Dass sich mit KI-generiertem digitalem Müll richtig Geld verdienen lässt, ist zur bitteren Realität für klassische Creator geworden. Kapwing, ein Plattformbetreiber zur Erstellung und Bearbeitung von Videos, hat sich die Video-Plattform genau angeschaut und ist zu bedenklichen Schlüssen gekommen. Neue YouTube-Nutzer bekommen bis zu 33 % KI-Schrott oder sogenannten „Brainrot-Content“ in ihren Shorts-Feeds angezeigt. Das sind keine kreativen Meisterwerke, sondern oft völlig bizarre, automatisierte Clips, die nur darauf abzielen, die Aufmerksamkeit durch absurde Reize zu binden. Während früher mühsam geschnitten und geplant wurde, fluten Algorithmen die Plattform heute im Sekundentakt mit Content.
Um diese Daten zu gewinnen, simulierte das Team von Kapwing die Erfahrung eines völlig neuen Nutzers und wertete die ersten 500 vorgeschlagenen Kurzvideos manuell aus. Zusätzlich analysierten sie die 100 am stärksten trendenden Kanäle pro Land und nutzten Tools wie Social Blade, um Abonnentenzahlen und geschätzte Einnahmen zu ermitteln.
Kanäle wie das indische „Bandar Apna Dost“ scheffeln mit ihren KI-Affen schätzungsweise über vier Millionen Dollar im Jahr. Dieser finanzielle Erfolg steht im krassen Gegensatz zum minimalen kreativen Aufwand und sorgt für eine zunehmende Verdrängung handgemachter Inhalte. Professionelle Creator investieren Wochen in Recherche und Schnitt, nur um zuzusehen, wie die „Slopper“ mit schierer Masse die Feeds dominieren.
Auch deutsche Nutzer sind massiv von dieser Entwicklung betroffen. Insgesamt verzeichnen KI-Kanäle im deutschen Raum rund 1,23 Milliarden Aufrufe. Damit liegt der hiesige Markt zwar hinter Spitzenreitern wie Südkorea oder Spanien, gehört aber definitiv zur globalen Spitzengruppe der Slop-Konsumenten.
YouTube selbst steckt dabei in einer Zwickmühle. Einerseits feiert man generative KI als großen Innovationsmotor, andererseits drohen Werbepartner abzuspringen, wenn ihre Anzeigen neben inhaltsleerem Quatsch auftauchen. Die Schwemme könnte dazu führen, dass das Vertrauen in digitale Inhalte auf der Plattform sinkt und die Suche nach echtem Mehrwert im Rauschen des Algorithmus immer mühsamer wird. Letztlich droht das System an seiner eigenen Effizienz zu ersticken, wenn der automatisierte Lärm die menschliche Kreativität dauerhaft übertönt. Daneben gibt es jedoch auch einige YouTube-Kanäle, die zeigen, dass KI für mehr oder weniger hochwertige Videos eingesetzt werden kann. So zeigt etwa der Hagenbrechts Kanal einige interessante Shorts, die mit KI und echter Kreativität erstellt wurden.

















