Notebookcheck Logo

Netflix will Kino-Exklusitivät nach Warner-Übernahme eventuell massiv verkürzen

Netflix könnte die Kinoauswertung nach der Übernahme von WBD auf nur noch 17 Tage reduzieren. (Bildquelle: onkelglocke / Pixabay, Netflix, Warner Bros.)
Netflix könnte die Kinoauswertung nach der Übernahme von WBD auf nur noch 17 Tage reduzieren. (Bildquelle: onkelglocke / Pixabay, Netflix, Warner Bros.)
Die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Netflix ist zwar noch nicht in trockenen Tüchern, doch es mehren sich bereits Gerüchte darum, was der Konzern mit seiner neu gewonnenen Macht tun könnte – etwa die Kinoexklusivität verkürzen und neue Filme frühzeitig auf der eigenen Streaming-Plattform präsentieren.

Fans von Franchises wie Harry Potter, Der Herr der Ringe dem DC Universe bangen derzeit angespannt um ihre Lieblingshelden, denn Warner Bros. Discovery (WBD) wechselt den Besitzer. Kurz sah alles so aus, als würde Netflix den Zuschlag erhalten. Am 5. Dezember 2025 einigten sich beide Unternehmen auf einen Deal über rund 82,7 Milliarden US-Dollar für die Film- und Fernsehstudios von Warner, HBO und HBO Max. Das Geschäft steht aber noch unter Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung und ist noch nicht abgeschlossen. Parallel hat Paramount Skydance ein höheres höheres Übernahmeangebot abgegeben, das von Warner geprüft wird – und die Situation noch offen lässt.

Sollte letztlich Netflix den Zuschlag erhalten, könnte das drastische Auswirkungen auf die Zukunft der Kinobranche haben, denn: Netflix plant intern offenbar, die klassische Kinoauswertung massiv zu verkürzen. Nach Informationen aus Branchenkreisen sollen neue Filme nur noch rund 17 Tage exklusiv im Kino laufen, bevor sie direkt auf der eigenen Streaming-Plattform erscheinen. Damit würde sich das bisher übliche Kinofenster von etwa 45 Tagen mehr als halbieren. Kinobetreiber warnen, dass ein solches Modell ihr Geschäftsmodell untergräbt, da wichtige Einnahmen jenseits des Startwochenendes wegfallen würden. Gleichzeitig befürchten viele Fans, dass große Warner-Franchises künftig primär als Content-Treiber für das Streaming-Abo dienen und das Kino zunehmend degradiert wird.

Wichtig: Die 17 Tage gelten bislang nicht offiziell. Öffentlich spricht Netflix weiter nur von „branchenüblichen Fenstern“. Wie der Streaming-Riese die Kinoauswertung im Falle einer Warner-Übernahme tatsächlich handhaben wird, bleibt abzuwarten. Immerhin hat Netflix zuletzt auch die Erfahrung gemacht, dass Kino unter bestimmten Bedingungen wirtschaftlich attraktiv sein kann – allerdings nach eigenen Regeln. So wurde zum Jahreswechsel das Stranger Things-Finale in Kooperation mit AMC in US-amerikanischen Kinos gezeigt.

Statt klassischer Ticketverkäufe setzte Netflix aber auf ein Sondermodell: Der Eintritt war nur über verpflichtende Verzehrgutscheine möglich, deren Erlöse vollständig bei den Kinos verblieben. Der Zweck dahinter war die Umgebung sogenannter Schauspieler-Residuals – also vertraglich festgelegte Nachvergütungen, die Schauspieler, Autoren oder Regisseure erhalten, wenn ein Film oder eine Serie erneut ausgewertet wird – etwa im Kino, im Fernsehen oder auf Streaming-Plattformen. 

Quelle(n)

Deadline

Bildquelle: onkelglocke / Pixabay, Netflix, Warner Bros.

static version load dynamic
Loading Comments
Diesen Artikel kommentieren / Antworten
Teilen Sie diesen Artikel, um uns zu unterstützen. Jeder Link hilft!
Mail Logo
> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-01 > Netflix will Kino-Exklusitivät nach Warner-Übernahme eventuell massiv verkürzen
Autor: Marius Müller,  6.01.2026 (Update:  6.01.2026)