von Fachkräften, erzwungenen Abgängen infolge des Abbaus von Arbeitnehmerrechten und einer zunehmend hierarchischen Führungskultur, die Beschäftigten bei Entscheidungen über ihre Arbeit kaum Mitspracherecht lässt". Zuvor hat es bereits bei Xbox eine massive Entlassungsrunde mit 1.600 gestrichenen Stellen gegeben. Bis 2027 sollen weitere 1.600 Arbeitsplätze wegfallen.











