Neue Mini-PCs von Zero bieten insgesamt 56 GB RAM – aufgeteilt zwischen Host-System und separater NPU-Karte

Der chinesische Mini-PC-Hersteller Zero (零刻) hat auf JD.com zwei neue "AI-PC"-Desktopsysteme vorgestellt, die Rechenaufgaben auf zwei physisch getrennte Subsysteme aufteilen. Ein klassisches x86-Hostsystem übernimmt Betriebssystem und alltägliche Anwendungen, während eine separate NPU-Beschleunigerkarte mit eigenem 24 GB großem LPDDR5-Arbeitsspeicher für die lokale Ausführung von KI-Modellen zuständig ist. Die NPU-Karte erreicht eine Rechenleistung von 160 TOPS und wird mit einer vorinstallierten "OpenClaw"-Inferenzumgebung auf Basis von Ubuntu ausgeliefert.
Spezifikationen
Die beiden Modelle unterscheiden sich ausschließlich bei Prozessor und Anschlussausstattung des Host-Systems. Das Spitzenmodell SEi14 AI ist mit einem Intel Core Ultra 9 185H ausgestattet, der über 16 Kerne, 22 Threads, einen maximalen Takt von bis zu 5,1 GHz und 24 MB L3-Cache verfügt.
Als integrierte Grafikeinheit kommt Intels Arc Graphics mit acht Xe-Kernen und bis zu 2,35 GHz zum Einsatz. Außerdem bietet das Modell Thunderbolt 4. Der günstigere SEi13 AI setzt dagegen auf den Intel Core i7-13620H der vorherigen Generation mit 10 Kernen, 16 Threads, bis zu 4,9 GHz und ebenfalls 24 MB L3-Cache.
Als Grafikeinheit dient Intels UHD Graphics mit 64 Execution Units und bis zu 1,5 GHz. Auf Thunderbolt wird verzichtet, stattdessen steht ein USB-C-Anschluss mit 10 Gbit/s zur Verfügung. Beide Varianten verfügen über dieselbe NPU-Karte mit 24 GB dediziertem Arbeitsspeicher und unterstützen die quantisierten Inferenzformate W4A8 und W8A8.
| Modell | SEi14 AI | SEi13 AI |
|---|---|---|
| Host-CPU | Intel Core Ultra 9 185H, 16C/22T, bis zu 5,1 GHz, 24 MB L3 | Intel Core i7-13620H, 10C/16T, bis zu 4,9 GHz, 24 MB L3 |
| Integrierte GPU | Intel Arc, 8 Xe-Kerne, 2,35 GHz | Intel UHD Graphics, 64 EU, 1,5 GHz |
| Systemspeicher | 32 GB DDR5 SO-DIMM (2 Steckplätze, bis zu 5.600 MT/s) | 32 GB (16 GB × 2) LPDDR5 |
| Speicher | 1 TB M.2 2280 PCIe 4.0 x4 (bis zu 4 TB) | 1 TB M.2 2280 PCIe 4.0 x4 (bis zu 4 TB) |
| NPU-Karte | Diskret, 160 TOPS | Diskret, 160 TOPS |
| NPU-Speicher | 24 GB LPDDR5 | 24 GB LPDDR5 |
| NPU-Funktionen | Lokale Modellgewichte, quantisierte Inferenz nach W4A8/W8A8, Text- und multimodale Verarbeitung, Berechnungen mit langem Kontext | Unverändert |
| Netzwerk | Wi-Fi 6 (AX200), Bluetooth 5.2 | Unverändert |
| E/A | USB 2.0 × 2, USB 3.2 10 Gbit/s × 2, 2,5-Gbit-LAN, 3,5-mm-Audio × 2, USB-C 10 Gbit/s (Daten), DP 1.4a, HDMI, Thunderbolt 4 (40 Gbit/s/PD/DP 1.4) | USB 2.0 x 2, USB 3.2 10 Gbit/s x 2, 2,5 Gbit/s LAN, 3,5-mm-Audio x 2, USB-C 10 Gbit/s (Daten), DP 1.4a, HDMI, USB-C 10 Gbit/s (Daten und Video) |
| Abmessungen | 135 × 135 × 44,7 mm | 135 × 135 × 44,7 mm |
| Netzteil | 19 V/6,32 A | 19 V/6,32 A |
| Preis (Konfiguration mit 32 GB/1 TB/24 GB NPU) | 13.988 CNY (~1.800 Euro) | 11.895 CNY (~1.540 Euro) |
Bemerkenswert ist die Architektur der Systeme, da sämtliche KI-Inferenzberechnungen vollständig von der Host-CPU und der integrierten Grafikeinheit getrennt erfolgen. Die Kommunikation zwischen Host-System und NPU-Karte erfolgt über eine interne Verbindung.
Die Beschleunigerkarte verwaltet dabei ihre Modellgewichte, die Quantisierungspipeline sowie die multimodale Verarbeitung eigenständig und unabhängig von den Aufgaben des Host-Betriebssystems. Damit folgt Zero dem wachsenden Trend spezialisierter Systeme für lokale KI-Inferenz.
Ungewöhnlich ist jedoch, dass der NPU ein eigener 24 GB großer Arbeitsspeicher exklusiv zur Verfügung steht, anstatt den normalen Systemspeicher gemeinsam mit CPU und GPU zu nutzen. Beide Mini-PCs sind bereits auf JD.com gelistet und werden mit einer fünfjährigen Garantie sowie einer 30-tägigen Testphase angeboten. Derzeit sind allerdings beide Konfigurationen als nicht verfügbar gekennzeichnet.



